Bachelorarbeit, 2014
102 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
1.1 Themenhinführung
1.2 Erkenntnisinteresse, Fragestellung und Zielsetzung
1.3 Relevanz für die Berufspraxis der Sozialen Arbeit
1.4 Aufbau der Arbeit, methodisches Vorgehen und inhaltliche Eingrenzung
2 Der menschliche Körper und seine Bedeutung für Individuum und Gesellschaft
2.1 Der Körperbegriff – ‚Körper-Sein‘ und ‚Körper-Haben‘
2.2 Ausgewählte Positionen zur Soziologie des Körpers
2.2.1 Der Körper als Naturphänomen
2.2.2 Der zivilisierte Körper
2.2.3 Der disziplinierte und kontrollierte Körper
2.2.4 Der Körper als Kapital
2.3 Der Körper als Produkt und Produzent von Gesellschaft
3 Der Körper innerhalb moderner westlicher Gesellschaften
3.1 Die strukturelle Beschaffenheit moderner westlicher Gesellschaften
3.2 Auswirkungen auf den individuellen und gesellschaftlichen Stellenwert des Körpers sowie die Umgangsweisen damit
3.3 Werte, Normen, Normalität
3.4 Aktuelle gesellschaftliche Körpernormen
3.4.1 Funktionalität/Leistungsfähigkeit
3.4.2 Gesundheit
3.4.3 Ästhetik/Schönheit
3.5 Das Körperbild moderner westlicher Gesellschaften – der ‚normale‘ Körper
4 Der abweichende Körper
4.1 Behinderung/Beeinträchtigung
4.1.1 Unterschiedliche Perspektiven auf das Phänomen Behinderung
4.1.2 Definition körperliche Beeinträchtigung
4.2 Charakteristik der Normabweichung und deren gesellschaftliche Wahrnehmung und Bewertung
4.2.1 Funktionalität/Leistungsfähigkeit
4.2.2 Gesundheit
4.2.3 Ästhetik/Schönheit
4.3 Gesellschaftliche Einstellungen gegenüber Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen
5 Gesellschaftliche Stigmatisierungsprozesse gegenüber Menschen mit abweichenden, beeinträchtigten Körperstrukturen
5.1 Der Körper als Stigma
5.2 Diskriminierung und Exklusion
5.2.1 Diskriminierungs- und Exklusionsprozesse im Kontext gesellschaftlicher Funktionssysteme
5.2.2 Übergeordnete Diskriminierungs- und Exklusionsaspekte
5.3 From wonder to error – Vernichtungstendenzen
5.3.1 Dämonologisierung, Freaks und Monster
5.3.2 Verwissenschaftlichung, Medizinisierung und Pathologisierung von Abweichung und ‚Anders-Sein‘
5.3.3 Moderne Biomedizin
5.4 Aktuelle gesellschaftliche Situation von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen
6 Schlusskapitel
6.1 Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und Beantwortung der Fragestellung
6.2 Relevanz und Schlussfolgerungen für die Soziale Arbeit
6.3 Ausblick und Reflexion
Die Bachelor-Thesis untersucht, inwiefern die strukturelle Beschaffenheit und die normative Ausrichtung moderner westlicher Gesellschaften Stigmatisierungsprozesse gegenüber Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen begünstigen. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Mechanismen der Abwertung zu analysieren und kritisch zu beleuchten.
3.4.1 Funktionalität/Leistungsfähigkeit
Leistung ist als ein durch Aufwand geschaffener Wert zu verstehen, als aufgewendete Energie oder verrichtete Arbeit – kurz als Gütemassstab, anhand dessen der individuelle Aufwand und das jeweilige Ergebnis ins Verhältnis gesetzt und bewertet werden (vgl. Sauter/Gerlinger 2012: 46).
Gegenwärtige hoch- oder postindustrielle Gesellschaften sind durch eine enorme Leistungsorientierung geprägt (vgl. Thimm 2006: 27). Flasspöhler (2011: 112) spricht von einer „Hochleistungsgesellschaft“, innerhalb welcher der Mensch sich statt über persönliche Neigungen oder Bedürfnisse über seine Leistung definiert. Seit klein auf wird uns vor Augen geführt, dass wir nur geliebt, gelobt und akzeptiert werden, wenn wir uns anstrengen, erfolgreich sind, gewinnen – wenn wir leisten. So werden heute bereits Säuglinge und Kleinkinder gezielt gefördert und regelmässigen Prüfungen ihres motorischen oder kognitiven Entwicklungsstandes unterzogen und in der Schule werden Kinder einzig und allein aufgrund ihrer erbrachten Leistung bewertet und selektioniert (vgl. Flasspöhler 2011: 112; Thimm 2006: 28). Eine folgenschwere Selektion, die Auskunft über den gesellschaftlichen Wert und Nutzen einer Person gibt und somit über die Positionierung des Individuums innerhalb der Gesellschaft bestimmen kann. In heutigen individualisierten, enttraditionalisierten Gesellschaften – dies wurde in vorhergehenden Kapiteln deutlich – ist jede und jeder selbst für diese gesellschaftliche Positionierung verantwortlich. Man muss sie erwerben und erarbeiten, sie sich durch erbrachte Leistungen verdienen (vgl. Thimm 2006: 27).
