Masterarbeit, 2014
78 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Grundlagen zum Liquiditätsrisikomanagement
2.1 Grundüberlegungen zum Liquiditätsrisiko
2.1.1 Verwendung der Begriffe Liquidität und Risiko
2.1.2 Entstehungsursachen von Liquiditätsrisiken
2.1.3 Definition des Liquiditätsrisikos
2.1.4 Interdependenzen zwischen Erfolgs- und Liquiditätsrisiken
2.2 Darstellung des bankbetrieblichen Risikomanagements im Kontext einer ertragsorientierten Banksteuerung
3 Anforderungen an ein bankbetriebliches Liquiditätsrisikomanagement
3.1 Betriebswirtschaftliche Anforderungen
3.1.1 Grundlegende Ziele und Aufgaben des betriebswirtschaftlichen Liquiditätsrisikomanagements
3.1.2 Dispositives Liquiditätsrisikomanagement
3.1.3 Strukturelles Liquiditätsrisikomanagement
3.1.4 Risikokalküle eines ertragsorientierten Liquiditätsrisikomanagements
3.2 Bankaufsichtliche Anforderungen
3.2.1 Notwendigkeit und Ziele der bankaufsichtlichen Liquiditätsregulierung
3.2.2 Liquiditätsregulierung im nationalen Aufsichtsrecht
3.2.2.1 Quantitative Liquiditätsnormen der Liquiditätsverordnung
3.2.2.2 Qualitative Liquiditätsnormen der Mindestanforderungen an das Risikomanagement
3.2.3 Liquiditätsregulierung durch Basel III
4 Kritische Darstellung von Ansätzen zur Liquiditätsrisikomessung in Banken
4.1 Entwicklung der Anforderungskriterien zur Beurteilung der Liquiditätsrisikomessansätze
4.2 Bankinterne Ansätze zur Messung von Liquiditätsrisiken
4.2.1 Liquiditätsablaufbilanz
4.2.2 Liquidity at Risk
4.2.3 Liquidity Value at Risk
4.3 Bankaufsichtliche Instrumente zur Liquiditätsrisikomessung
4.3.1 Kennziffer gemäß Standardansatz der Liquiditätsverordnung
4.3.2 Liquiditätsrisikomessung im Rahmen von Basel III
4.3.2.1 Liquidity Coverage Ratio
4.3.2.2 Net Stable Funding Ratio
4.3.2.3 Überwachungsinstrumente
4.4 Gesamtbeurteilung der dargestellten Ansätze zur Liquiditätsrisikomessung
5 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse bankinterner und bankaufsichtlicher Ansätze zur Messung des Liquiditätsrisikos. Ziel ist es, unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Anforderungen an ein ertragsorientiertes Liquiditätsrisikomanagement zu prüfen, inwieweit diese Messmethoden geeignet sind, die Zahlungsfähigkeit zu sichern und gleichzeitig Rentabilitätspotenziale zu erschließen.
4.2.2 Liquidity at Risk
Der Liquidity at Risk (LaR) ist ein statistischer Ansatz zur Messung des dispositiven Liquiditätsrisikos in Banken. Der LaR bezeichnet den maximalen Auszahlungsüberschuss, der innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (Konfidenzniveau) nicht überschritten wird. Ziel des LaR ist die institutsspezifische Quantifizierung des Zahlungsunfähigkeitsrisikos auf Zahlungsstromebene zur Sicherung der täglichen Zahlungsbereitschaft und für einen wirtschaftlichen Einsatz der Liquiditätsreserven.
Der vorgestellte Ansatz von Zeranski zur Ermittlung des LaR basiert auf historisch beobachteten Nettomittelabflüssen, die mittels einer Methode der Extremwerttheorie ausgewertet werden. Durch die Verwendung der Extremwerttheorie können über die historischen Daten hinaus Aussagen über Wahrscheinlichkeiten von extremen Ausprägungen gemacht werden.
