Diplomarbeit, 1998
78 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Geschlechterverhältnis auf dem Arbeitsmarkt
2.1 Geschlechtsspezifische Arbeitsmarktsegregation
2.1.1 Rahmenbedingungen
2.1.2 Erklärungsansätze
2.2 Geschlechtsspezifische Lohndifferenzen
2.2.1 Rahmenbedingungen
2.2.2 Erklärungsansätze
3. Management
3.1 Begriffliche Klärung
3.2 Organisationstheoretische Perspektive
3.2.1 Allgemeine Grundsätze
3.2.2 Wissenschaftliches Management
3.2.3 Organisation und Sexualität
4. Managementkonzepte - ein Rückblick
4.1 Traditionelle Handwerksproduktion
4.2 Fordismus/Taylorismus und moderne Massenproduktion
4.3 Toyotismus
5. Neue Managementkonzepte
5.1 Lean Management
5.2 Business Reengineering
5.3 Human Resource Management
5.4 Partizipative Managementansätze
5.4.1 Allgemeine Grundsätze
5.4.2 Vom Qualitätszirkel zur Gruppenarbeit
6. Alternative Arbeits- und Managementkonzepte
6.1 Frauennetzwerke
6.2 Telearbeit
7. Praktische Auswirkungen neuer Managementkonzepte am Beispiel des Dienstleistungssektors
7.1 Einzelhandel
7.2 Kreditgewerbe
8. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern neue Management- und Produktionskonzepte im Zuge der wirtschaftlichen Transformation neue Chancen oder zusätzliche Barrieren für Frauen auf dem Arbeitsmarkt schaffen. Im Fokus steht dabei die Analyse der geschlechtsspezifischen Arbeitsmarktsegregation unter dem Einfluss veränderter Unternehmenskulturen.
3.2.2 Wissenschaftliches Management
Organisationsprinzipien haben die Aufgabe, die in der Praxis vorhandene Komplexität der Gestaltungsprobleme zu reduzieren; sie alleine reichen aber nicht aus, um die gewünschte Effizienz zu erreichen - dazu ist eine Methode notwendig (Kieser 1993). Frederick W. Taylor war derjenige, der als Erste im späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert das in den Naturwissenschaften erprobte wissenschaftliche Experiment in der Managementlehre angewandt hat (vgl. March/Simon 1976). Mit Hilfe des Experiments als Methode hat Taylor versucht, die einzelnen Tätigkeiten des Arbeiters wissenschaftlich zu analysieren, um das Input-Output-Verhältnis möglichst effizient zu gestalten (vgl. Scott 1986). Was dabei rauskam, war ein System strategischer Gestaltungsziele mit folgenden „Geboten“ (Kieser 1993):
• Trennung von Hand- und Kopfarbeit (der Arbeiter darf nicht seine Arbeitsabläufe planen, weil die Menschen von Natur aus faul seien und jede Möglichkeit der Drückebergerei nutzen);
• Pensum und Bonus (Motivationsprämien für vorgesehene Leistung);
• Auslese und Anpassung der Arbeiter (Selektionsmechanismus - die Arbeiter sollen nur die Tätigkeiten ausführen, zu denen sie am besten geeignet sind);
• Die Versöhnung zwischen Arbeitern und Management durch Herrschaft von Experten (Aufhebung der Konflikte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern durch „rationale Wirtschaft“, Gewerkschaften überflüssig).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wendepunkt der westlichen Wirtschaft und den Bedarf an neuen Produktionskonzepten, wobei der Fokus auf die Auswirkungen für Frauen gelegt wird.
2. Geschlechterverhältnis auf dem Arbeitsmarkt: Dieses Kapitel analysiert die theoretischen Hintergründe der geschlechtsspezifischen Segregation und die Ursachen für Lohnunterschiede auf dem Arbeitsmarkt.
3. Management: Es erfolgt eine begriffliche Klärung des Managements sowie eine organisationstheoretische Einordnung, inklusive einer kritischen Sicht auf die Rolle der Sexualität in Organisationen.
4. Managementkonzepte - ein Rückblick: Ein Rückblick auf die Entwicklung von der Handwerksproduktion über den Fordismus/Taylorismus bis hin zum Toyotismus bildet das historische Fundament der Untersuchung.
5. Neue Managementkonzepte: Dieses zentrale Kapitel behandelt moderne Ansätze wie Lean Management, Business Reengineering, HRM und partizipative Managementmodelle.
6. Alternative Arbeits- und Managementkonzepte: Hier werden Frauennetzwerke und Telearbeit als moderne Alternativen und deren Rolle für die Position von Frauen diskutiert.
7. Praktische Auswirkungen neuer Managementkonzepte am Beispiel des Dienstleistungssektors: Die Arbeit prüft die Anwendung der Konzepte am Beispiel des Einzelhandels und des Kreditgewerbes und bewertet deren Folgen für weibliche Beschäftigte.
8. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Chancen und Barrieren, die sich durch den Wandel für Frauen ergeben.
Managementkonzepte, Produktionskonzepte, Frauen, Arbeitsmarktsegregation, Geschlechterverhältnis, Lohndifferenz, Lean Management, Business Reengineering, Human Resource Management, Partizipation, Gruppenarbeit, Telearbeit, Dienstleistungssektor, Arbeitsbedingungen.
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen neuer Management- und Produktionskonzepte auf die berufliche Situation von Frauen und analysiert, ob diese Ansätze zu einer Gleichstellung beitragen oder bestehende Barrieren verschärfen.
Die Arbeit verknüpft organisationssoziologische Theorien mit arbeitsmarktpolitischen Fragen, insbesondere in Bezug auf geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, Hierarchien und moderne Rationalisierungsstrategien.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen modernen, oft als geschlechtsneutral dargestellten Managementkonzepten und der faktischen Benachteiligung von Frauen aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und sozialwissenschaftliche sowie organisationstheoretische Ansätze in einen praktischen Kontext setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Managementlehre (Taylorismus, Fordismus, Toyotismus), die Analyse neuer Konzepte (Lean Management, BPR, HRM) und deren praktische Überprüfung im Dienstleistungssektor.
Management, Arbeitsteilung, Arbeitsmarktsegregation, Lean Management, Geschlechterverhältnis, Empowerment, Telearbeit und Organisationsstruktur.
Der Sektor wurde gewählt, weil er im Gegensatz zur traditionellen Industrie einen hohen Frauenanteil aufweist und somit die Auswirkungen neuer Konzepte auf die weibliche Erwerbstätigkeit besonders deutlich sichtbar macht.
Der Autor warnt davor, Telearbeit als universelle Lösung für Frauen anzusehen, da die Gefahr einer Abwertung dieser Arbeitsplätze und einer Doppelbelastung besteht, wenn diese nicht sozialpolitisch abgesichert sind.
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