Diplomarbeit, 2001
157 Seiten, Note: 2
1. Einleitung und Problemstellung
2. Was sind Avatare?
3. Theoretischer Hintergrund und Forschungsgegenstand
3.1 Das Konzept der parasozialen Interaktion
3.2 Abgrenzung parasozialer Beziehungen von parasozialen Interaktionen
3.3 Verständnis parasozialer Beziehungen im Rahmen dieser Arbeit
3.4 Das vorherrschende Verständnis von parasozialen Beziehungen in der empirischen Forschung am Beispiel der Parasocial-Interaction-Scale
3.5 Ausgewählte Erklärungszusammenhänge zur Entstehung parasozialer Beziehungen: das Standardset
3.6 Hypothesen und Forschungsfragen über parasoziale Beziehungen zu Star-Avataren in ausgewählten Erklärungszusammenhängen
4. Untersuchungsmethode
4.1 Online-Befragung als Untersuchungsmethode
4.2 Aufbau des Fragebogens, Operationalisierung und Erläuterung der Erhebungsinstrumente
4.3 Durchführung
5. Ergebnisse
5.1 Spezifizierung der Stichprobe
5.2 Beschreibung der Stichprobe anhand soziodemografischer und auf die Internetnutzung bezogener Merkmale
5.3 Interaktionsgeschichte, parasoziale Beziehung und Beziehungsqualitäten
5.4 Überprüfung der Hypothesen und Forschungsfragen über parasoziale Beziehungen zu Star-Avataren
6. Interpretation und Diskussion
6.1 Cyber-Starlets
6.2 Parasoziale Beziehungen zu Star-Avataren differenziert betrachtet
6.3 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen parasozialer Beziehungen zu sogenannten "Star-Avataren" im Internet. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie diese künstlichen, medial vermittelten Figuren als soziale Bezugspersonen in das Beziehungsnetzwerk von Nutzern integriert werden, welche Rolle das Medium Internet dabei spielt und durch welche Faktoren diese Beziehungen geprägt sind.
Was sind Avatare?
Was ist unter dem Begriff „Avatar“ zu verstehen? Eine durch die Literatur geleitete Begriffsbestimmung fällt nicht leicht, da der Begriff in den einschlägigen Publikationen innerhalb der Wissenschaft und Popularwissenschaft sehr unterschiedlich interpretiert wurde.
Die Vielfalt der unterschiedlichen Begriffsbestimmungen kann durch eine historische Betrachtung des „Avatar“-Begriffs systematisiert werden. Die Bezeichnung „Avatar“ stammt ursprünglich aus dem Hinduismus und bezeichnet eine Gottheit, die sich vorübergehend zu den Menschen herabgelassen hat (Klussmann, 2000).
Von Programmierern wurde der Begriff Anfang 1980 aufgegriffen und für virtuelle Stellvertreter von Menschen verwendet, welche in Simulationsspielen des US-amerikanischen Militärs im Internet-Vorläufer Arpanet eingesetzt wurden (Schmidt, 1998). Populär wurde der Begriff durch den erfolgreichen Science-Fiction Roman „Snowcrash“ von Stephenson (1995), in welchem sich „die Romanfiguren in Form von ‚Avataren‘ (virtuellen Identitäten) zum Chat, Flirt und Gesellschaftsspielen, etc. treffen.“ (Schmidt, 1998, o. S.). Im Zuge der zunächst akademischen und dann zunehmend zivilen Nutzung des Internet und der gleichzeitigen Entstehung erster virtueller Chat-Räume, wurde der Begriff Avatar auf den persönlichen Stellvertreter eines Nutzers im Internet übertragen (vgl. ebd.).
Einleitung und Problemstellung: Einführung in die Thematik der Star-Avatare als neue Form medialer Bezugspersonen und Formulierung der zentralen Forschungsfragen.
Was sind Avatare?: Historische und begriffliche Einordnung sowie Systematisierung des Avatar-Begriffs vom technischen Stellvertreter hin zu komplexen medialen Persönlichkeiten.
Theoretischer Hintergrund und Forschungsgegenstand: Auseinandersetzung mit dem Konzept der parasozialen Interaktion und Übertragung auf die neue Mediensituation des Internets.
Untersuchungsmethode: Erläuterung der technischen Umsetzung und Durchführung der Online-Befragung sowie der Operationalisierung der theoretischen Konstrukte.
Ergebnisse: Detaillierte Darstellung der Stichprobendaten und Auswertung der Zusammenhänge zwischen Internetnutzung, Avatar-Interaktionen und Beziehungsqualität.
Interpretation und Diskussion: Diskussion der empirischen Ergebnisse im theoretischen Kontext sowie Einordnung des Phänomens "Star-Avatar".
Star-Avatare, parasoziale Interaktion, parasoziale Beziehungen, Internetnutzung, Online-Befragung, Beziehungsqualitäten, Realitätseinschätzung, Interaktionshistorie, Medienpsychologie, digitale Identität, mediale Inszenierung, Nutzermotive, Idolfunktion, virtuelle Charaktere, Cyber-Starlets.
Die Arbeit befasst sich mit parasozialen Beziehungen, die Nutzer zu sogenannten Star-Avataren (virtuellen Persönlichkeiten wie Lara Croft oder E-Cyas) aufbauen.
Die Untersuchung verknüpft medienpsychologische Theorien zur parasozialen Interaktion mit dem technologischen und sozialen Kontext moderner Avatare im World Wide Web.
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob Star-Avatare als soziale Bezugspersonen fungieren, wie diese Beziehungen beschaffen sind und welche Rolle das Internet bei deren Entstehung spielt.
Der Autor führt eine empirische, quantitative Untersuchung mittels einer Online-Befragung durch, bei der Nutzer von Star-Avataren befragt werden.
Neben der theoretischen Fundierung werden Hypothesen über Einflussfaktoren (z.B. Computer-Performance, soziodemografische Merkmale) aufgestellt und durch die statistische Auswertung der Umfragedaten überprüft.
Wichtige Begriffe sind Star-Avatare, parasoziale Interaktion, mediale Beziehungsdimension, Realitätseinschätzung und Internet-Nutzungsmotive.
Die Arbeit legt dar, dass die subjektive Einschätzung, wie realistisch ein Avatar wahrgenommen wird, eine wesentliche Bedingung für den Aufbau einer intensiven parasozialen Bindung ist.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Interaktivität und der medienübergreifenden Verfügbarkeit des Avatars, was neue Formen der Charakterkonstruktion und des Beziehungsaufbaus im Vergleich zu klassischen Fernsehfiguren ermöglicht.
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