Diplomarbeit, 2011
59 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Anatomie und Physiologie des Blutegels
1.2 Das Nervensystem von Hirudo
1.3 Blutzusammensetzung von Hirudo
1.4 Wirkung von Aufbewahrungsmedien auf isolierte Segmentganglien
1.5 Fragestellung
2 Material und Methoden
2.1 Bezug und Haltung der Blutegel
2.2 Präparation und Aufbewahrung der Segmentganglien
2.3 Aufbewahrungsmedien
2.4 Testlösungen
2.5 Mikroelektroden
2.6 Baderdung
2.7 Messapparatur und Versuchsaufbau für die Elektrophysiologie
2.8 Elektrophysiologische Versuchsprotokolle
2.8.1 Ruhemembranpotential und Aktionspotentiale von Retzius- und Leydig-Neuronen
2.8.2 Membranpotential von Neuropil-Gliazellen
2.8.3 Kurzfristige Effekte von Malat-Blutersatzlösung auf Neuronen
2.8.4 Wirkung von erhöhter extrazelluläre K+-Konzentration auf Retzius-Neuronen
2.8.5 Wirkung von Serotonin auf Retzius-Neuronen
2.8.6 Wirkung von Kainat auf Retzius-Neuronen
2.9 Mikroskopie
2.10 Datenauswertung
3 Ergebnisse
3.1 Elektrophysiologische Versuche
3.1.1 Ruhemembranpotential und Aktionspotentiale der Retzius-Neuronen
3.1.2 Ruhemembranpotential und Aktionspotentiale der Leydig-Neuronen
3.1.3 Membranpotential der Neuropil-Gliazelle
3.1.4 Kurzfristige Effekte von Malat-Blutersatzlösung auf Neuronen
3.1.5 Wirkung von erhöhter extrazelluläre K+-Konzentration auf Retzius-Neuronen
3.1.6 Wirkung von Serotonin auf Retzius-Neuronen
3.1.7 Wirkung von Kainat auf Retzius-Neuronen
3.2 Morphologische Veränderungen der Segmentganglien
3.2.1 Konsistenz und mechanische Eigenschaften
3.2.2 Eintrübung der Bindegewebskapsel
4 Diskussion
4.1 Zielsetzung der Arbeit & Zusammenfassung der Versuchsergebnisse
4.2 Stoffaufnahme und Energiestoffwechsel in Segmentganglien des Blutegels
4.3 Die Hypothese der anaplerotische Aufnahme organischer Säurereste
5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Bedeutung verschiedener Blutbestandteile für die Aufrechterhaltung der elektrophysiologischen Funktionen und die strukturelle Integrität isolierter Segmentganglien des Blutegels Hirudo verbana über mehrere Tage hinweg.
1.2 Das Nervensystem von Hirudo
Das Zentralnervensystem (ZNS) des Blutegels ist segmentiert und wird als Variante des Strickleiternervensystems aufgefasst. Es besteht aus 34 Ganglien, von denen die ersten 6 zu einem Kopfganglion und die letzten 7 zu einem Analganglion verschmolzen sind. Die restlichen 21 Ganglien bilden als Segmentganglien das Bauchmark, das im ventralen Blutgefäß des Tieres lokalisiert ist. Die Segmentganglien sind durch paarige Konnektive und den Faivre'schen Nerv miteinander sowie durch 2 Paare von Seitenwurzeln mit ihren Effektororganen verbunden. Jedes Segmentganglion lässt sich einem Körpersegment zuordnen. Das Nervensystem ist unvaskularisiert, wird aber aufgrund seiner Lage ständig von Blut umspült (Sawyer 1986).
