Bachelorarbeit, 2014
45 Seiten, Note: 2,1
1 Einleitung
2 Die segregierte Gesellschaft unter spanischer Kolonialverwaltung
2.1 Die Reform des kolonialen Systems unter Francisco de Toledo
3 Der postkoloniale Staat – Bruch oder Persistenz kolonialer Strukturen?
3.1 Wirtschaftspolitik im Wandel – Inklusion auf dem Weg?
4 Die Revolution von 1952 - Ausschluss oder Beteiligung traditioneller Eliten?
5 Die Rückkehr autoritärer Regime
6 Wie Phönix aus der Asche: Demokratische Neuordnung 1982
6.1 Plan de Todos – Der neoliberale Wolf im liberalen Schafspelz
6.1.1 Dezentralisierung der Verwaltung
6.1.2 Die zweite Agrarreform
6.1.3 Die Privatisierung der Infrastruktur
6.1.4 Die Bildungsreform
6.1.5 Der Arbeitsmarkt
7 Die Gesellschaftsstruktur im Vorfeld des Wahlsieges von Evo Morales
8 Fazit
Die Arbeit untersucht die historischen Kontinuitäten und Mechanismen, durch welche eine elitäre Oberschicht in Bolivien die Exklusion der indigenen Bevölkerung von der Kolonialzeit bis zum Wahlsieg von Evo Morales aufrechterhalten hat, um ihre eigene Macht und ihren Status zu sichern.
2. Die segregierte Gesellschaft unter spanischer Kolonialverwaltung
Ausgehend von der Annahme, dass Morales das Vertrauen der Wähler gewann, um jahrhundertelange Unrechtsstrukturen politisch zu beseitigen, muss am Anfang dieser Arbeit die Spurensuche nach jenen beginnen. Daher wird im folgenden Kapitel die Kolonialgeschichte Boliviens aufgearbeitet und dabei der Fokus auf die koloniale Segregation der Gesellschaft gelegt. Erst durch diese Aufarbeitung lässt sich eine Verbindung zu möglichen Unrechtsstrukturen im unabhängigen Bolivien nach 1825 und den Machterhalt tradierter Eliten bis in die Gegenwart hinein erkennen.
Nachdem die reconquista der spanischen Halbinsel 1492 formal beendet wurde, begannen die iberischen Königreiche Aragón und Kastilien, welche 1516 das geeinte spanische Königreich bildeten, sich ausgedehnten Entdeckungsfahrten auf den Weltmeeren zuzuwenden. Mit der Wiederentdeckung des amerikanischen Kontinents und der Etablierung fester Seerouten durch Cristóbal Colón wurde durch die ersten Siedlungsgründungen Ende des 15. Jahrhunderts der Grundstein für weitere Eroberungszüge auf dem amerikanischen Festland gelegt. Getragen von der Legende des sagenhaften Goldlandes El Dorado, das sich in Südamerika befinden sollte, bestanden die ersten Generationen der Konquistadoren in erster Linie aus jenen Männern, die im spanischen Mutterland über kein festes oder andere Arten eines geregelten Einkommens verfügten.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der bolivianischen Unrechtsstrukturen und Vorstellung der leitenden These über die langfristige Exklusion der indigenen Bevölkerung.
2 Die segregierte Gesellschaft unter spanischer Kolonialverwaltung: Analyse der kolonialen Ursprünge der Segregation und der wirtschaftlichen Ausbeutung indigener Arbeitskraft durch Institutionen wie die encomiendas.
2.1 Die Reform des kolonialen Systems unter Francisco de Toledo: Untersuchung der administrativen Neuordnung, die durch Siedlungstrennung und Steuersysteme die Kontrolle über die indigene Bevölkerung institutionalisierte.
3 Der postkoloniale Staat – Bruch oder Persistenz kolonialer Strukturen?: Untersuchung, ob der unabhängige Staat nach 1825 die kolonialen Ungleichheiten aufbrach oder diese für den Erhalt der Macht der kreolischen Elite fortführte.
3.1 Wirtschaftspolitik im Wandel – Inklusion auf dem Weg?: Betrachtung der wirtschaftlichen Liberalisierung und deren Folgen für die Autonomie indigener Gemeinschaften im 19. Jahrhundert.
