Masterarbeit, 2014
92 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Filmische Darstellungen von Geschichte
2.1. Die verschiedenen Genres
2.1.1. Filmdokumente
2.1.2. Dokumentarfilme
2.1.3. Spielfilme
2.2. Die Frage der Authentizität
2.3. Die Geschichte als Projektion der Gegenwart
2.4. Der Einfluss von Filmen auf das aktuelle Geschichtsbild
3. Die Verwendung von Filmen im Geschichtsunterricht
3.1. Wie und wann werden Filme im Unterricht verwendet?
3.2. Der didaktische Mehrwert
3.3. Die problematischen Aspekte
4. Die Bedeutung der Nationalgeschichte in der Schweiz
4.1. Die Mythen der Schweizer Geschichte
4.2. Der Wandel in der Schweizer Geschichtsschreibung
4.3. Die Schweizer Geschichte im Unterricht
5. Der Themenmonat „Die Schweizer“
5.1. Die Ziele des Themenmonats
5.2. Die Methoden der Geschichtsvermittlung
5.3. Der Inhalt der Folgen
5.3.1. Folge 1: Die Schlacht am Morgarten - Werner Stauffacher
5.3.2. Folge 2: Haudegen und Heiliger - Hans Waldmann und Niklaus von Flüe
5.3.3. Folge 3: Der General, der die Schweiz rettete - Guillaume Henri Dufour
5.3.4. Folge 4: Kampf um den Gotthard - Alfred Escher und Stefano Franscini
5.4. Die Diskussion in der Öffentlichkeit
5.4.1. Das Fehlen der Frauen
5.4.2. Personifizierung
5.4.3. Nationalgeschichte
5.4.4. Darstellungsform
5.5. Analyse der öffentlichen Diskussion
6. Eine Umfrage bei Geschichtslehrpersonen
6.1. Methode
6.2. Ergebnisse
6.3. Analyse der Ergebnisse
7. Die Verwendung der vier Dokufiction-Filme im Unterricht
7.1. Für welche Themen eignen sich die Folgen?
7.1.1. Folge 1: Die Schlacht am Morgarten - Werner Stauffacher
7.1.2. Folge 2: Haudegen und Heiliger - Hans Waldmann und Niklaus von Flüe
7.1.3. Folge 3: Der General, der die Schweiz rettete - Guillaume Henri Dufour
7.1.4. Folge 4: Kampf um den Gotthard - Alfred Escher und Stefano Franscini
7.2. Ideen für die Verwendung im Unterricht
7.2.1. Erforschung von vorhandenen Mythen
7.2.2. Figurenvergleich zwischen Waldmann und von Flüe
7.2.3. Gegenüberstellung von Liberalen und Konservativen
7.2.4. Quellenanalyse zum Bau der Gotthardbahn und Bezug zur Aktualität
8. Fazit
Die Masterarbeit untersucht, wie nationale Geschichte in den vier Dokufiction-Filmen des Schweizer Fernsehens zum Themenmonat „Die Schweizer“ (November 2013) dargestellt wird, warum dieses Thema in der Schweiz intensive Diskussionen auslöst und wie diese Filme didaktisch sinnvoll im Geschichtsunterricht eingesetzt werden können.
2.3. Die Geschichte als Projektion der Gegenwart
Nicht nur im Film, sondern auch ganz allgemein ist jegliche Geschichtsdarstellung durch die Umstände der Zeit, in der sie entstanden ist, geprägt. Dies betrifft einerseits die Lücken in der Geschichtsüberlieferung, die gefüllt werden müssen, aber auch die Interpretation der überlieferten Fakten. Das gleiche Ereignis wird so von unterschiedlichen Personen, die jeweils verschieden geprägt sind und auf variierendes Vorwissen zurückgreifen, niemals genau gleich dargestellt. Die Einflussfaktoren sind zum Teil individuell, zum Teil gesellschaftlich und ideologisch geprägt. Die Darstellung von Geschichte ist immer eine Konstruktion und sagt oft mehr über die Zeit aus, in der sie entstanden ist, als über die Zeit, die sie beschreibt. Unter Einbezug dieses Aspekts kann es so etwas wie eine „historische Realität“ nicht geben. Auch zeitgenössische Darstellungen von Ereignissen zeigen diese oft auf unterschiedliche Weise. Die Geschichte wird also aus einer Ansammlung von subjektiven Quellen konstruiert.