Die einzelnen Segmentganglien haben einen Querschnitt von ~500 µm und sind stereotyp aufgebaut. Das Ganglion als ganzes ist von einer Bindegewebskapsel umgeben. Die ~ 400 außen liegenden Neuronzellkörper sind in 6 Paketen angeordnet, die neben Neuronen je eine große, stark verzweigte Packetgliazelle und eine Vielzahl von Mikrogliazellen enthalten. Das Neuropil im Inneren des Ganglions enthält Axone und Dendriten der Neuronen, die hier synaptische Kontakte ausbilden, sowie zwei große, verzweigte Neuropil-Gliazellen. Von diesem schematischen Aufbau weichen lediglich das fünfte und sechste Segmentganglion, die die Geschlechtsorgane innervieren, mit insgesamt ~ 700 Neuronen ab.
1 Einleitung: Vermittelt die anatomischen und physiologischen Grundlagen des Blutegels und erläutert den aktuellen Forschungsstand zu dessen Nervensystem und Metabolismus.
2 Material und Methoden: Beschreibt detailliert die Präparationsschritte, die Zusammensetzung der verwendeten Nährmedien sowie die elektrophysiologischen Messverfahren und mikroskopischen Untersuchungsmethoden.
3 Ergebnisse: Präsentiert die erhobenen Daten zu Membranpotentialen und morphologischen Veränderungen unter verschiedenen experimentellen Bedingungen in chronologischer Abfolge.
4 Diskussion: Interpretiert die Versuchsergebnisse im Hinblick auf den Energiestoffwechsel und bewertet die Hypothese einer anaplerotischen Aufnahme organischer Säurereste.
5 Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die lebensverlängernde Wirkung von Malat und Pyruvat auf isolierte Ganglien kurz und prägnant zusammen.
Hirudo verbana, Segmentganglion, Retzius-Neuron, Leydig-Neuron, Ruhemembranpotential, Aktionspotential, Malat, Pyruvat, Energiestoffwechsel, Anaplerose, Elektrophysiologie, Bindegewebskapsel, Neuropil, Serotonin, Kainat
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der Kultivierungsbedingungen für isolierte Segmentganglien des Blutegels, um deren elektrophysiologische Aktivität und strukturelle Integrität über einen längeren Zeitraum im Labor zu erhalten.
Die zentralen Felder sind die Neurobiologie der Hirudinea, die Elektrophysiologie neuronaler Zellen, der Energiestoffwechsel in Nervengewebe und die Bedeutung organischer Säuren für die Zellvitalität.
Das Ziel ist die Identifizierung von Nährmedien-Komponenten, die die Lebensdauer und Funktionsfähigkeit der Neuronen in den isolierten Ganglien des Blutegels signifikant verlängern können.
Es werden elektrophysiologische Messungen mittels Mikroelektroden zur Ableitung von Membranpotentialen sowie lichtmikroskopische Analysen zur Untersuchung der strukturellen Gewebeveränderungen durchgeführt.
Der Hauptteil dokumentiert die Messreihen zum Ruhemembranpotential unter verschiedenen Medien (NSL, Glukose, Pyruvat, Malat), die Reaktion auf Neurotransmitter wie Serotonin und Kainat sowie die morphologische Degeneration der Gewebestruktur über 10 Tage.
Hirudo verbana, Elektrophysiologie, Malat-Blutersatzlösung, Energiestoffwechsel, Neuronen-Vitalität, Segmentganglien.
Die Kapsel schützt das neuronale Gewebe, und ihre Transparenz sowie mechanische Konsistenz dienen im Experiment als Indikatoren für den Gesundheitszustand der isolierten Ganglien.
Malat erwies sich als die effektivste Komponente, um sowohl die elektrophysiologische Aktivität als auch die strukturelle Stabilität der Segmentganglien über einen Zeitraum von bis zu 8 Tagen zu erhalten.
Die Hypothese geht davon aus, dass die isolierten Ganglien externe organische Säurereste wie Malat oder Pyruvat direkt in den Citratzyklus aufnehmen können, um ihren Energiebedarf zu decken, wenn die Glukoseverwertung eingeschränkt ist.
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