Bachelorarbeit, 2013
83 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Quellen
3 Interpretationsansätze
3.1 Der Begriff der Entfremdung
3.2 Der Begriff der „Verwandlung“
3.3 Verwandlung, Tierfiguren und das Tierverständnis in der europäischen und brasilianischen Kultur
3.4 Der Wandel des Tierverständnisses in der westlichen Kultur
3.5 Die Wirkung des Blickes des Tieres auf den Menschen
3.6 Grundlegende Annahmen über das Verhältnis zwischen dem Mensch und dem Tier und der Ökofeminismus
3.6.1 Frauen und Tiere in der patriarchalischen Weltordnung
3.6.2 Die Frau und das Tier in einem gegenseitigen Geflecht aus Unterdrückungen
3.7 Die Genderanalyse nach Donna Haraway
3.8 Der philosophische Stil Deleuzes und Guattaris
3.8.1 Tierwerden als Ausweg aus der menschlichen Unmündigkeit
4 Untersuchungen
4.1 A Cidade Sitiada (Die belagerte Stadt / Von Traum zu Traum)
4.1.1 Das Verständnis von Objekt und Subjekt
4.1.2 „Für eine kleine Literatur“ und die Rolle Lucrécias
4.1.3 Die ödipale Rolle Lucrécias
4.1.4 Die weibliche Identität von Lucrécia
4.1.5 Der Prozess des Überfließens bei Clarice Lispector
4.1.6 Wie Lispector auf das Pferd kam
4.2 O búfalo (Der Büffel)
4.3 Der Roman Die Frau in den Kissen
4.3.1 Der Blick des Tieres und der Prozess der Verwandlung
4.3.2 Appell an die Menschlichkeit und Umweltzerstörung
4.3.3 Charakterisierung der Gräfin
4.3.4 Die Rolle des Tigers bei Kronauer
4.3.5 Die Beziehung zwischen dem Wolf und der Frau
4.3.6 Verwandlung – Augen – Hüllen
4.4 Tageslauf mit Unterbrechung und Gegner
4.5 Der nouveau roman und unterschiedliche Erzählweisen von Clarice Lispector und Brigitte Kronauer
5 Schlussfolgerungen und Fazit
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, die literarischen Funktionen der Tiermetamorphose im Werk von Clarice Lispector und Brigitte Kronauer unter Einbeziehung des historischen und kulturellen Kontextes sowie philosophischer und ökofeministischer Ansätze zu untersuchen.
Die Wirkung des Blickes des Tieres auf den Menschen
Während wir heute das Auge als wesentlich passives Organ ansehen, das ähnlich wie eine Lochkamera funktioniert, ist die archaische Vorstellung die, der Mensch taste seine Umgebung mit den Blicken ab, von denen eine aktive Wirkung ausgehe. Erinnerungen an diese archaischen Vorstellungen sind Ausdrücke wie „jemandes Blick ruht auf etwas“, „man spürt den Blick im Nacken“, „wenn Blicke töten könnten“ oder „ein Auge auf jemanden werfen“. Der Blick von jemandem wird durch denjenigen, der zurückblickt, mit einer gewissen Konnotation gesehen. So auch der Blick des Tieres. Wir glauben, in dem Blick des Tieres dessen augenblicklichen Gefühlszustand zu erkennen. Wir glauben, dass Tiere ihr innerliches Befinden durch ihre Augen zum Ausdruck bringen können. Durch den Blick gehe eine Wirkung vom Tier auf den Menschen über. In diesem Moment sehnt sich der Mensch, einer Bezugsperson bzw. einem Geschöpf nahe zu sein und dieses an seinem Leben teilhaben zu lassen. Diese Entwicklung ist keine, die sich erst in den letzten Jahrhunderten herauskristallisiert hat, und auch keine wesentlich neue, etwa durch die Erbauung der Zoos überwiegend im 19. Jahrhundert. Diese Entwicklungsgeschichte lässt sich an die Anfänge der Menschheit zurückverfolgen, als Menschen Wölfe einfingen, um diese als Haustiere zu halten und diese Tiere gleichzeitig als Wächter vor Einbrechern und potenziellen Gefahren dienten.
