Bachelorarbeit, 2012
48 Seiten, Note: 1,3
1. Industriedistrikte, Cluster und die räumliche Dimension von Wissen
1.1 Allgemeine Begriffserklärung
1.2 Bedeutung von Wissen inner- und außerhalb eines Clusters
2. Globale Wertschöpfungsketten
2.1 Entstehung des Ansatzes und allgemeine Begriffserklärung
2.2 Governance und Typisierung von globalen Wertschöpfungsketten
2.3 Upgrading
2.3.1 Begriffserklärung und Arten von Upgrading
2.3.2 Empirische Befunde zu Upgradingmöglichkeiten
2.3.3 Downgrading und Sidestepping
2.3.4 Schwierigkeiten und Herausforderungen für lokale Firmen
3. Die portugiesische Schuhindustrie
3.1 Charakterisierung und internationaler Kontext
3.2 Räumliche Verteilung
3.3 Historische Entwicklung der Schuhindustrie in Portugal
3.4 Defizite und Herausforderungen für die zukünftige Entwicklung
4. Upgrading in der portugiesischen Schuhindustrie
4.1 Analyse anhand quantitativer Daten und Literatur
4.2 Analyse von Unternehmensstrategien der letzten zehn Jahre
4.2.1 Methodik
4.2.2 Befunde über Upgradingarten
5. Abschließende Diskussion und offene Fragen
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich die jüngsten Entwicklungen der Konzentration der portugiesischen Schuhindustrie im Norden des Landes mit dem theoretischen Ansatz des Upgradings innerhalb globaler Wertschöpfungsketten erklären lassen. Ziel ist es, den industriellen Strukturwandel der Branche empirisch zu analysieren und kritisch mit den bestehenden wissenschaftlichen Definitionen abzugleichen.
Governance und Typisierung von globalen Wertschöpfungsketten
Für das Konzept der globalen Wertschöpfungsketten ist der Begriff „Governance“ von zentraler Bedeutung. Für Gibbon und Koautoren (2008) erklärt der Begriff, dass die Aufteilung der Produktion und ihre Reintegration durch Kooperationen zwischen den Unternehmen weder spontan, noch systematisch erfolgt. Viel mehr deutet er auf gezielte Unternehmensentscheidungen und -strategien bestimmter Akteure hin. Meistens sind diese große Firmen, die den Marktzugang in entwickelten Ländern beherrschen, jedoch auch in immer größerem Maße in aufsteigenden Volkswirtschaften.
Er erklärt, dass einige Unternehmen innerhalb der Kette Anforderungen oder Standards durchsetzen, die andere Unternehmen einhalten müssen. Humphrey und Schmitz (2004a) unterscheiden dabei drei Parameter: 1. Was wird produziert? (inkl. Produktdesign- und Spezifikationen). 2. Wie wird produziert? Das betrifft vor allem den Produktionsprozess (z.B. die Verwendung bestimmter Technologien, Einhaltung von Qualitäts-, Arbeits- und Umweltstandards). 3. Wie viel wird wann produziert? (Zeiteinplanung und Logistik).
Diese Parameter zeigen, dass Governance innerhalb der Wertschöpfungskette stark mit der Ausübung von Kontrolle und Koordination verbunden ist. Governance ist jedoch nicht nur eine Frage der Koordination, sondern auch die zusätzliche Aufgabe, Geschäftsmöglichkeiten zu identifizieren und Schlüsselakteuren ihre Rollen zuzuteilen (Kaplinsky 2000).
1. Industriedistrikte, Cluster und die räumliche Dimension von Wissen: Erläutert die theoretischen Grundlagen von industriellen Ballungszentren und die Bedeutung von Wissensströmen sowie Face-to-Face-Kontakten für die regionale Innovationsfähigkeit.
2. Globale Wertschöpfungsketten: Führt das Konzept der globalen Wertschöpfungsketten ein, definiert Governance-Strukturen und erläutert verschiedene Arten des industriellen Upgradings sowie Strategien wie Downgrading.
3. Die portugiesische Schuhindustrie: Analysiert den historischen Werdegang, die räumliche Konzentration im Norden Portugals und die aktuellen Herausforderungen der Branche im internationalen Wettbewerb.
4. Upgrading in der portugiesischen Schuhindustrie: Untersucht anhand von Branchenstatistiken und Fallbeispielen von 38 Unternehmen, welche Upgrading-Strategien (Prozess-, Produkt-, funktionales oder intra-sektorales Upgrading) tatsächlich implementiert wurden.
5. Abschließende Diskussion und offene Fragen: Reflektiert kritisch über die Aussagekraft der quantitativen Daten und die Grenzen des theoretischen Ansatzes bei der Erklärung unternehmensindividueller Erfolgsstrategien.
6. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der Ansatz des Upgradings zwar wichtige Tendenzen aufzeigt, aber nicht als alleiniger Beleg für die Entwicklung der gesamten Branche dienen kann.
Globale Wertschöpfungsketten, Schuhindustrie, Portugal, Cluster, Upgrading, Industrieller Distrikt, Unternehmensstrategien, Governance, Wissensmanagement, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Exportorientierung, Technologischer Wandel, Regionale Entwicklung, Marktzugang.
Die Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung der portugiesischen Schuhindustrie in den letzten Jahrzehnten und analysiert, ob diese durch den theoretischen Rahmen des Upgradings innerhalb globaler Wertschöpfungsketten wissenschaftlich erklärbar ist.
Die Arbeit verknüpft geographische Theorien über Industriedistrikte und Wissenstransfer mit wirtschaftswissenschaftlichen Konzepten globaler Wertschöpfungsketten und wendet diese auf den spezifischen Fall der portugiesischen Exportwirtschaft an.
Das Hauptziel ist es, zu identifizieren, wie lokale Unternehmen in Portugal durch spezifische Unternehmensstrategien ihre Wertschöpfung steigern konnten und welche Rolle dabei externe Netzwerke und Clusterstrukturen spielen.
Es wird eine Kombination aus einer quantitativen Analyse sektorweiter Statistiken sowie einer qualitativen Auswertung von Unternehmensdaten und Sekundärliteratur zu 38 ausgewählten Betrieben verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine historische und räumliche Kontextualisierung der portugiesischen Schuhindustrie sowie die eigentliche empirische Analyse der Upgrading-Prozesse seit 2002.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie globale Wertschöpfungsketten, Upgrading, Cluster-Theorie, industrielle Governance und internationale Wettbewerbsfähigkeit aus.
Im Gegensatz zu Studien, die sich primär auf ausländische Investoren konzentrieren, liegt der Fokus dieser Arbeit explizit auf der Entwicklung und den Anpassungsstrategien heimischer portugiesischer Unternehmen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Upgrading-Ansatz zwar nützlich ist, um spezifische Unternehmenspfade zu beschreiben, aber zu kurz greift, um die Komplexität regionaler Entwicklungen und unternehmerischer Neugründungen vollumfänglich zu erklären.
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