Masterarbeit, 2014
56 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Gesetzliche Grundlagen
1.2 Aktuelle Diskussion
2 Methodische Grundlagen
2.1 Vorgehen
2.2 Risikofaktoren
3 Quantitative inverse Stresstests
3.1 Die Idee des inversen Stresstestings
3.2 Eigenkapitalanforderungen
3.3 Das erweiterte CreditMetrics-Modell nach GRUNDKE
3.3.1 Bewertung des Portfolios im Risikohorizont
3.3.2 Recovery Rate bei Ausfall einer Position
3.4 Stresstestprozedur
3.4.1 Vorgehen
3.4.2 Risikokennziffern
3.4.3 Ergebnisse
3.4.4 Interpretation der Ergebnisse
3.4.5 Zweiter inverser Stresstest zur Verbesserung der Ergebnisse in der Modellumgebung
3.4.6 Dritter Stresstest zur Problembehebung
3.5 Alternativer Ansatz
3.5.1 Vergleich der Ansätze nach GRUNDKE und DRÜEN/FLORIN
3.5.2 Vorgehen beim Ansatz von DRÜEN/FLORIN
3.5.3 Risikomessmodelle
3.5.4 Fazit des Vergleichs
4 Qualitative inverse Stresstests
4.1 Vorgehen beim qualitativen inversen Stresstest mit Fehlerbäumen
4.2 Fazit zu qualitativen inversen Stresstests
5 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Anwendung und Methodik von inversen Stresstests im Risikocontrolling von Banken. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse sowohl quantitativer Ansätze, die auf der CreditMetrics-Systematik basieren, als auch qualitativer Verfahren unter Verwendung von Fehlerbaum-Analysen, um die Widerstandsfähigkeit von Kreditinstituten gegenüber Extremszenarien kritisch zu reflektieren.
3.1 Die Idee des inversen Stresstestings
Während bei regulären Stresstests bestimmte Szenarien auf der Grundlage von historischen Daten und Expertenwissen entwickelt werden, wird beim inversen Stresstesting nach genau den Szenarien gesucht, welche die Bank an den Rand der Geschäftsunfähigkeit führen könnten. Ein Szenario ist hier als bestimmte Kombination von Realisationen der Risikoparameter definiert. Beim regulären Stresstest sind die Szenarien existent und die erwarteten Portfolioverluste werden aufgrund der Szenario-Annahmen bestimmt. Dagegen sind beim inversen Stresstest die zur Geschäftsunfähigkeit führenden Verluste bekannt und die Szenarien, welche dazu führen können, müssen ermittelt werden. Wenn ein oder mehrere Szenarien gefunden wurden, welche zu einer Gefährdung der Geschäftsfähigkeit der Bank führen können, wird das wahrscheinlichste dieser Szenarien genauer analysiert.
Nach AT 4.3.3 (3) der MaRisk können inverse Stresstests sowohl qualitativ als auch quantitativ durchgeführt werden. Hierbei wird nicht weiter definiert, was ein qualitativer Stresstest sein könnte oder wie dieser durchgeführt werden soll. Dafür wird explizit darauf hingewiesen, dass die kritische Reflexion eines Stresstests Priorität hat. Daraus lässt sich schließen, dass bei inversen Stresstests nicht diejenigen Szenarien relevant sind, welche zu einem vielfachen Überschreiten der Grenze zur Geschäftsunfähigkeit einer Bank führen, sondern die Szenarien, welche die Bank an den Rand zwischen Geschäftsfähigkeit und dem Unterschreiten der gesetzlichen Anforderungen bzw. dem Verlust der Liquidität führen können.
Inverse Stresstests stellen ein weiteres Instrument des Risikocontrollings dar, mit dem die Risikosituation der Bank genauer eingeschätzt werden kann. Sie sind zusätzlich eine geeignete Methode, um die Plausibilität der Annahmen zu den regulären Stresstests zu überprüfen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte um inverse Stresstests ein und erläutert die gesetzlichen Anforderungen sowie die wissenschaftliche Relevanz des Themas.
2 Methodische Grundlagen: Hier werden das grundlegende Vorgehen bei der Durchführung von Stresstests sowie die relevanten Risikofaktoren definiert und erläutert.
3 Quantitative inverse Stresstests: Dieses Kapitel widmet sich der technischen Modellierung inverser Stresstests mittels CreditMetrics, einschließlich der Bestimmung von Eigenkapitalanforderungen, Stresstestprozeduren und dem Vergleich mit alternativen Ansätzen.
4 Qualitative inverse Stresstests: Der Fokus liegt hier auf der Anwendung von Fehlerbäumen als qualitatives Instrument zur Modellierung und Reflexion systemischer Gefahren und des Ausfalls von Kreditinstituten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der untersuchten Modelle für die bankinterne Risikosteuerung.
Inverse Stresstests, Risikocontrolling, Basel III, MaRisk, CreditMetrics, Kreditrisiko, Portfolioanalyse, Geschäftsunfähigkeit, Eigenkapital, Fehlerbaumanalyse, Monte-Carlo-Simulation, Risikomanagement, Expected Shortfall, Value at Risk, Finanzstabilität.
Die Arbeit analysiert die Methode und praktische Umsetzung von inversen Stresstests im Bankensektor, um Risiken zu identifizieren, die ein Institut an den Rand der Geschäftsunfähigkeit führen könnten.
Die Schwerpunkte liegen auf quantitativen Modellierungsansätzen (wie CreditMetrics), der regulatorischen Einbettung durch MaRisk sowie der qualitativen Ergänzung mittels Fehlerbaumanalysen.
Das Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, mit denen Banken systematisch Szenarien identifizieren können, die ihre Kapitalpuffer gefährden, und die Plausibilität regulärer Stresstests zu überprüfen.
Die Autorin/der Autor nutzt quantitative Monte-Carlo-Simulationen auf Basis des CreditMetrics-Modells sowie qualitative logische Fehlerbaum-Analysen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte mathematische Modellierung inverser Szenarien und einen anschließenden Vergleich verschiedener wissenschaftlicher Ansätze zur Risikomessung.
Die zentralen Begriffe sind Inverse Stresstests, Risikocontrolling, Kreditportfolios, Eigenkapitalanforderungen und die Fehlerbaum-Analyse als methodisches Instrument.
Beim regulären Stresstest werden Szenarien definiert und deren Folgen berechnet; beim inversen Ansatz ist das Schadensereignis (Geschäftsunfähigkeit) bekannt, und man sucht rückwärts nach den Szenarien, die dieses Ereignis auslösen.
Fehlerbäume ermöglichen es, komplexe Ursachenketten und logische Abhängigkeiten zu visualisieren, die zur Geschäftsunfähigkeit führen, und tragen so zur kritischen Reflexion über Modellannahmen bei.
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