Zur Ermittlung des LaR ist der Aufbau einer Datenhistorie notwendig, die sich aus den geschäftstäglich ermittelten Nettomittelabflüssen ergibt. Entsprechend eines zu wählenden Betrachtungszeitraums können die autonomen Auszahlungsüberschüsse aus der Datenhistorie entnommen werden. Auf dessen Basis werden besonders hohe und noch nicht beobachtete Nettomittelabflüsse geschätzt. Dies erfolgt dadurch, dass die Nettomittelabflüsse ab einer bestimmten Höhe (Schwelle) durch eine theoretische Verteilung approximiert werden. Durch die Nutzung des extremwert-basierten Ansatzes werden lediglich die seltenen, aber extremeren Beobachtungen am Verteilungsrand der Nettomittelabflüsse benutzt.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Liquiditätsrisikomanagements als existenziellen Faktor für Banken und begründet die Notwendigkeit einer kritischen Untersuchung im Kontext der Regulierung durch Basel III.
2 Grundlagen zum Liquiditätsrisikomanagement: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, identifiziert die Ursachen von Liquiditätsrisiken aus der Transformationsfunktion und ordnet das Risikomanagement in die ertragsorientierte Banksteuerung ein.
3 Anforderungen an ein bankbetriebliches Liquiditätsrisikomanagement: Hier werden sowohl betriebswirtschaftliche Ziele als auch aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen vorgestellt, die als Beurteilungskriterien für Messmethoden dienen.
4 Kritische Darstellung von Ansätzen zur Liquiditätsrisikomessung in Banken: Der Hauptteil analysiert bankinterne (Liquiditätsablaufbilanz, LaR, LVaR) und aufsichtliche (LCR, NSFR, Überwachungsinstrumente) Messansätze und bewertet deren Erfüllung der betriebswirtschaftlichen Anforderungen.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden kritischen Würdigung der Untersuchungsergebnisse und betont die Bedeutung individueller bankinterner Verfahren gegenüber rein regulatorischen Vorgaben.
Liquiditätsrisiko, Liquiditätsrisikomanagement, Basel III, Liquiditätsablaufbilanz, Liquidity at Risk, Liquidity Value at Risk, LCR, NSFR, Zahlungsunfähigkeitsrisiko, Liquiditätsfristentransformationsrisiko, Ertragsorientierte Banksteuerung, Bankenregulierung, Risikomessung, Liquiditätsreserve, Refinanzierungskosten.
Die Arbeit untersucht kritisch, wie Banken ihre Liquiditätsrisiken messen und steuern, insbesondere unter der Spannung zwischen betriebswirtschaftlichem Rentabilitätsstreben und regulatorischen Vorgaben wie Basel III.
Die Themen umfassen die betriebswirtschaftliche Steuerung der Liquidität, die Abgrenzung von Zahlungsunfähigkeits- und Transformationsrisiken sowie die Analyse verschiedener bankinterner und aufsichtsrechtlicher Messinstrumente.
Das Ziel ist die kritische Würdigung bestehender Messverfahren hinsichtlich ihrer Fähigkeit, sowohl das Zahlungsunfähigkeitsrisiko als auch das Liquiditätsfristentransformationsrisiko adäquat abzubilden.
Die Autorin wählt einen analytischen Ansatz, bei dem sie aus den theoretischen Anforderungen ein Kriteriensystem entwickelt und die Messverfahren (bankintern sowie aufsichtsrechtlich) einzeln gegen diese Kriterien prüft und kritisch würdigt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse bankinterner Verfahren (Liquiditätsablaufbilanz, LaR, LVaR) und bankaufsichtlicher Instrumente (LCR, NSFR) sowie deren abschließende Gesamtbewertung in einer vergleichenden Übersicht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Liquiditätsrisikomanagement, Basel III, LCR, NSFR, Liquidity at Risk und die Unterscheidung in dispositive und strukturelle Liquidität geprägt.
Die Unterscheidung ist essentiell, da sich das Zahlungsunfähigkeitsrisiko auf die kurzfristige Zahlungsfähigkeit auswirkt, während das Transformationsrisiko eher die langfristige Erfolgs- und Vermögensebene sowie die Refinanzierungskosten betrifft.
Die Autorin erkennt in LCR und NSFR zwar Fortschritte bei der Standardisierung, kritisiert jedoch, dass diese Kennzahlen die spezifischen betriebswirtschaftlichen Anforderungen an ein ertragsorientiertes Management nicht vollumfänglich erfüllen können.
Der Standardansatz wird als zu starr kritisiert, da er auf Stichtagsbetrachtungen basiert und keine Prognosen über künftige, fremdbestimmte Zahlungsströme einbezieht, wodurch institutsindividuelle Gegebenheiten ignoriert werden.
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