Masterarbeit, 2013
205 Seiten, Note: 1,0
1 Aktuelle Eindrücke aus dem gesellschaftlichen Leben Kenias
1.1 Motivation zur Untersuchung des Sozialkapitals in Kenia
1.2 Formulierung der Forschungsfragen und Beschreibung des Vorgehens
2 Sozialkapital: theoretische und empirische Erkenntnisse
2.1 Eine begriffliche Einordnung
2.1.1 Beziehungen in sozialen Netzwerken
2.1.2 Vertrauen
2.1.3 Soziale Kohäsion
2.1.4 Regierungsführung
2.2 Zur Bedeutung von Sozialkapital für Kenia
2.3 Sozialkapital in Post-Konfliktregionen
3 Der Untersuchungsgegenstand Kenia
3.1 Konflikte, Ethnizität und Binnenflucht in Afrika
3.2 Kurzer historischer und politischer Abriss Kenias
3.3 Die politischen Unruhen 2007/2008
3.4 Die Post-Konfliktära
4 Empirische Untersuchung
4.1 Datenmaterial
4.1.1 Quantitative Daten: Afrobarometer
4.1.2 Qualitative Daten: Interviews
4.2 Ergebnisse
4.2.1 Vertrauen
4.2.2 Soziale Kohäsion
4.2.3 Regierungsführung
5 Konklusion
5.1 Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick
5.2 Schlussbetrachtung
Ziel der Arbeit ist die Analyse des Sozialkapitalbestands in Kenia nach den politischen Unruhen 2007/2008 sowie die Untersuchung eines möglichen Wandels unter besonderer Berücksichtigung direkt betroffener Binnenvertriebener.
3.1 Konflikte, Ethnizität und Binnenflucht in Afrika
Innerstaatliche Konflikte, die mit Gewalt einhergehen, sind im 21. Jahrhundert keine Seltenheit. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat die Anzahl an Bürgerkriegen und ethnisch motivierten Kriegen dramatisch an Zuwachs gewonnen. Dieser Trend hat sich bis in die Gegenwart fortgesetzt. Ein Großteil der innerstaatlichen Kriege wird in Entwicklungsländern ausgetragen (Bonacker & Imbusch, 2010). Die Globalisierung hat eine neue Weltordnung hervorgebracht, die die Welt in zwei Zonen aufteilt: eine Zone des Friedens und eine Zone des Konflikts (Varshney, 2001). Dies liegt vor allem an dem sozialen Wandel und der damit einhergehenden Polarisierung in Arm und Reich, die sich nach Beendigung des Kalten Krieges vollzogen hat (Frech, 2005). Die Bevölkerungsveränderung in Subsahara-Afrika erhöht zudem den Bedarf an natürlichen Ressourcen und steigert somit den Konkurrenzkampf zwischen einzelnen Gruppen.
Nicht nur geographisch kann eine Veränderung der Kriege in Form der Verlagerung der Kriegsschauplätze festgestellt werden, sondern auch die Form der Kriege hat sich geändert. Mary Kaldor prägte in diesem Zusammenhang den Begriff der „neuen Kriege“, der im deutschsprachigen Raum vor allem in Herfried Münkler einen Vertreter fand. Die Theorie der neuen Kriege geht davon aus, dass sich nach dem Ost-West-Konflikt neue Erscheinungsformen von Kriegen herausgebildet haben. Ein typisches Merkmal dieser neuen Kriege sind asymmetrische Kampfweisen, bei denen die Zivilbevölkerung ins Kampfgeschehen eingebunden wird (Frech, 2005). Hierbei kommt es zur Auflösung von Regeln und Normen, anomische Zustände herrschen vor. Außerdem verringern sich zwischenstaatliche Kriege aufgrund der Veränderung globaler Rahmenbedingungen. An ihre Stelle treten vermehrt „Staatszerfallskriege“ (Frech, 2005, S. 23).
1 Aktuelle Eindrücke aus dem gesellschaftlichen Leben Kenias: Einleitung in die Thematik der Unruhen, Motivation der Forschungsarbeit und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.
2 Sozialkapital: theoretische und empirische Erkenntnisse: Theoretische Fundierung des Sozialkapitalbegriffs sowie dessen Dimensionen und Wirkungsweise in Post-Konfliktregionen.
3 Der Untersuchungsgegenstand Kenia: Historische und politische Analyse der Konfliktdynamiken in Kenia mit Fokus auf die Unruhen 2007/2008 und die Post-Konfliktära.
4 Empirische Untersuchung: Methodische Beschreibung der quantitativen und qualitativen Datenerhebung sowie detaillierte Auswertung der Forschungsergebnisse zu den Themen Vertrauen, soziale Kohäsion und Regierungsführung.
5 Konklusion: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen, Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung sowie die praktische Relevanz.
Sozialkapital, Kenia, politische Unruhen, ethnische Konflikte, Binnenvertriebene, Vertrauen, soziale Kohäsion, Regierungsführung, Post-Konfliktära, Identität, Tribalismus, Afrobarometer, Empowerment, Reintegration, Friedenskonsolidierung.
Die Arbeit untersucht den Bestand und den Wandel von Sozialkapital in Kenia als Folge der politischen Unruhen 2007/2008 und betrachtet dabei insbesondere die Lebensumstände von Binnenvertriebenen.
Die Schwerpunkte liegen auf Vertrauen (kognitive Ebene), sozialer Kohäsion und der Effektivität der Regierungsführung in einem durch ethnische Spannungen geprägten Land.
Das Ziel ist festzustellen, ob sich das Sozialkapital durch die gewaltsamen Ereignisse verändert hat und wie sich dieses auf das Zusammenleben der verschiedenen ethnischen Volksgruppen auswirkt.
Die Autorin nutzt einen methodischen Mix aus quantitativer Datenanalyse (Afrobarometer) und qualitativen Interviews, um eine tiefgreifende Untersuchung der sozialen Dynamiken zu ermöglichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Sozialkapitalkonzepts, eine historische Kontextualisierung der kenianischen Konfliktsituation sowie die detaillierte empirische Analyse der gesammelten Daten.
Wichtige Begriffe sind Sozialkapital, ethnische Spaltung, Vertrauensverlust, Regierungsführung, Binnenflucht und soziale Kohäsion.
Die Ergebnisse zeigen, dass Binnenvertriebene eine stärkere Isolation und einen massiven Vertrauensverlust erleben, was sie oft dazu zwingt, sich aus dem gesellschaftlichen Leben in ethnisch homogene Schutzräume zurückzuziehen.
Ethnizität fungiert sowohl als identitätsstiftendes Merkmal als auch als Polarisierungsfaktor, der in Zeiten politischer Krisen das Vertrauen in Institutionen und andersethnische Mitbürger systematisch untergräbt.
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