Examensarbeit, 2003
78 Seiten, Note: 1,7
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Entwicklungspsychologische Aspekte des Spracherwerbs
2.1. Grundlagen der Montessori-Pädagogik
2.1.1. Die sensiblen Phasen der Entwicklung und die Stufen der Erziehung
2.1.2. Montessoris Theorie von der Entwicklung der Sprache im Kind
2.1.2.1. Der Mechanismus der Sprache
2.1.2.2. Der zeitliche Ablauf der Sprachentwicklung
2.2. Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung
2.2.1. Adaptation und Organisation
2.2.2. Schema
2.2.3. Äquilibration
2.2.4. Die Entwicklungsstufen
2.2.5. Die Entwicklung der Sprache im Kind nach Piaget
2.2.5.1. Nachahmung
2.2.5.2. Symbolfunktion
3. Biologische Aspekte des Spracherwerbs
3.1. Umwelt
3.2. Entwicklungsstufen der sprachlichen Entwicklung
3.3. Alter und Aphasie
3.4. Alter und Lateralisation
3.5. Physische Reifung und Wachstum
3.6. Verstehen und Sprechen
3.7. Eine Theorie der Sprachentwicklung
4. Allgemeine Aspekte des Zweitspracherwerbs
4.1. Die Beziehungen zwischen Erst- und Zweitspracherwerb
4.1.1. Difference Hypothesis
4.1.2. Similarity Hypothesis
4.1.3. Second Language Learning Device (SLLD)
4.2. Einige Theorien zum Zweitspracherwerb
4.2.1. Acquisition-Learning Distinction
4.2.2. Natural Order Hypothesis
4.2.3. Monitor Hypothesis
4.2.4. Input Hypothesis
4.2.5. Affektive Filter Hypothesis
4.2.6. Eigenschaften des optimalen Inputs und die Rolle der affektiven Filter
4.2.6.1. Alter
4.2.6.2. Output
4.2.6.3. Optimaler Input
4.2.7. Bewusstes Lernen
4.2.7.1. Bewusstes Lernen als Monitor
4.2.7.2. Einfluss des bewussten Lernens
4.2.7.3. Bewusstes Lernen als “subject-matter”
4.2.8. Fehlerkorrektur
4.3. Neuere Erkenntnisse in der Zweitspracherwerbstheorie
4.3.1. Interaktions-Hypothese
4.3.2. Output-Hypothese
5. Frühbeginnendes Fremdsprachenlernen und der Einfluss der Spracherwerbstheorie
5.1. Ziele des Fremdsprachenunterrichts
5.2. Lerninhalte
5.2.1. Stellenwert der vier Fertigkeiten für das Fremdsprachenlernen
5.2.1.1. Hörverstehen
5.2.1.2. Sprechen
5.2.1.3. Lesen
5.2.1.4. Schreiben
5.2.2. Strukturen
5.2.3.. Erworbene Einsichten und Sprachfunktionen am Ende der Grundschulzeit
5.3. Unterrichtsgestaltung
5.4. Leistungsbeurteilung
5.5. Fehlerbehandlung
5.6. Der Einsatz von Spielen im Unterricht
6. Allgemeine Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und physiologischen Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs, um deren Relevanz für das früh beginnende Fremdsprachenlernen (insbesondere Englisch an Grundschulen) zu analysieren und didaktische Schlussfolgerungen für den Unterrichtsalltag zu ziehen.
2.1.2. Montessoris Theorie von der Entwicklung der Sprache im Kind
In diesem Kapitel werde ich nun die Grundgedanken Montessoris über den Spracherwerb darlegen.
Wie vorangegangen schon angedeutet ist Montessori der Auffassung, dass das Kind die Sprache absorbiert. Die Mutter lehrt ihrem Kind nicht die Sprache, „sondern die Sprache entwickelt sich auf natürliche Weise wie eine spontane Schöpfung“ nach bestimmten Gesetzen, die für alle Kinder gleich sind. Es spielt also keine Rolle, ob die Sprachen einfach oder kompliziert sind, da alle Kinder die gleiche Entwicklung in ihrer Sprache durchmachen. Auch für die Erzeugung der Laute gibt es Gesetze. Bestimmte Werkzeuge erzeugen alle Laute, die dann wiederum Wörter bilden. Es wirken verschiedene Körperteile zusammen, um einen Mechanismus für den Erwerb einer Muttersprache aufzubauen. Kinder können sich diesen Mechanismus noch selbst aufbauen und können somit alle Sprachen ihrer Umgebung sprechen. Erwachsene können hingegen nur den Mechanismus der eigenen Sprache benutzen und sind deshalb meistens nicht in der Lage, alle Laute einer Fremdsprache zu erfassen oder sie wiederzugeben.
