Bachelorarbeit, 2013
41 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die theoretischen Grundlagen der Finanzmarktinstabilitätshypothese
2.1 Minskys Interpretation von Keynes
2.1.1 Das „Wall Street Paradigma“
2.1.2 Die Rolle der fundamentalen Unsicherheit
2.1.3 Portfoliowahl und Liquiditätspräferenz
2.1.4 Die Theorie der Investition
2.2 Die Finanzierungsstruktur ökonomischer Akteure
2.3 Die Rolle von Finanzinstitutionen
2.3.1 Schumpeters Theorie wirtschaftlicher Entwicklung
2.3.2 Die Theorie des endogenen Geldangebots
2.3.3 Finanzinnovationen und Money Manager-Kapitalismus
3. Die Hypothese finanzieller Instabilität
3.1 Expansionsphase
3.2 Kontraktion
3.3 Implikationen für die Wirtschaftspolitik
3.3.1 Big Government
3.3.2 Big Bank und Finanzmarktregulierung
3.4 Grenzen der Wirtschaftspolitik
4. Die Anwendung auf die Finanzkrise von 2007
4.1 Das Wirtschaftsmodell bis in die 1970er Jahre
4.2 Die Entfaltung des Money Manager-Kapitalismus
4.3 Die US-Finanzkrise aus Sicht von Minsky
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Relevanz der "Finanzmarktinstabilitätshypothese" (FIH) von Hyman P. Minsky zur Erklärung der US-Finanzkrise von 2007. Ziel ist es, den systemimmanenten Charakter von Finanzkrisen durch die von Minsky beschriebenen Kreditzyklen und die Transformation des Kapitalismus zu verdeutlichen, um die Krise als systemisches Versagen statt als exogenen Schock zu interpretieren.
2.1.2 Die Rolle der fundamentalen Unsicherheit
Minsky zufolge ist die Einführung der Unsicherheit in die makroökonomische Theoriebildung eine der wichtigsten Leistungen von Keynes, so dass er zu folgendem Schluss kommt: „Keynes without uncertainty is something like Hamlet without the Prince“ (1975, S. 57). In der neoklassischen Theorie ist die Entscheidungsfindung ein rein formaler Prozess, in dem sämtliche Alternativen herangezogen und deren Barwerte unter Beachtung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertet werden können (vgl. Akerlof und Shiller 2009, S. 32). Keynes postuliert hingegen, dass Investoren keine wahrscheinlichkeitsbasierten Aussagen über die Profitabilität eines geplanten Investitionsprojekts treffen können. Stattdessen handeln Investoren unter fundamentaler Unsicherheit. Die Resultate hängen häufig von nicht vorhersehbaren Umständen in relativ ferner Zukunft ab (vgl. Keen 2011, S. 226). Keynes beschreibt Unsicherheit wie folgt:
„By uncertain knowledge … I do not mean merely to distinguish what is known for certain from what is only probable. The game of roulette is not subject, in this sense, to uncertainty. … [T]he expectation of life is only slightly uncertain. … The sense in which I am using the term is that in which the prospect of a European war is uncertain, or the price of copper and the rate of interest twenty years hence, or the obsolescence of a new innovation. About these matters there is no scientific basis on which to form any calculable probability whatever. We simply do not know.” (1937, S. 213f.)
Unsicherheit spielt bei (a) den Finanzierungstrukturen der Wirtschaftsakteure sowie (b) auf Finanzmärkten eine hervorzuhebende Rolle (vgl. Minsky 1975, S. 67).
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Minsky-Theorie im Kontext der Finanzkrise 2008 und Darlegung der zentralen Fragestellung.
2. Die theoretischen Grundlagen der Finanzmarktinstabilitätshypothese: Erläuterung der theoretischen Basis, insbesondere Minskys Keynes-Interpretation, der Investitionstheorie und der Bedeutung von Finanzierungsstrukturen.
3. Die Hypothese finanzieller Instabilität: Beschreibung des systemischen Zyklus aus Expansionsphase, zunehmender Fragilität und drohender Kontraktion sowie staatlicher Eingriffsmöglichkeiten.
4. Die Anwendung auf die Finanzkrise von 2007: Analyse der US-Finanzkrise unter Berücksichtigung des Wandels zum Money Manager-Kapitalismus und der Rolle von Finanzinnovationen.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit von Minskys Theorie auf die aktuelle Krise und Diskussion notwendiger Modifikationen sowie politischer Implikationen.
Finanzmarktinstabilitätshypothese, Hyman P. Minsky, Finanzkrise 2007, Money Manager-Kapitalismus, Ponzi-Finanzierung, Unsicherheit, Kreditzyklus, Spekulation, Immobilienmarkt, Schuldendeflation, Finanzinnovationen, Risikoaversion, Liquiditätspräferenz, Zentralbank, Regulierung
Die Arbeit analysiert die US-Finanzkrise von 2007 auf Basis der theoretischen Modelle des Ökonomen Hyman P. Minsky, um deren systemische Ursachen aufzuzeigen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung des modernen Kapitalismus, Finanzierungsstrukturen, die Rolle von Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen und die Dynamik von Kreditzyklen.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Finanzkrise 2007 kein zufälliges Ereignis war, sondern ein Ergebnis systemimmanenter Instabilitäten, wie sie Minsky in seiner Hypothese beschreibt.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Minskys Literatur, moderne ökonomische Modelle und historische Daten zur Entwicklung der US-Finanzwirtschaft kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Minskys Hypothese und deren konkrete Anwendung auf die Marktentwicklungen in den USA ab den 1970er Jahren bis zur Krise 2007.
Die wichtigsten Begriffe sind Finanzmarktinstabilitätshypothese, Ponzi-Finanzierung, Money Manager-Kapitalismus, Verschuldungsgrad, Kreditzyklus und systemische Fragilität.
Minsky definiert Ponzi-Akteure als Akteure, deren laufende Einkünfte nicht für den Zins- und Tilgungsdienst ausreichen, was das Finanzsystem extrem anfällig für Zinsschwankungen und Preisrückgänge macht.
Es ist ein von Minsky abgeleitetes Paradigma, das die Vernetzung von Finanzströmen und Produktion in einer monetären Wirtschaft betont, anstatt von einem idealisierten Gleichgewichtsmodell auszugehen.
Bei der abgesicherten Finanzierung decken die Cashflows Zins und Tilgung vollständig ab, während bei spekulativer Finanzierung in der Anfangsphase lediglich Zinsen gezahlt werden können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

