Bachelorarbeit, 2013
47 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Bildungsungleichheit in Deutschland - Stand und Entwicklung
II.1 Begriffsbestimmungen
II.1.1 Bildungsungleichheit
II.1.2 Soziale Herkunft
II.2 Aufbau des deutschen Bildungssystems
II.3 Aktueller Forschungsstand
II.3.1 Die Geschichte der Bildungsungleichheit in Deutschland
II.3.2 Die PISA-Studie und ihre Ergebnisse in Bezug auf Bildungsungleichheit
III. Theorien zur Bildungsungleichheit
III.1 Ansätze der Rational-Choice-Theorie
III.1.1 Das Modell von Raymond Boudon
III.1.1.1 Der primäre Herkunftseffekt
III.1.1.2 Der sekundäre Herkunftseffekt
III.1.1.3 Das statistische Modell von Raymond Boudon
III.1.2 Die Wert-Erwartungstheorie nach Hartmut Esser
III.1.3 Die Humankapitaltheorie
III.2 Der Ansatz Pierre Bourdieus
III.2.1 Die Theorie der sozialen Praxis
III.2.1.1 Der Habitus und der soziale Raum
III.2.1.2 Die Kapitalarten
III.2.2 „Die Illusion der Chancengleichheit“
III.2.2.1 Bildungsprivileg und Bildungschancen
III.2.2.2 Die Aufrechterhaltung der Ordnung
IV. Fazit und Kritik
Diese Arbeit erörtert die Situation der Bildungsungleichheit in Deutschland und begründet diese anhand zentraler soziokultureller Theorien und Modelle. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, warum in einer modernen Gesellschaft wie der deutschen im 21. Jahrhundert weiterhin Chancenungleichheit in Bezug auf Bildung entsteht und welche Rolle die soziale Herkunft dabei spielt.
III.1.1.1 Der primäre Herkunftseffekt
Unter dem primären Herkunftseffekt werden individuelle bzw. familiäre Ressourcen gezählt, die es Kindern aus höheren Sozialschichten ermöglichen, Fertigkeiten zu erlangen, welche für die Schule von Vorteil sind. Die soziale Herkunft bewirkt als kultureller Effekt in den Sozialschichten, dass die Kinder aufgrund ihrer sozialen Herkunft ungleich auf die Schullaufbahnen und somit im Bildungssystem verteilt werden. Dieser kulturelle Effekt besteht nach dem aktuellen Stand der Sozialisations- und Bildungsforschung darin, dass die Sozialschichten in der Vermittlung von Sprachkultur, in der Lern- und Bildungsaspiration hin zum selbstregulierten Handeln und Lernen sowie in den habitualisierten Lerngewohnheiten unterscheiden, sodass sich zwangsläufig aufgrund sozialer Unterschiede in der außerschulischen Vorbildung herkunftsbedingte Ungleichheiten bei den Voraussetzungen für die Schulbildung und den daran geknüpften Startchancen beim Beginn des Bildungsverlaufs von Kindern ergeben. Damit stellen die kulturellen Effekte Lernbedingungen und Lernchancen dar, die vom familiären Hintergrund mitgegeben werden. Kinder aus höheren Sozialschichten erhalten infolge der Erziehung, Ausstattung und gezielten Förderung im Elternhaus eher Fähigkeiten, Motivationen und Aspirationen, die in der Schullaufbahn vorteilhaft sind.
Somit stellt der primäre Herkunftseffekt nichts anderes als die Korrelation des sozialen Status des Elternhauses mit dem kulturellen Niveau und der sozialen Distanz zur höheren Bildung dar und infolgedessen ist der Bildungserfolg der Familien mit niedrigerem Sozialstatus weitaus limitierter, da deren kulturelle Ausstattung meist weitaus begrenzter ausfällt.
I. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Problematik der Bildungsungleichheit in Deutschland, verweist auf die Relevanz der sozialen Herkunft für den Bildungserfolg und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
II. Bildungsungleichheit in Deutschland - Stand und Entwicklung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, erklärt die Grundstruktur des deutschen Bildungssystems und fasst den historischen Kontext sowie die Ergebnisse der PISA-Studien zusammen.
III. Theorien zur Bildungsungleichheit: Hier werden theoretische Erklärungsmodelle – insbesondere die Rational-Choice-Theorie, die Humankapitaltheorie und der Ansatz von Pierre Bourdieu – detailliert analysiert und kritisch hinterfragt.
IV. Fazit und Kritik: Das abschließende Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen, bewertet die aktuelle bildungspolitische Situation in Deutschland und präsentiert Ansätze zur Verbesserung der Bildungschancen.
Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, PISA-Studie, Rational-Choice, primärer Herkunftseffekt, sekundärer Herkunftseffekt, Humankapital, Pierre Bourdieu, Habitus, soziales Kapital, kulturelles Kapital, Bildungsexpansion, Chancengleichheit, Bildungssoziologie, Bildungschancen.
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und der Reproduktion von Bildungsungleichheit in Deutschland unter Einbeziehung soziologischer Theorien.
Zentrale Themen sind der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, die Analyse von Bildungsentscheidungen und die kritische Auseinandersetzung mit dem deutschen Schulsystem.
Das Ziel ist es, die Entstehung von Chancenungleichheit im Bildungswesen theoretisch zu begründen und zu hinterfragen, warum Bildungserfolge so stark an die soziale Herkunft gekoppelt bleiben.
Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine theoretische Analyse, bei der existierende Modelle der Bildungssoziologie (z.B. Boudon, Esser, Bourdieu) vorgestellt und auf ihre Erklärungskraft hin kritisch untersucht werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des deutschen Bildungssystems samt PISA-Daten sowie eine umfassende Darstellung soziologischer Theorien zur Bildungsgerechtigkeit.
Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Rational-Choice, Humankapital, Pierre Bourdieu, Bildungssoziologie und Chancengleichheit.
Der primäre Herkunftseffekt bezieht sich auf die bereits vor der Schulzeit durch die Familie erworbenen kognitiven und kulturellen Ressourcen, während der sekundäre Effekt elterliche Bildungsentscheidungen aufgrund von Kosten-Nutzen-Abwägungen beschreibt.
Bourdieu sieht die Schule nicht als neutralen Ort, sondern als Institution, die kulturelle Privilegien legitimiert und durch pädagogische Kommunikation die bestehende Sozialordnung reproduziert.
Der Text argumentiert, dass das Betreuungsgeld Kinder von frühkindlichen Bildungseinrichtungen fernhält und damit bildungsbenachteiligten Kindern den Start in eine erfolgreiche Bildungskarriere erschwert.
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