Bachelorarbeit, 2014
33 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
2. Die Macht der Muttersprachen
2.1 Sprache als Macht
2.2 Die Bedeutung der Muttersprache
2.3 Muttersprachliche Förderung in Österreich
3. Statistische Erhebungen
3.1 Förderbedarf
3.2 SchülerInnen mit anderen Erstsprachen als Deutsch
3.3 Muttersprachlicher Unterricht
3.4 Drop-Out-Raten
3.5 Resultat
4. Verhinderung frühzeitigen Bildungsabbruchs
5. Conclusio
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem Konzept "Sprache als Macht", dem Spracherwerb im Kontext von Migration und der Bedeutung der Muttersprache, um deren Einfluss auf die Schulabbruchsquoten (Drop-outs) im österreichischen Bildungssystem zu analysieren.
2.1 Sprache als Macht
Sprache und Macht sowie Sprache als Macht ist in gewisser Weise als das Selber zu betrachten. Jemand der in ein Land emigriert, mit einer anderen Sprache, wird gewissermaßen dazu gedrängt sich seiner Muttersprache zu entledigen und fortan die Sprache der „aufnehmenden“ Gesellschaft, sprich dem neuen Kollektiv, zu übernehmen. Dies ist der aktuelle politische Diskurs (Mecheril, Quehl 2006: S. 355), aber auch die generelle Einstellung des Kollektivs. Der politische Diskurs ergibt sich ebenfalls aus der Annahme, der gängigen Assimilationspolitik. Sprich Migranten sollen durch Sprache möglichst schnell in das vorhandene Kollektiv integriert werden, eben auch sprachlich. Der Vorteil einer Bi- oder gar Multilingualen Gesellschaft wird kaum Beachtung geschenkt, wobei die Mehrsprachigkeit an sich, auch im Sinne von mehreren Fremdsprachen, die man beherrscht im beruflichen und wirtschaftlichen Sinn als förderlich erachtet. Dieser Aspekt geht bei der oft eingeschränkten Sichtweise der Assimilationspolitik verloren.
MECHERIL und QUEHL verweisen auf drei Aspekte der Verhältnisse von Sprache und Macht: Sprache ermächtigt, sie ermächtigt in unterschiedlicher Weise und das Vermögen der Sprachen. Sprache und Sprechen stehen dabei eng beieinander, wenn es um Macht oder auch Machtverhältnissen geht. Ein etwas aus dem Kontext gerissenes Beispiel wäre in der Geschichte zu finden: Es gab bisher noch keinen Führer, Diktator oder Despoten, der sich sprachlich nicht auszudrücken gewusst hätte, im Gegenteil, solche Menschen hatten einen hohen Grad an rhetorischen Fähigkeiten und ein feines Gespür für Sprachgebrauch. Auch wenn dies aus dem Kontext gerissen ist, so ermächtigt Sprache dazu sozial zu handeln, sich zu artikulieren, sich zu präsentieren aber auch sich zu verändern. Ohne dieses Vermögen wird die eigene Handlungsfähigkeit in Frage gestellt, wenn nicht überhaupt bedroht oder verunsichert.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des österreichischen Bildungssystems bezüglich Schulerfolg bei Kindern mit Migrationshintergrund ein und definiert die zentrale Forschungsfrage.
2. Die Macht der Muttersprachen: Dieses Kapitel erläutert theoretisch das Konzept "Sprache als Macht" und untermauert die essenzielle Bedeutung der Muttersprache für den Erwerb von Zweitsprachen und den Bildungserfolg.
3. Statistische Erhebungen: Hier werden statistische Daten zu Sprachförderbedarf, Herkunftssprachen, verfügbarem muttersprachlichem Unterricht und Schulabbruchsquoten in Österreich analysiert.
4. Verhinderung frühzeitigen Bildungsabbruchs: Es werden die offiziellen bildungspolitischen Strategien und Maßnahmen der österreichischen Regierung zur Reduzierung von Bildungsabbrüchen kritisch dargelegt.
5. Conclusio: Das Fazit führt Theorie und Empirie zusammen und beantwortet die Forschungsfrage durch den Nachweis einer Korrelation zwischen mangelnder Förderung und erhöhten Abbruchraten.
Muttersprache, Zweitsprache, Bildungssystem, Migration, Sprache als Macht, Schulerfolg, Drop-out, Sprachförderung, Mehrsprachigkeit, Assimilationspolitik, Bildungsabbruch, Erstsprache, österreichisches Bildungssystem, Integration, Kompetenzorientierung.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen Muttersprache, Spracherwerb und dem Phänomen des frühzeitigen Schulabbruchs bei Schülern mit Migrationsgeschichte im österreichischen Bildungssystem.
Die Arbeit behandelt die soziologische Dimension von Sprache als Macht, die lernpsychologische Notwendigkeit einer starken Erstsprache sowie die aktuelle statistische Lage zur Sprachförderung in Österreich.
Die Forschungsfrage lautet: In wie weit hängt das Konzept von "Sprache ist/und Macht" mit dem Spracherwerb in der Migration zusammen und lässt sich daraus eine Parallele zum muttersprachlichen Unterricht und den School-Drop-Out-Raten ziehen?
Die Methode basiert auf der Aufarbeitung und Diskursanalyse von relevanter Forschungsliteratur in Kombination mit der Auswertung empirischer Daten (Statistiken) zur Bildungssituation in Österreich.
Im Hauptteil werden neben dem theoretischen Hintergrund zu Sprache und Macht, Statistiken zu Förderbedarfen und Drop-out-Raten sowie Best-Practice-Beispiele aus Schulen (z.B. Europäische Volksschule) vorgestellt.
Zu den prägenden Begriffen gehören "Sprache als Macht", "Zweisprachigkeit", "Bildungsabbruch", "Migrationsgesellschaft" und "Muttersprachlicher Unterricht".
Die Autorin argumentiert, dass die gängige Praxis, Migranten möglichst schnell auf Deutsch zu trimmen und die Muttersprache zu vernachlässigen, den Lernerfolg behindert, anstatt ihn zu fördern.
Sie kommt zu dem Schluss, dass ein flächendeckender Ausbau des muttersprachlichen Unterrichts in Österreich dringend erforderlich ist, da dieser eine notwendige Voraussetzung für den Bildungserfolg und die Reduktion von Schulabbrüchen darstellt.
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