Laut dem an der Universität Lancashire wirkenden emeritierten Professor für Geschichte Steve Baker wird der Blick der Tiere mittlerweile nicht mehr als ein pures Sehen interpretiert, sondern als eine Art Aussage, die der Mensch erkennen und verstehen soll. Die Menschen interpretieren diesen Blick als Bewusstsein der Tiere. In Wirklichkeit interpretieren wir jedoch unsere eigenen Gefühle in das Tier hinein. Um diesen Gedankengang klarer werden zu lassen, wird hier auf den deutschen Lyriker Rainer Maria Rilke (1875–1926) eingegangen, der sich bereits in den frühen 1920er-Jahren mit dem Tiersein und dem Blick des Tieres beschäftigte. Er nennt hierbei den Blick eines Tieres „das Offne, das im Tiergesicht so tief ist“.
1 Einleitung: Definition des Ziels der Bachelorarbeit, nämlich die literarischen Funktionen der Tiermetamorphose bei Lispector und Kronauer im Kontext feministischer und philosophischer Theorien zu untersuchen.
2 Quellen: Vorstellung der Primärwerke von Clarice Lispector und Brigitte Kronauer und ihres jeweiligen literarischen und gesellschaftlichen Hintergrunds.
3 Interpretationsansätze: Theoretische Erörterung der Begriffe Entfremdung und Verwandlung sowie Einführung in ökofeministische Ansätze und die Theorien von Deleuze, Guattari und Haraway.
4 Untersuchungen: Detaillierte Analyse der ausgewählten Werke von Lispector und Kronauer hinsichtlich ihrer Tiermetamorphosen und der Rolle der Protagonistinnen.
5 Schlussfolgerungen und Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zum Frauenbild, zum Umgang mit der Natur und zum Stellenwert der Tiermetamorphose im Werk beider Autorinnen.
Tiermetamorphose, Clarice Lispector, Brigitte Kronauer, Ökofeminismus, Entfremdung, Verwandlung, Mensch-Tier-Verhältnis, Tierwerden, Deterritorialisierung, Feministische Literatur, Identität, Subjektivität, Naturverständnis, Donna Haraway, Deleuze und Guattari
Die Bachelorarbeit untersucht die literarische Bedeutung und Funktion von Tiermetamorphosen in den Werken von Clarice Lispector und Brigitte Kronauer.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, die philosophische Bedeutung von Entfremdung und die literarische Umsetzung des "Tierwerdens".
Das Ziel ist ein kultur-historischer Vergleich, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche Kontexte zu spezifischen Formen der Tiermetamorphose in der Literatur führen.
Die Analyse stützt sich auf einen kulturwissenschaftlichen Ansatz sowie auf philosophische Interpretationen, insbesondere von Deleuze, Guattari und feministische Theorien von Donna Haraway.
Im Hauptteil werden Werke wie "A Cidade Sitiada" und "O búfalo" von Lispector sowie "Die Frau in den Kissen" und "Tageslauf mit Unterbrechung und Gegner" von Kronauer detailliert analysiert.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Tiermetamorphose, Ökofeminismus, Entfremdung, Tierwerden und Identität.
Lispector verbindet das Tierwerden oft mit einem ursprünglichen, existenziellen Naturzugang, während Kronauer das Einswerden mit der Natur stärker als Reflexion über die Grenzen zwischen Mensch und Tier sowie als Flucht aus der Industriekultur thematisiert.
Sie dienen als theoretisches Fundament, um zu erklären, wie und warum sich Charaktere von ihrem Menschsein distanzieren und welche Bedeutung das Verschmelzen mit einem Tier für ihre psychische Verfassung hat.
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