4 Die Revolution von 1952 - Ausschluss oder Beteiligung traditioneller Eliten?: Analyse der MNR-Revolution, die trotz reformistischer Ambitionen in der Praxis oft konservative Interessen kooptierte.
5 Die Rückkehr autoritärer Regime: Beschreibung der Militärdiktaturen, die ökonomische Effizienz und Unterdrückung von Arbeiterbewegungen zur Sicherung neoliberaler Ziele priorisierten.
6 Wie Phönix aus der Asche: Demokratische Neuordnung 1982: Untersuchung der politischen Phase nach 1982, in der das demokratische System weiterhin von einer homogenen Elite geprägt blieb.
6.1 Plan de Todos – Der neoliberale Wolf im liberalen Schafspelz: Kritische Bewertung des umfassenden neoliberalen Gesetzespakets der 1990er Jahre.
6.1.1 Dezentralisierung der Verwaltung: Analyse der Dezentralisierung als Instrument zur Einbindung von Gruppen, ohne die zentrale Macht der Elite zu brechen.
6.1.2 Die zweite Agrarreform: Bewertung der Auswirkungen der Reform auf den Landbesitz zugunsten der Agrarindustrie.
6.1.3 Die Privatisierung der Infrastruktur: Untersuchung der wirtschaftlichen Folgen des Verkaufs von Staatsbetrieben.
6.1.4 Die Bildungsreform: Analyse des Bildungssystems als Mechanismuss zur Reproduktion sozialer Ungleichheit.
6.1.5 Der Arbeitsmarkt: Darstellung der prekären Beschäftigungsverhältnisse für die indigene Bevölkerung unter neoliberalen Vorzeichen.
7 Die Gesellschaftsstruktur im Vorfeld des Wahlsieges von Evo Morales: Zusammenfassende Betrachtung der fortbestehenden sozialen Exklusion, die den Aufstieg Morales' ermöglichte.
8 Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der These, dass koloniale Exklusionsstrukturen über die gesamte bolivianische Geschichte hinweg persistierten.
Bolivien, Indigene Bevölkerung, Segregation, Kolonialismus, Elitenherrschaft, Neoliberalismus, Plan de Todos, soziale Ungleichheit, Exklusion, Landreform, Bildungsreform, Arbeitsmarkt, MNR, Machtakkumulation, Demokratie.
Die Arbeit untersucht die historische Kontinuität von Exklusionsstrukturen in Bolivien, die die indigene Mehrheit systematisch von wirtschaftlicher und politischer Teilhabe ausschließen.
Die zentralen Themen sind koloniale Verwaltung, die Revolution von 1952, autoritäre Militärregime, neoliberale Reformen sowie das Bildungswesen und der Arbeitsmarkt in Bolivien.
Die Untersuchung verfolgt die Frage, wie die elitäre Oberschicht nach 1825 ihre Macht sicherte und warum trotz verschiedener politischer Regime eine strukturelle Diskriminierung indigener Bevölkerungsteile fortbestand.
Es handelt sich um eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die Chronologien und strukturelle Machtverhältnisse anhand von Sekundärliteratur und Gesetzestexten auswertet.
Der Hauptteil analysiert die historischen Etappen von der Kolonialzeit über die Revolution von 1952 bis hin zu den neoliberalen Reformen der 1990er Jahre und deren Auswirkungen auf die soziale Segregation.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Segregation, Indigene Exklusion, elitäre Machtstrukturen, Neoliberalismus und historische Kontinuität beschreiben.
Laut der Arbeit diente der Plan de Todos zwar der Modernisierung, stärkte jedoch unter dem Deckmantel des freien Marktes die wirtschaftliche Stellung der Elite und vertiefte durch bürokratische Hürden und Sparmaßnahmen die soziale Spaltung.
Die Studie zeigt, dass eine Segmentierung zwischen privater Elitebildung und vernachlässigtem öffentlichen Bildungswesen stattfand, wodurch Indigenen der Zugang zu hochdotierten Berufen und sozialen Netzwerken systematisch verwehrt blieb.
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