Magisterarbeit, 2012
136 Seiten, Note: 1,6
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
2. Historischer Verlauf, Theorie und Daten zur Migration
2.1 Europa als Kontinent der Auswanderung
2.2 Definition und theoretischer Zugang
2.3 Ursachen und Muster von Migrationsbewegungen
2.4 Neuere Entwicklungen und Tendenzen
2.5 Aktuelle Zahlen und Trends
3. Nation, Ethnie, Identität, Integration und Politik
3.1 Nation, Volk und Staat im Kontext der historischen Entwicklung
3.2 Ethnie und (kulturelle) Identität
3.3 Assimilation - Integration - Multikulturalismus
3.4 Zugang zu staatlichen Systemen
4. Migration seit 1945 anhand nationaler Beispiele
4.1 Vereinigtes Königreich – ungeliebtes Erbe des Weltreichs?
4.1.1 Politische Weichenstellungen und Entwicklung der Zuwanderung
4.1.2 Multikultur des Weltreiches oder provinzieller Rassismus?
4.1.3 Inklusion oder Konflikte?
4.1.4 Entwicklungen seit der Jahrtausendwende
4.2 Deutschland - Prinzip der Leugnung
4.2.1 Zuwanderung wider Willen?
4.2.2 Der „lange Atem“ der „ethnischen Gemeinschaft“
4.2.3 Anerkennung der Realitäten
4.3 Zwischenresümee
5. Grenzenloses Europa – Vision oder Wirklichkeit?
5.1 Bisheriger Weg der Europäisierung
5.1.1 Aufbauschritte eines gemeinsamen Migrationsregimes
5.1.2 Entwicklung und Tendenz
5.1.3 Migration und Bevölkerungsstruktur
5.2 Sichere Freiheit“ – Oxymoron eines gemeinsamen Europas?
5.3 Europa als eine Union der Bürger?
Die Arbeit untersucht Migrationsprozesse in Europa nach 1945 aus einer nationalen und supranationalen Perspektive. Ziel ist es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Identitätskonstruktionen, nationalstaatlichen Interessen und den europäischen Integrationsbestrebungen kritisch zu beleuchten.
3.1 Nation, Volk und Staat im Kontext der historischen Entwicklung
In vormodernen Zeiten war es normal, dass heterogene Gruppen gemeinsam innerhalb eines Gebietes lebten. Identität und Solidarität entsprangen vornehmlich geografischer Nähe und ähnlichen Interessen. Klassenunterschiede oder Herrschaftsverhältnisse waren für das Gefühl der Zusammengehörigkeit wesentlich entscheidender als kulturelle Differenzen. Erst durch die Idee der Nation entstand die Vorstellung „homogener“ Völker. Der Begriff der Nation entstammt dem lateinischen „natio“, und leitet sich somit von der „Geburt“ ab. Eine universelle Definition allerdings fällt schwer.
In Deutschland, präziser ausgedrückt im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, kam es nur zögerlich zur Herausbildung eines „nationalen Bewusstseins“. Dies mag schlicht und einfach an der Tatsache gelegen haben, dass es keine einheitliche deutsche Nation gab. Bedingt durch Partikularismus, entwickelten sich Formen regionalen oder lokalen Patriotismus.
Von einer übergreifenden Verbundenheit, beispielsweise der Württemberger mit den Hannoveranern, ist hingegen kaum auszugehen. Ab dem 18. Jahrhundert zeigten sich insbesondere über die hochdeutsche Sprache Versuche, eine „nationale Einheit“ zu generieren. Vor allem waren diese Bestrebungen Emanzipationsversuch gegenüber der französischen Kulturhegemonie gedacht. Allerdings blieben diese Bemühungen weit von einer Massenbewegung entfernt; hauptsächlich waren sie akademische Kreise beschränkt, womit sie wohl eher als intellektuelle Provokation anzusehen sind.