Montessori meint, dass sich dieser Aufbau im Unterbewusstsein des Kindes abwickelt und nicht Ergebnis einer bewussten Arbeit ist. Der Erwachsene hingegen kann nur einen bewussten Wunsch haben, eine Sprache zu lernen und er kann sie dann auch nur bewusst lernen. Der psychische Mechanismus der Sprache des Kindes beginnt also „in der tiefen Dunkelheit des Unbewussten zu wirken, dort entwickelt er sich, fixiert sich, und dann offenbart er sich.“ Die Entwicklung der Sprache vollzieht sich nicht linear, sondern sie ist sprunghaft. Die äußeren Anzeichen sind daher manchmal sehr gering, obwohl im Inneren eine große Entwicklung stattfindet. Es treten dabei auch explosionsartige Phänomene auf, wie ein plötzliches Anwachsen der Worte, ohne sichtbaren Grund und nicht durch Unterricht hervorgerufen.
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch die fundamentale menschliche Fähigkeit des Spracherwerbs und führt in die drei Hauptansätze (nativistisch, lerntheoretisch, kognitiv) sowie den Fokus auf den Zweitspracherwerb und den frühen Englischunterricht ein.
2. Entwicklungspsychologische Aspekte des Spracherwerbs: Dieser Abschnitt beleuchtet die Theorien von Maria Montessori (Bauplan, sensible Phasen) und Jean Piaget (kognitive Stadien, Adaptation, Organisation), um die kognitiven Grundlagen der kindlichen Entwicklung zu verstehen.
3. Biologische Aspekte des Spracherwerbs: Lennebergs biologische Theorie des Spracherwerbs wird hier diskutiert, wobei insbesondere der Reifungsprozess, die Rolle des Alters, die Aphasie und die Lateralisation im Gehirn im Fokus stehen.
4. Allgemeine Aspekte des Zweitspracherwerbs: Es werden zentrale Theorien und Hypothesen (z. B. Krashens Monitor-Modell, Input- und Affektive-Filter-Hypothesen) gegenübergestellt, um zu klären, wie sich der Zweitspracherwerb vom Erstspracherwerb unterscheidet.
5. Frühbeginnendes Fremdsprachenlernen und der Einfluss der Spracherwerbstheorie: Basierend auf dem Berliner Rahmenplan werden Ziele, Lerninhalte, Unterrichtsgestaltung und Fehlerbehandlung für den Englischunterricht in der Grundschule kritisch im Lichte der zuvor dargelegten Theorien analysiert.
6. Allgemeine Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die didaktische Notwendigkeit eines frühen, spielerischen Fremdsprachenbeginns, der sich an den natürlichen Spracherwerbsprozessen orientiert.
Spracherwerb, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Montessori-Pädagogik, Piaget, kognitive Entwicklung, Lenneberg, Biologische Grundlagen, Krashen, Input-Hypothese, Affektiver Filter, Fremdsprachenunterricht, Grundschule, Englischunterricht, Lernstrategien
Die Arbeit analysiert die psychologischen und biologischen Voraussetzungen, die es Kindern ermöglichen, Sprachen zu erwerben, und untersucht, wie diese Erkenntnisse effektiv in den Fremdsprachenunterricht der Grundschule integriert werden können.
Die Arbeit behandelt die Spracherwerbstheorien der Entwicklungspsychologie (Montessori, Piaget), biologische Theorien zur Sprachreifung (Lenneberg) sowie verschiedene Hypothesen zum Zweitspracherwerb, insbesondere den Einfluss von Input, Alter und affektiven Faktoren.
Das Ziel ist es, die Diskrepanzen und Gemeinsamkeiten zwischen Erst- und Zweitspracherwerb aufzuzeigen, um eine fundierte wissenschaftliche Begründung für die Einführung und methodische Gestaltung des frühen Englischunterrichts in der Grundschule zu liefern.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die einschlägige Fachliteratur aus der Entwicklungspsychologie, Linguistik und Fremdsprachendidaktik sichtet, vergleicht und mit aktuellen schulischen Rahmenplänen in Bezug setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung kognitionspsychologischer Ansätze, eine biologische Untersuchung des Spracherwerbs, eine kritische Diskussion der Zweitspracherwerbstheorien von Stephen Krashen und deren praktische Anwendung im Berliner Grundschulkontext.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Spracherwerb, Entwicklungspsychologie, Input-Hypothese, affektive Filter, frühes Fremdsprachenlernen und die Theorie des „Bauplans“ nach Montessori.
Krashen unterscheidet diese Prozesse, um zu verdeutlichen, dass natürlicher Spracherwerb unterbewusst abläuft, während „Lernen“ ein bewusster Vorgang ist, der lediglich als Monitor zur Fehlerkorrektur dienen kann, aber nicht das flüssige Sprechen auslöst.
Die Autorin argumentiert, dass ein früher Beginn ratsam ist, da jüngere Kinder unbefangen sind und über eine höhere neuronale Plastizität verfügen, während der Erwerb nach der Pubertät durch die zunehmende Lateralisation des Gehirns und psychologische Hemmschwellen erschwert wird.
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