Facharbeit (Schule), 2014
97 Seiten, Note: 1,0
0 Einleitung
1.0 Auslöser und Grundlagen von Spekulationsblasen
1.1 Neoklassische Kapitalmarkttheorie
1.1.1 Der Homo Oeconomicus (der rationale Anleger)
1.1.2 Random-Walk-Theory
1.1.3 Erwartungsnutzentheorie
1.1.4 Effiziente Märkte
1.2 Behavioral Finance
1.2.1 Befragungen
1.2.2 Experimente
1.2.3 Hirnmessungen
1.2.4 Die Neubewertung des Homo Oeconomicus zum Homo Oeconomicus Humanus
1.3 Auslösungs- und Verstärkungsfaktoren von Spekulationsblasen
1.3.1 Massenpsychologie
1.3.2 Herdenverhalten
1.3.3 Zusammenfassung
2.0 Historische Spekulationsblasen
2.1 Ursprung des Begriffs
2.2 Anatomien von Spekulationsblasen
2.2.1 Auslösung
2.2.2 Boom
2.2.3 Euphorie
2.2.4 Ende der Euphorie
2.2.5 Crash
2.3 1634 bis 37: Die Tulpenkrise
2.4 Der Crash 1929
2.5 Die Dotcom-Blase
2.6 Die Subprime-Krise ab 2007
2.7 Aktuelle Lage: Der nächste Crash?
I. Exkurs: Spekulation auf Grundnahrungsmittel
0 Einleitung
I.I Hunger durch hohe Lebensmittelpreise
I.II Nahrung als Kapitalanlage
I.III „Nützliche“ und „exzessive“ Spekulation
I.IV Stellungnahmen der Investmentbanken
I.V Regulierungen, um Leben zu retten
I.V.I Positionslimits
I.V.II Höhere Transparenz
I.V.III Erhöhung der Margin-Rate
I.V.IV Institutionelle Investoren und Zertifikate von Rohstoffmärkten verbannen
I.VI Schluss
3.0 Aus den Krisen gelernt?
3.1 Neuregulierungen
3.2 Wege zu einem besseren Bankensystem
3.2.1 Eigenkapital weiter erhöhen
3.2.2 Verbriefung stoppen
3.2.3 Weiterentwicklung der Ratingagenturen
3.2.4 Großbanken zerschlagen?
3.2.5 Wandel der Vergütungssysteme
3.2.6 Bankenhospital zwischen Bad Bank und Verstaatlichung
3.3 Was bringt die Zukunft?
Praktischer Teil
I - Praktikum
II - Ein Börsenversuch
Investmentstrategie
Kauf- Patrizia AG
Kauf- Facebook Inc.
Kauf - KPS AG
Kauf - BayWa AG
Kauf- Apple Inc.
Kauf- Deutsche Post
Verkauf Facebook Inc.
Abschluss
Rückblick
4.0 Glossar wirtschaftlicher Fachbegriffe
5.0 Anhang/Quellen
5.1 Literarische Quellen
5.2 Quelle Verwendeter Zitate
5.3 Genutzte Programme und Software
5.4 Danksagung
Ziel der Arbeit ist es, die Entstehung und den Verlauf von Finanzspekulationsblasen zu analysieren, die psychologischen Faktoren hinter diesen Marktbewegungen zu verstehen und auf Basis historischer Krisen fundierte Lösungsansätze für ein stabileres Bankensystem zu entwickeln.
1.3.1 Massenpsychologie
Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, basieren Spekulationsblasen häufig auf Boom-Geschichten, wobei steigende Kurse zu weiteren Preisanstiegen führen. Dabei spielen Marktteilnehmer, die sich aneinander orientieren, eine tragende Rolle. Der Mensch als soziales Wesen sucht immer Zugehörigkeit und gleichzeitig auch Leitfiguren, um mit dem Strom schwimmen zu können. Massenpsychologische Aspekte spielen somit eine tragende Rolle auch im Finanzwesen.
„Die Gesamtheit ist nun das geworden, was ich als psychologische Masse bezeichnen will“. Dies schrieb Gustave Le Bon 1895 in seinem Hauptwerk „Psychologie der Massen“ und schuf damit erstmals den Ausdruck von psychologischen Massen. Le Bon war ein französischer Arzt, widmete sich anthropologischen Studien und gilt als Begründer der Massenpsychologie. Diese beschäftigt sich mit drei Hauptanliegen: Das Verhalten von Massen, Veränderungen von Individuen in Massen und die Beeinflussbarkeit von Massen. Im Folgenden möchte ich die wichtigsten Erkenntnisse von Le Bon vorstellen, die als Grundlage für die moderne Theorie des Herdenverhaltens auf Finanzmärkten dienen.