Ein Film kann also nie zeigen, wie es wirklich war. Er kann aber eine spezifische, subjektive Wahrnehmung einer Situation darstellen und die Deutung dieser und somit das Geschichtsbild der Filmemacher aufzeigen. Da es keine übergeordnete objektive Realität gibt, kommt ein solcher subjektiver Blickwinkel der Wirklichkeit am nächsten. Filme, die mit dem Anspruch kommen, die Wirklichkeit darzustellen, müssen daran scheitern. Sie können höchstens von sich behaupten, eine Wirklichkeit zu rekonstruieren. Dies gilt sowohl für Spiel- als auch für Dokumentarfilme.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die mediale Debatte um die Dokufiction-Serie „Die Schweizer“ ein und skizziert das Forschungsziel, die Darstellung von Nationalgeschichte sowie den didaktischen Einsatz der Filme zu analysieren.
2. Filmische Darstellungen von Geschichte: Dieses Kapitel erläutert verschiedene filmische Genres wie Filmdokumente, Dokumentarfilme und Spielfilme, reflektiert die Frage der Authentizität und analysiert Geschichte als Konstruktion sowie deren Einfluss auf das Geschichtsbild.
3. Die Verwendung von Filmen im Geschichtsunterricht: Hier wird der Einsatz von Filmen im Unterricht thematisiert, wobei didaktische Mehrwerte (wie Anschaulichkeit) sowie problematische Aspekte (wie die Überlagerung von Fakten durch emotionale Bilder) kritisch beleuchtet werden.
4. Die Bedeutung der Nationalgeschichte in der Schweiz: Dieses Kapitel analysiert die Funktion von Mythen und Nationalgeschichte für die Identitätsbildung in der Schweiz und zeigt den Wandel der Geschichtsschreibung sowie deren Vermittlung in der Schule auf.
5. Der Themenmonat „Die Schweizer“: Hier werden die Ziele, Methoden und Inhalte der Dokufiction-Serie untersucht sowie eine Analyse der breit geführten öffentlichen Debatte zur Serie (Kritik an Frauenbild, Personifizierung und Darstellungsform) präsentiert.
6. Eine Umfrage bei Geschichtslehrpersonen: Dieses Kapitel wertet eine Umfrage unter Lehrpersonen aus, um deren Einschätzung zu den Filmen und deren Einsatz im Unterricht zu erfassen.
7. Die Verwendung der vier Dokufiction-Filme im Unterricht: Basierend auf den Analysen werden konkrete Unterrichtsthemen sowie methodische Ideen für die vier Folgen der Serie entwickelt.
8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Serie zwar kontrovers diskutiert wurde, jedoch durch ihre hohe mediale Präsenz zur Reflexion über Schweizer Geschichte und Identität angeregt hat und mit didaktischer Begleitung als wertvolles Unterrichtsmittel dienen kann.
Schweizergeschichte, Nationalgeschichte, Dokufiction, Geschichtsunterricht, Identität, Mythen, Geschichtsdarstellung, Medienkompetenz, Film, Authentizität, Erinnerungskultur, Werner Stauffacher, Hans Waldmann, Niklaus von Flüe, Guillaume Henri Dufour.
Die Arbeit untersucht die Darstellung nationaler Geschichte in der Dokufiction-Serie „Die Schweizer“ des Schweizer Fernsehens aus dem Jahr 2013 sowie deren didaktische Nutzbarkeit im Geschichtsunterricht.
Die zentralen Felder sind die filmische Inszenierung von Geschichte, die Bedeutung der Schweizer Nationalgeschichte inklusive ihrer Mythenbildung sowie der reflektierte Einsatz audiovisueller Medien im schulischen Kontext.
Ziel ist es, zu analysieren, wie nationale Geschichte filmisch vermittelt wird und ob und wie diese Filme von Lehrpersonen zur Förderung eines kritischen Geschichtsbewusstseins im Unterricht eingesetzt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse der fachdidaktischen Literatur zum filmischen Geschichtsverständnis, einer Untersuchung der öffentlichen Debatte über die Serie und einer empirischen Umfrage unter Geschichtslehrpersonen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Filmgattungen, die Rolle der Nationalgeschichte für die Identität der Schweiz, eine detaillierte Analyse der Serie inklusive der medialen Kritik sowie praktische didaktische Vorschläge für den Unterricht.
Zu den zentralen Begriffen gehören Schweizergeschichte, Nationalgeschichte, Dokufiction, Mythen, Identität, Geschichtsdarstellung, Medienkompetenz und historisches Lernen.
Kritiker monieren, dass Stauffacher eine weitgehend fiktive Figur ist, über deren historische Taten kaum gesicherte Quellen existieren, und dass die Darstellung die Schlacht am Morgarten als historischen Fakt festigt, anstatt den Mythencharakter transparent zu machen.
Die Hauptkritik richtete sich gegen die massive Unterrepräsentation oder das komplette Fehlen von Frauen als historische Akteurinnen in der Serie, was als zeitlich nicht mehr angemessene Geschichtsdarstellung wahrgenommen wurde.
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