Examensarbeit, 2009
111 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
2. Ein Autor und seine Beziehungen
2.1. In Diensten des Ostblocks
2.2. Verbindungen zu rechten Kräften in der BRD
2.3. Frederik der erfolgreiche Verleger?
3. „Gezeichnet vom Zwielicht seiner Zeit“
3.1. Die Sicht auf Herbert Wehner
3.1.1 Die frühen Jahre Wehners und sein Weg zum „Sowjet-Spion“
3.1.2 Vom Verräter zum Antikommunist
3.2. Die Quellen für Frederiks Wehner-Bild
3.2.1. Die Aussagen Wehners gegenüber der schwedischen Polizei
3.2.2. Der Bericht von Karl Mewis
3.2.3. Die „Notizen“, eine fingierte Legende?
4. „Herbert Wehner. Das Ende seiner Legende“
4.1. Ein Widerhall von 1969?
4.2. Neue Materialien gegen Wehner?
4.2.1. Die Memoiren von Karl Mewis
4.2.2. Carl Madsen und Helmut Müssener
4.2.3. Die Richtigstellungen Wehners in der BRD
4.2.4. Der Brief von Ernst Jegelka
5. Die Wirkung der Werke in den Printmedien in den Jahren 1969 bis 1983
5.1. Die Effekte auf das Wehnerbild in der „rechten“ Presse
5.2. Reaktionen auf Publikationen außerhalb des „Verlag politisches Archiv“ zwischen den Jahren 1969-1983
6. Fazit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht kritisch die zwei Biographien von Hans Frederik über Herbert Wehner und analysiert deren Wirkung sowie Verbreitung in den deutschen Printmedien zwischen 1969 und 1983. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Intentionen des Autors sowie die Authentizität der verwendeten Quellen in einem politisch stark umstrittenen Kontext.
1. Einleitung
Diese Worte schmetterte der neben Franz-Josef Strauß wohl umstrittenste Politiker der BRD, Herbert Wehner am 13. März 1975, der CDU/CSU-Fraktion entgegen, als diese ihn zum wiederholten Male als Bolschewisten und Kommunisten bezeichnete. Solche Diffamierungen machten Wehner zu einem Politiker, dessen Vergangenheit über die gesamte Zeit seines politischen Wirkens in der BRD, von der Opposition, als auch anderen Kräften der Gesellschaft, für Kampagnen genutzt wurde um ihn in der Öffentlichkeit zu verleumden.
Natürlich eignete sich die Biographie Wehners wie kaum eine andere eines führenden Politikers in der BRD für solche Feldzüge. Nicht nur, dass er innerhalb kürzester Zeit vom Anarchisten in den zwanziger Jahren, zu einem maßgeblichen Mitglied der KPD aufstieg. Er war auch das einzige führende Mitglied dieser Partei, welches mit dem Kommunismus brach und nach dem Zweiten Weltkrieg ein bestimmender Politiker der SPD wurde, der die Sozialdemokratie in der Nachkriegszeit für lange Zeit prägte. Ein solcher politischer Werdegang erzeugte unvermeidlich, in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, eine Reihe von Mutmaßungen und Vermutungen über die Zeit des frühen Wirkens von Wehner und seiner Beweggründe. Daher verwundert es nicht, dass Herbert Wehner wiederholt Ziel von Kampagnen wurde.
In den sechziger und siebziger Jahren führten sowohl politisch „rechte“ als auch „linke“ Kräfte in der BRD und DDR, Feldzüge gegen Wehner in der Öffentlichkeit. Das zeigen besonders die verschiedenen Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften und Publikationen der damaligen Zeit. So war es in den fünfziger Jahren neben der KPD auch die CDU/CSU, die offenkundig die Vergangenheit des Sozialdemokraten nutzte, um gezielt vor Bundestagswahlen in der Öffentlichkeit über Wehners Tätigkeiten in der KPD verleumderisch zu berichten.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die politische Kontroverse um Herbert Wehner dar und erläutert das Ziel der Arbeit, die Biographien von Hans Frederik kritisch zu hinterfragen.
2. Ein Autor und seine Verbindungen: Dieses Kapitel beleuchtet die Person Hans Frederik, seine mögliche geheimdienstliche Anbindung an den Ostblock und seine verlegerische Strategie.
3. „Gezeichnet vom Zwielicht seiner Zeit“: Hier wird Frederiks erstes, auflagenstarkes Werk analysiert, das Wehner als zwielichtigen Geheimdienstler darzustellen versucht.
4. „Herbert Wehner. Das Ende seiner Legende“: Das Kapitel untersucht das zweite Werk Frederiks und zeigt auf, wie der Autor versucht, frühere Narrative durch neue, jedoch unzuverlässige Materialien zu stützen.
5. Die Wirkung der Werke in den Printmedien in den Jahren 1969 bis 1983: Diese Sektion prüft die tatsächliche Rezeption der Publikationen in der deutschen Presse und stellt fest, dass sie primär von rechts-orientierten Medien genutzt wurden.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Frederiks Werke als Diffamierungsinstrumente dienten, deren historische Bedeutung durch die moderne Forschung weitgehend entkräftet wurde.
Herbert Wehner, Hans Frederik, KPD, SPD, DDR, Geheimdienst, MfS, Politische Publizistik, Diffamierung, Sozialdemokratie, Kalter Krieg, Printmedien, Biographie, Politische Propaganda, Zeitgeschichte
Die Arbeit analysiert die verleumderischen Biographien des Autors Hans Frederik über den SPD-Politiker Herbert Wehner und untersucht deren Entstehungshintergrund sowie deren Wirkung in der damaligen politischen Öffentlichkeit der BRD.
Im Zentrum stehen die politisch motivierte Publizistik, die Rolle von Geheimdiensten bei der Diskreditierung politischer Gegner sowie die Art und Weise, wie historische Tatsachen im Kontext des Kalten Krieges verzerrt wurden.
Das Ziel ist es, die journalistische Arbeitsweise Hans Frederiks und die von ihm genutzten, oftmals fragwürdigen Quellen kritisch zu dekonstruieren und die Rolle seiner Werke in politischen Diffamierungskampagnen gegen die SPD zu beleuchten.
Die Autorin/der Autor nutzt eine quellenkritische Methode, indem die Aussagen Frederiks mit gesicherten historischen Fakten, Archivmaterialien und zeitgenössischer Fachliteratur abgeglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der beiden zentralen Werke Frederiks sowie eine Untersuchung, wie gezielt "rechtes" Gedankengut und DDR-Propagandamaterial in die Berichterstattung über Herbert Wehner einflossen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Herbert Wehner, Hans Frederik, politische Diffamierung, Stasi-Verbindungen, KPD-Vergangenheit und das Wirken von Publikationen in der rechts-orientierten Presse.
Die Arbeit zeigt auf, dass die Aussagen von Karl Mewis von Frederik gezielt instrumentalisiert wurden, um Wehner als Verräter zu brandmarken, obwohl die Aussagen selbst widersprüchlich waren und keinen Nachweis für Frederiks Thesen lieferten.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Frederiks Motivation primär ökonomisch und politisch opportunistisch war; er agierte als Vermittler von Informationen für verschiedene politische Gruppierungen, um seinen Lebensunterhalt und seinen Verlag zu finanzieren.
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