Ab dem 19. Jahrhundert führte verstärkt das Moment der „Geburt“ in vielen Gebieten Europas - insbesondere jetzt auch in Deutschland - zur Ausprägung eines ethnischen Nationalismus, welcher hierzulande zur dominanten philosophischen, politischen und sozialen Ideologie avancierte. Es kam dabei zu einer Betonung der Abstammung und ethnisch-kultureller Gemeinsamkeiten, die nun als entscheidende Zugehörigkeitskriterien für Volk und Nation zu Grunde gelegt wurden. Ziel war die Herstellung einer Deckungsgleichheit ethnischer und territorialer Grenzen, im Ideal die vollkommene Homogenisierung der Gesellschaft. Unterstützt wurde das durch den Mythos einer fiktiven harmonischen Gemeinschaft. Dies implizierte automatisch die Exklusion von Anderen, welche sich nicht in diese „Gemeinschaft“ eingliedern lassen konnten oder wollten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Migrationsbewegungen in Europa nach 1945 ein und erläutert den mehrdimensionalen, interdisziplinären Forschungsansatz.
2. Historischer Verlauf, Theorie und Daten zur Migration: Dieses Kapitel verortet Migration als historisches Phänomen und legt theoretische Erklärungsmodelle sowie aktuelle statistische Entwicklungen dar.
3. Nation, Ethnie, Identität, Integration und Politik: Hier werden die soziologischen Konzepte von Nation, Volk, Staat, Ethnie und Identität in ihrem Bezug zur Integration analysiert.
4. Migration seit 1945 anhand nationaler Beispiele: In diesem Teil wird die Migrationsgeschichte und Politik Großbritanniens und Deutschlands vergleichend untersucht.
5. Grenzenloses Europa – Vision oder Wirklichkeit?: Das abschließende Hauptkapitel hinterfragt das europäische Integrationsprojekt und das Spannungsfeld zwischen Reisefreiheit und Sicherung der Außengrenzen.
Migration, Nation, Identität, Ethnizität, Integration, Multikulturalismus, Europäische Union, Migrationspolitik, Nationalstaat, Transmigration, Zuwanderung, Asylpolitik, Grenzmanagement, Integrationsforschung, Sozialstruktur.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den komplexen Migrationsprozessen in Europa nach 1945, wobei der Fokus auf dem Wechselspiel zwischen nationalen Identitätsvorstellungen und supranationalen europäischen Integrationsbestrebungen liegt.
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Migrationsforschung, der soziologischen Analyse von Identitätskonstruktionen (Nation, Ethnie) sowie einer empirischen Fallstudie zu den unterschiedlichen Migrationsgeschichten von Deutschland und Großbritannien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie nationale Identitätskonstruktionen und staatliche Handlungslogiken die Migrationspolitik steuern und welche Spannungen dies gegenüber den europäischen Zielsetzungen eines „grenzenlosen Europas“ erzeugt.
Die Arbeit nutzt einen mehrdimensionalen und interdisziplinären Ansatz, der historische Verlaufslinien mit soziologischen Theorien und einer Analyse der aktuellen politischen und legislativen Rahmenbedingungen verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe Nation und Ethnie, einen historischen Ländervergleich zwischen Deutschland und Großbritannien sowie eine Untersuchung der europäischen Integrationspolitik hinsichtlich Migrationssteuerung.
Zu den zentralen Begriffen zählen Migration, Identität, Integration, Nationalstaat, Multikulturalismus, Europäische Union und Asylpolitik.
Der Vergleich ist aufschlussreich, da beide Staaten unterschiedliche koloniale Hintergründe und soziokulturelle Traditionen haben, die ihre jeweils spezifische Migrationssteuerung und den Umgang mit Diversität geprägt haben.
Der Autor hinterfragt kritisch, ob eine supranationale europäische Identität tatsächlich als integrierendes Konstrukt existiert, oder ob die europäische Integration eher eine Fortsetzung nationalstaatlicher Interessen mit anderen Mitteln darstellt.
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