Bachelorarbeit, 2013
39 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Perspektiven auf Migration und Integration
2.1. Migration
2.1.1. Migration in Deutschland
2.1.2. Menschen mit Migrationshintergrund
2.2. Integration
2.2.1. Assimilation oder Integration? Die Integrationstheorie nach Hartmut Esser
2.2.2. Die Bedeutung des Sozialkapitals nach Putnam und Bourdieu
3. Sport als Motor der Integration
3.1. Integration durch Vereinssport – Ein Selbstläufer?!
3.2. Das Projekt „Integration durch Sport“
3.2.1. Konzept und Ausführung
3.2.2. Evaluation
3.3. Migrantensportvereine – Produzenten unsozialen Kapitals?
3.3.1. Definition und Entstehung
3.3.2. Binnenmigration und Mobilitätsfalle
3.3.3. Bindendes Sozialkapital
3.3.4. Das Integrationspotential von Migrantensportvereinen
3.4. Ehrenamtliches Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund
3.5. Die Integration von muslimischen Mädchen und Frauen in und durch den organisierten Sport
3.5.1. „Problemfall Muslima“ – Körperliche Fremdheit im Sport
3.5.2. Sport interkulturell – Mehr muslimische Mädchen in den Sport
4. Fazit und Schlussbemerkungen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, unter Rückgriff auf soziologische Theorien zur Migration und Sozialkapitalforschung kritisch zu untersuchen, ob und unter welchen Voraussetzungen der organisierte Sport tatsächlich einen Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund leisten kann.
3.3.2. Binnenmigration und Mobilitätsfalle
Die Selbstorganisation von Migrantinnen und Migranten ist oft Thema öffentlicher Diskurse und gibt Anlass zu Vermutungen über die Integrationsverweigerung von Zuwanderern durch Schaffung von Parallelgesellschaften innerhalb des Aufnahmelandes. Nachfolgend soll daher auf die Funktion ethnischer Gemeinden eingegangen werden, sowie auf die Rolle der Migrantensportvereine.
Esser zufolge besitzen ethnische Gemeinden eine Schutzfunktion und entstehen anfänglich als eine Art Notgemeinschaft von Menschen mit ähnlichen Problemen. Sie sollen ihren Mitgliedern helfen, sich im Aufnahmeland besser zu Recht zu finden (vgl. Esser 2000, S.301). Diese Gemeinschaften können im Sinne der Binnenintegration nach Georg Elwert, die Integration in die autochthone Gesellschaft durchaus fördern, indem sie den Zugewanderten während der ersten Phase nach ihrer Ankunft zur Seite stehen und anschließend eine erfolgreiche Eingliederung in die Aufnahmegesellschaft fördern (vgl. Elwert 1982).
Empirisch wird jedoch eher gegenteiliges beobachtet: Da der Verbleib innerhalb der ethnischen Gemeinde zunächst leichter erscheint, wird von Migrantinnen und Migranten oft freiwillig darauf verzichtet, höhere Positionen in der Aufnahmegesellschaft anzustreben (vgl. Esser 2000, S.301). Norbert Wiley hat dieses Prinzip mit seinem Konzept der Mobilitätsfalle (ethnic mobility trap) dargestellt: „A mobility trap is a structural condition in which the means for moving up within a stratum are contrary to those for moving to the next higher stratum. The underlying metaphor is that of climbing a tree, rather than a "social ladder," with various possibilities of non-vertical and dead-end forms of ascent.” (Wiley 1967, S.147)
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Sport für die Integration in Deutschland dar und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen der Integration mittels des organisierten Sports.
2. Theoretische Perspektiven auf Migration und Integration: Das Kapitel erläutert grundlegende Begriffe, die aktuelle Migrationssituation sowie die Integrationstheorie von Hartmut Esser und die Sozialkapitalforschung von Putnam und Bourdieu.
3. Sport als Motor der Integration: Hier wird der organisierte Sport als Integrationsinstrument hinterfragt, wobei Konzepte wie das Projekt „Integration durch Sport“, Migrantensportvereine und die Partizipation von muslimischen Frauen analysiert werden.
4. Fazit und Schlussbemerkungen: Das Kapitel resümiert, dass Sport großes Integrationspotential besitzt, dieses jedoch von bestimmten Rahmenbedingungen abhängt und Bildung für die gesellschaftliche Platzierung entscheidender bleibt.
Migration, Integration, Sport, Migrationshintergrund, Sozialkapital, Vereinssport, Assimilation, Mobilitätsfalle, Soziale Integration, Ehrenamt, Muslimische Mädchen, Interkulturelle Pädagogik, Identitätsbildung, Teilhabe, Sportvereine.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des organisierten Sports als Instrument zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Integration, die Wirkung von staatlichen Sportprogrammen, die Rolle von Migrantensportvereinen sowie die speziellen Herausforderungen bei der Integration muslimischer Frauen.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob und unter welchen konkreten Voraussetzungen der organisierte Sport tatsächlich dazu beitragen kann, Menschen unterschiedlicher Herkunft in die Gesellschaft zu integrieren.
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Analyse bestehender soziologischer Fachliteratur sowie der Auswertung verschiedener empirischer Studien und Projektevaluationen.
Der Hauptteil analysiert die Integrationstheorie nach Hartmut Esser, die Sozialkapitalforschung, das DOSB-Projekt „Integration durch Sport“ sowie die Problematik von Migrantensportvereinen und die Situation muslimischer Mädchen im Sport.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Integration, Migration, Sozialkapital, Assimilation, organisierter Sport und Interkulturelle Öffnung charakterisiert.
Migrantensportvereine werden differenziert betrachtet: Sie bieten Schutzfunktionen und erleichtern den Zugang zum Sport, bergen jedoch auch die Gefahr, die Nutzer in einer sogenannten „Mobilitätsfalle“ innerhalb ihrer ethnischen Nische zu halten.
Dies liegt an einer Kombination aus traditioneller Sozialisation, Vorbehalten gegenüber dem koedukativen Sport, Vorstellungen von körperlicher Fremdheit und kulturell bedingten Anforderungen an die Privatsphäre.
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