Masterarbeit, 2013
84 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Kommodifizierende Comics
2.1 Amar Chitra Katha – Beginn einer Traditionslinie
2.2 Diamond Comics, Raj Comics und Virgin Comics – Eine Tradition wird vorangetrieben
2.3 Die neuen Akteure hinduistisch kommodifizierender Comicbuchschaffender
2.4 Die Kriegspropagandacomics von AAN und Digital War Comics
2.5 Comics im kulturellen Gedächtnis
3. Expressionistische Comics
3.1 Entwicklungen und Inhalte im expressionistischen Comic
3.2 Kari und A Gardener in the Wasteland – Tabubrecher im indischen Comic
4. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, inwieweit indische Comics gesellschaftliche Strukturen widerspiegeln und welche Rückwirkungen sie auf diese ausüben, wobei insbesondere der Wandel des Marktes seit 2006 und das Aufkommen neuer Akteure beleuchtet werden.
2. Kommodifizierende Comics
Obwohl sich der indische Comicmarkt hoch divers gestaltet, ist dennoch ein großer Anteil der Publikationen in Hindumythologie und indischer Geschichte verankert. Dies ist ein Phänomen durch das dem indischen Comicmarkt, in einem weltweiten Vergleich, eine gewisse Einzigartigkeit zugesprochen werden kann. Zwar beschäftigen sich Comics auch in anderen Nationen mit Religion und Geschichte, aber bei weitem nicht in der Dimension wie es im indischen Comic getan wird. Wie kein anderes Medium zuvor hat der Comic an dem was in Indien als hinduistisch oder indisch verstanden wird, tiefe Spuren hinterlassen. Er ist ein Mittel einer hinduistischen und indischen Kommodifizierung eines kulturellen Erbes. Zudem ist er an translokalen Prozessen der Bedeutungsartikulation partizipierend und konstruiert eine hinduistische und vor allem indische Identität, die den tatsächlichen Realitäten Indiens nicht standhalten kann. Seit den 1970er Jahren ist es besonders der Comicverlag Amar Chitra Katha gewesen, der ein konkretes Bild von Hinduismus und Nation transportierte, welches eine post-nehruvianische Leserschaft ansprach, die sich überwiegend aus der neu entstandenen Mittelschicht konstituierte und sich als eine Art Lenker der Nation empfand. Dieses Bild ist auch noch heute existent und zeigt sich in einer Fülle von Arbeiten, die sich selbst als Bildungsmedien verstehen und in eine Traditionslinie zu ACK stellen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Medium Comic ein, skizziert das persönliche Interesse des Autors am indischen Comicmarkt und definiert die zentralen Tendenzen der Arbeit.
2. Kommodifizierende Comics: Dieses Kapitel analysiert ökonomisch orientierte Comics, die Kultur und Geschichte hinduistisch sowie national geprägt vermitteln und dabei bestehende Machtstrukturen stützen.
3. Expressionistische Comics: Hier werden Arbeiten vorgestellt, die sich künstlerisch frei mit gesellschaftskritischen Themen befassen und bewusst von etablierten Traditionen abgrenzen.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Entwicklung des indischen Comicmarktes zusammen und betont die Bedeutung der beiden identifizierten Tendenzen für die zukünftige kulturelle Auseinandersetzung.
Indische Comics, Amar Chitra Katha, Hindunationalismus, Kommodifizierung, Graphic Novel, kulturelles Gedächtnis, Indische Identität, Comicjournalismus, Hinduismus, Propagandacomics, Maskulinität, Gesellschaftskritik, Autorcomics, Digitale Distribution, Postkolonialismus
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des indischen Comicmarktes und untersucht, wie Comics als Medium zur Konstruktion von Identität, Geschichte und gesellschaftlichen Werten in Indien beitragen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Spannung zwischen kommodifizierenden Comics (die Tradition und Nation betonen) und expressionistischen Comics (die systemkritische und gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen).
Das Ziel ist es zu verstehen, wie Comics die indische Gesellschaft widerspiegeln, welche Identitätsbilder sie erzeugen und wie politische sowie ökonomische Interessen diese Inhalte beeinflussen.
Der Autor nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse, verknüpft mit der Theorie des kulturellen Gedächtnisses nach Jan Assmann, um die narrativen und bildlichen Strategien der Comics zu dekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Verlagen wie Amar Chitra Katha, Raj Comics und Vimanika sowie die Analyse neuerer expressionistischer Autoren-Graphic-Novels, die Themen wie Kaste, Sexualität und politische Gewalt behandeln.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Indische Identität, Hindunationalismus, Kommodifizierung, Comicjournalismus und kulturelle Hybridisierung.
Während kommodifizierende Comics Hinduismus als festes, nationales Erbe und Bildungsmedium inszenieren, wird er in den expressionistischen Werken hinterfragt, dekonstruiert oder in einen sozialkritischen Kontext gesetzt.
Viele indische Comicserien, insbesondere im Bereich der Superhelden und des Kriegspropaganda-Genres, adaptieren ästhetische und strukturelle Elemente aus US-amerikanischen Comics, um diese für den indischen Kontext und die Zielgruppe der Mittelschicht zu "indianisieren".
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