Am deutlichsten zum Ausdruck kommt die starke Leistungsorientierung heutiger Gesellschaften in der Arbeitswelt. Eine zunehmende Orientierung am globalen Marktgeschehen führte zu tiefgreifenden arbeitsmarktlichen Reorganisations- und Umwälzungsprozessen. Aufgrund ökonomischer Interessen (Produktionssteigerung, Gewinnmaximierung etc.) wurden die Arbeitsverhältnisse einer weitreichenden Prekarisierung und Flexibilisierung sowie verschärften Wettbewerbsbedingungen unterworfen (vgl. Abraham/Müller 2010: 21; Pongratz 2004: 9).
1 Einleitung: Die Arbeit begründet die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Stigmatisierungsprozessen bei Menschen mit abweichenden Körperstrukturen durch persönliche Motivation und berufliche Erfahrung.
2 Der menschliche Körper und seine Bedeutung für Individuum und Gesellschaft: Das Kapitel erläutert, wie der Körper in der Soziologie als zentrales Identitätsprojekt verstanden wird und wie er durch Disziplinierung und Kontrolle zum gesellschaftlichen Kapital geformt wird.
3 Der Körper innerhalb moderner westlicher Gesellschaften: Hier werden die strukturellen Merkmale der Moderne sowie die normativen Anforderungen an den Körper (Leistung, Gesundheit, Schönheit) definiert, die das Ideal des ‚Normalkörpers‘ bestimmen.
4 Der abweichende Körper: Das Kapitel widmet sich der Definition körperlicher Beeinträchtigung und zeigt auf, warum Menschen, die nicht dem ‚Normalkörper‘ entsprechen, negativ bewertet werden.
5 Gesellschaftliche Stigmatisierungsprozesse gegenüber Menschen mit abweichenden, beeinträchtigten Körperstrukturen: Dieses Kapitel analysiert Diskriminierung, Exklusion und moderne Vernichtungstendenzen wie die Biomedizin als Reaktion auf die Abweichung von Körpernormen.
6 Schlusskapitel: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, formuliert Relevanzen für die Soziale Arbeit und reflektiert über die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wertewandels.
Körper, Gesellschaft, Stigmatisierung, Behinderung, Beeinträchtigung, Normalität, Leistungsfähigkeit, Gesundheit, Schönheit, Diskriminierung, Exklusion, Soziale Arbeit, Körperkapital, Biomedizin, Normabweichung
Die Thesis untersucht, wie moderne westliche Gesellschaften durch ihre strukturelle Beschaffenheit und ihre Körpernormen Prozesse der Stigmatisierung gegenüber Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen erzeugen und aufrechterhalten.
Die Arbeit behandelt die Soziologie des Körpers, gesellschaftliche Normen wie Leistungsfähigkeit und Schönheit, sowie Diskriminierungs- und Exklusionsmechanismen in Funktionssystemen wie Bildung und Arbeitsmarkt.
Inwiefern begünstigen die strukturelle Beschaffenheit sowie die normative Ausrichtung moderner westlicher Gesellschaften und das daraus resultierende gesellschaftliche Körperbild Stigmatisierungsprozesse gegenüber Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen?
Es handelt sich um eine auf Literatur gestützte Theoriearbeit, die makrotheoretische Ansätze (u.a. Elias, Foucault, Bourdieu) nutzt, um gesellschaftliche Zusammenhänge zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert, warum bestimmte Körper als ‚abweichend‘ gelten und wie dieser ‚Makel‘ innerhalb von gesellschaftlichen Systemen zu Diskriminierung und der Unterordnung unter ein ‚Heilsversprechen‘ biomedizinischer Kontrolle führt.
Zentrale Begriffe sind Körperkapital, Normalisierung, Stigmatisierung, soziale Exklusion, Leistungsgesellschaft und der ‚Normalkörper‘.
Die Arbeit zeigt auf, dass Medizin und Biomedizin heute eine zentrale Rolle bei der Normalisierung spielen, indem sie abweichende Körper pathologisieren und durch Technologien versuchen, diese zu ‚reparieren‘ oder ihr Auftreten zu verhindern.
Sozialarbeitende sind gefordert, über die individuumzentrierte Versorgung hinauszugehen und sich advokatorisch für Inklusion und den Abbau exkludierender gesellschaftlicher Strukturen einzusetzen.
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