1. Die Kollektivseele
Le Bon zufolge reagiert und handelt ein Mensch in einer Masse völlig anders, als er es als Individuum tun würde. Die Handlungsweisen vieler verschmelzen in der Masse und es entsteht eine Art Kollektivseele. Massenindividuen fühlen sich durch ihre Verbindung sehr stark, intellektuelle Funktionen werden zurückgestuft, unbewusste Anteile gewinnen an Bedeutung. „Die Masse lässt nicht zu, dass sich zwischen ihrer Begierde und der Verwirklichung dieser Begierde ein Hindernis erhebt, umso weniger, als ihre Überzahl ihr das Gefühl unüberwindlicher Macht gewährt. Für den Einzelnen in der Masse schwindet der Begriff des Unmöglichen.“
0 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Ursachen und Auswirkungen von Finanzspekulationsblasen und stellt das Ziel auf, durch ein besseres Verständnis psychologischer Faktoren zu einem stabileren Finanzsystem beizutragen.
1.0 Auslöser und Grundlagen von Spekulationsblasen: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Modelle des rationalen Anlegers den Erkenntnissen der Behavioral Finance gegenüber und analysiert psychologische Auslöser wie Massenpsychologie und Herdenverhalten.
2.0 Historische Spekulationsblasen: Hier wird der typische Verlauf von Spekulationsblasen anhand prägender historischer Ereignisse von der Tulpenmanie bis zur Subprime-Krise analysiert.
I. Exkurs: Spekulation auf Grundnahrungsmittel: Der Exkurs hinterfragt kritisch die Auswirkungen spekulativer Kapitalanlagen auf die Preise von Nahrungsmitteln und diskutiert Regulierungsmaßnahmen zum Schutz der Ärmsten.
3.0 Aus den Krisen gelernt?: Im Schlussteil werden aktuelle politische Regulierungsansätze bewertet und konkrete Verbesserungsvorschläge für das globale Bankensystem, wie höhere Eigenkapitalanforderungen, unterbreitet.
Praktischer Teil: Ein begleitender Börsenversuch dokumentiert die praktische Anwendung der Anlagestrategien und verdeutlicht die Herausforderungen der Aktienanalyse in der Realität.
4.0 Glossar wirtschaftlicher Fachbegriffe: Ein definitorisches Nachschlagewerk der wichtigsten in der Arbeit verwendeten ökonomischen Fachbegriffe.
5.0 Anhang/Quellen: Dieses Kapitel listet die verwendeten literarischen Quellen, Internetverweise sowie genutzte Software und Danksagungen auf.
Finanzspekulationsblasen, Behavioral Finance, Börsencrash, Kapitalmarkttheorie, Massenpsychologie, Herdenverhalten, Subprime-Krise, Dotcom-Blase, Tulpenkrise, Bankenregulierung, Eigenkapital, Spekulation, Nahrungsmittelpreise, Marktteilnehmer, Finanzmarkt.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, dem Verlauf und den gesellschaftlichen Auswirkungen von Finanzspekulationsblasen sowie Möglichkeiten zu deren Eindämmung durch politische Regulierung.
Die zentralen Themen sind die Psychologie der Marktteilnehmer (Behavioral Finance), historische Analysen großer Finanzkrisen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Spekulation auf Rohstoffe und Nahrungsmittel.
Das primäre Ziel ist es, die ökonomischen und psychologischen Zusammenhänge von Finanzkrisen zu begreifen, um auf dieser Basis konstruktive Lösungsansätze für ein verantwortungsvolleres Finanzsystem abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse ökonomischer und psychologischer Theorien sowie historischen Fallstudien, die durch einen eigenen, vier Monate dauernden praktischen Börsenversuch ergänzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Behavioral Finance), eine detaillierte Analyse historischer Blasen (von Tulpen bis Subprime) und einen Exkurs über die moralisch problematische Spekulation auf Grundnahrungsmittel.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Finanzspekulationsblasen, Behavioral Finance, Herdenverhalten, Bankenregulierung und die Analyse von Börsenkrisen.
Während der homo oeconomicus als rein rational handelnder Anleger definiert wird, berücksichtigt das Konzept des homo oeconomicus humanus menschliche Emotionen, Denkabkürzungen und begrenzte Rationalität.
Die Arbeit kritisiert, dass spekulative Finanzinstrumente die Nahrungsmittelpreise künstlich in die Höhe treiben können, was weltweit existenzielle Hungersnöte in Entwicklungsländern verschärfen kann.
Der Autor schlägt unter anderem höhere Eigenkapitalquoten, ein Verbot riskanter Verbriefungen, schärfere Kontrollen durch Ratingagenturen und die Einführung von "Bankenhospitälern" zur geordneten Sanierung statt Insolvenz vor.
Das Experiment demonstriert, wie stark der Gruppendruck dazu führt, dass Menschen offensichtlich falsche Informationen der Mehrheit übernehmen – ein Mechanismus, der bei Herdenverhalten und Panikverkäufen an der Börse eine entscheidende Rolle spielt.
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