Bachelorarbeit, 2014
59 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
2 Geschichte der Treverer
3 Das Untersuchungsfeld
3.1. Der Titelberg in Luxemburg
3.1.1. Fundsituation und Quellenlage
3.1.1.1. Landwirtschaft
3.1.1.2. Handel
3.1.1.3. Handwerk
3.1.2. Aussagewert der Quellen
3.2. Das Gräberfeld von Wederath-Belginum
3.2.1. Fundsituation und Quellenlage
3.2.1.1. Landwirtschaft
3.2.1.2. Handel
3.2.1.3. Handwerk
3.2.2. Aussagewert der Quellen
3.3. Der Ringwall von Otzenhausen
3.3.1. Fundsituation und Quellenlage
3.3.1.1. Landwirtschaft
3.3.1.2. Handel
3.3.1.3. Handwerk
3.3.2. Aussagewert der Quellen
4 Exkurs
Inschriftliche und ikonographische Quellen
5 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Siedlungswesen der Treverer anhand von drei ausgewählten Fallbeispielen, wobei das primäre Ziel darin besteht, ein Gesamtbild der wirtschaftlichen Strukturen in den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk und Handel zu rekonstruieren und die kulturelle sowie politische Entwicklung des Stammes im 1. Jahrhundert v. Chr. kritisch zu beleuchten.
Die Treverer im Gallischen Krieg
Mit „De bello Gallico“, den Kommentarien des damaligen Feldherrn und Prokonsuls Gaius Iulius Caesar über den Gallischen Krieg, unterrichtete er die römischen Zeitgenossen über seine Feldzüge und das Geschehen im weit entfernten Norden Galliens und hinterließ der Nachwelt eine einzigartige, wenn auch historisch nicht minder problematische Schriftquelle über die keltischen Volksstämme, insbesondere die Treverer. Geschichte ist biegsam und wird – wie im Fall des Bellum Gallicum – meist von den Siegern geschrieben. Dieser einzig überlieferten zeitgenössischen Schriftquelle fehlt ein Korrektiv aus keltischer Hand. Es existieren zwar antike Berichte über „die Kelten“, aber kein einziger wurde von den Menschen verfasst, die sich als solche bezeichnet hätten. Ohne Zweifel sind die Berichterstattungen Caesars mit ihren kurzen ethnographischen und geographischen Einschüben von hohem dokumentarischem Wert, bei der Lektüre dieser einseitigen Quelle ist jedoch Vorsicht geboten.
Caesar vermittelt durch eine einfache, klare Sprache, präzise Formulierungen, stringente Gedankenführung, den annalistischen Aufbau seiner Aufzeichnungen und der Nennung seiner selbst in der dritten Person den Eindruck von Objektivität. Doch objektiv ist die Caesars Schilderung keineswegs, es handelt sich bei De Bello Gallico um eine subjektiv gefärbte Darstellung eines sich selbst in Szene setzenden Mannes, dem sich mit dem Einrücken in Gallien die entscheidende Möglichkeit bot, sich auf militärischer Ebene zu profilieren und gegenüber seinen politischen Gegnern und Konkurrenten in Rom Erfolge vorzuweisen. Ein weiterer lohnender Aspekt war die Aussicht auf reiche Kriegsbeute und das Gold der Kelten, welches Caesar mit keinem einzigen Wort erwähnt, das er aber zur Tilgung seiner Schulden und Finanzierung seiner militärischen und politischen Ziele dringend benötigte. Als Rhetoriker wusste Caesar mit Verschleierungen, Retuschen, Auslassungen, Übertreibungen, Entstellungen, Verschweigen oder dem akzentuierten Einsatz von Topoi umzugehen und nahm hierdurch Einfluss darauf, was seine römischen Zeitgenossen lesen sollten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der keltischen Treverer ein, erläutert die methodische Herangehensweise durch die Kombination von schriftlichen Quellen und archäologischen Funden und definiert das Untersuchungsfeld.
2 Geschichte der Treverer: Das Kapitel skizziert die Stammesentwicklung der Treverer von der Vorgeschichte bis zur Zeit des Gallischen Krieges und behandelt die komplexe Problematik der historischen Identität und Benennung des Volkes.
3 Das Untersuchungsfeld: Der Hauptteil analysiert detailliert die Fundsituationen und den Aussagewert der Quellen für das Oppidum Titelberg, das Gräberfeld Wederath-Belginum sowie den Ringwall von Otzenhausen hinsichtlich Landwirtschaft, Handwerk und Handel.
4 Exkurs: Dieser Abschnitt erweitert die Untersuchung durch inschriftliche und ikonographische Zeugnisse aus der römischen Zeit, um Erkenntnisse über das Handwerk und den Handel treverischer Familien zu gewinnen.
5 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Fallstudien zusammen und diskutiert das Siedlungs- und Wirtschaftsbild der Treverer in einer hierarchisch gegliederten Gesellschaft unter dem Einfluss der Romanisierung.
Treverer, Oppidum, Titelberg, Belginum, Otzenhausen, Gallischer Krieg, Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Archäologie, Romanisierung, Caesar, Siedlungswesen, Geldwirtschaft, Materielle Kultur.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des Siedlungs- und Wirtschaftswesens des keltischen Stammes der Treverer im 1. Jahrhundert v. Chr.
Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Landwirtschaft (Ackerbau und Viehzucht), Handwerk und Handel innerhalb des Siedlungsgebiets der Treverer.
Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild der treverischen Wirtschaft auf Basis archäologischer Funde und schriftlicher Quellen (insbesondere Caesars „De bello Gallico“) zu erstellen.
Es wird eine methodische Kombination aus archäologischer Fundanalyse, der kritischen Auswertung antiker schriftlicher Quellen und dem Vergleich mit Erkenntnissen aus Nachbarwissenschaften wie der Archäobotanik angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Fallbeispiele: das Oppidum Titelberg, das Gräberfeld von Wederath-Belginum und den Ringwall von Otzenhausen, die jeweils auf ihre Funde und wirtschaftliche Bedeutung hin untersucht werden.
Wichtige Begriffe sind Treverer, Oppidum-Zivilisation, Romanisierung, Wirtschaftsarchäologie und materielle Kultur der Kelten.
Der Titelberg war ein dauerhaft besiedeltes wirtschaftliches Zentrum mit regem Handel, während der Ringwall von Otzenhausen eher periodisch oder bei Gefahr genutzt wurde und eine dünnere Quellenlage aufweist.
Der Krieg verursachte Instabilität und Zerstörung; während der Titelberg später florierte, wurde der Ringwall von Otzenhausen in der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. aufgegeben, was mit der politischen Situation der Zeit korreliert.
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