Examensarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 2,5
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit
2. Zur Tradition der ‚Novelle‘
2.1. Zum Begriff
2.2. Merkmale
3. Elemente novellistischen Erzählens in Ein fliehendes Pferd von Martin Walser
3.1. Aufbau und Erzählweise
3.2. Zur Symbolik
3.2.1. Das fliehende Pferd
3.2.2. Die Flucht von Klaus und Helmut
3.2.3. Die Rolle der Frauen bei der Flucht ihrer Ehemänner
3.3. Zu Goethes geforderter ‚unerhörten Begebenheit‘
3.3.1. Die Bändigung des Pferdes
3.3.2. Der stürmische Segelausflug
3.3.3. Das Treffen der Schulfreunde
3.3.4. Das novellistische Erzählen
4. Martin Walsers Ein fliehendes Pferd im Deutschunterricht
4.1. Umgang mit Literatur im Unterricht
4.2. Über die Zeitumstände der Veröffentlichung von Walsers Werk
4.3. Zur Intertextualität
4.4. Zur dargestellten Identitätskrise in Walsers Werk
4.5. Methodische Herangehensweise
4.5.1. Textanalyse
4.5.2. Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht
4.5.3. Literaturgespräch
5. Zusammenfassung der Diskussion
Die Arbeit untersucht die Aktualität der Novelle "Ein fliehendes Pferd" von Martin Walser für den modernen Deutschunterricht, indem sie die literarische Gattungstradition analysiert und die zentralen Motive wie Identitätskrisen und Fluchtverhalten in den Kontext der Lebenswelt von Heranwachsenden setzt.
3.2.1. Das fliehende Pferd
Bei einem Ausflug sehen die Urlauber dabei zu, wie versucht wird, ein durchgehendes Pferd wieder einzufangen. Als Flucht wird eine instinkthafte Reaktion auf eine Bedrohung bezeichnet, die mit einem Ortswechsel einhergeht. Das Pferd wurde wahrscheinlich von einer Bremse gebissen und ist deswegen geflüchtet (vgl. FP 90,9). Als Klaus eingreift, gelingt es ihm das Pferd anzuhalten, indem er sich dem Pferd „genau von der Seite“ (FP 89,9) nähert, aufspringt und es zum stehen bringt (vgl. FP 88-90). Klaus erklärt, warum das Pferd sich besänftigen ließ: „einem fliehenden Pferd kannst du dich nicht in den Weg stellen […] [und] läßt nicht mit sich reden“ (FP 90,24-27). Das Pferd gilt als ein „Herrschaftszeichen,“ da es seinen Reiter über die Welt erhebt, und es symbolisiert allgemein den „Hochmut.“ So wie Klaus nach dem Einfangen des Pferdes hochmütig über Helmut steht, da er von allen bewundert wird (vgl. FP 90,14). Hochmut kommt jedoch bekanntlich vor dem Fall, der später aus dem Boot tatsächlich geschehen wird.
1. Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Forschungsfrage, ob Walsers Werk heutzutage noch Relevanz für den Schulunterricht besitzt.
2. Zur Tradition der ‚Novelle‘: Erläuterung des Novellenbegriffs und dessen historischer Entwicklung sowie der gattungsspezifischen Merkmale.
3. Elemente novellistischen Erzählens in Ein fliehendes Pferd von Martin Walser: Analyse der Struktur, der zentralen Symbole sowie der novellistischen Charakteristika innerhalb der Erzählung.
4. Martin Walsers Ein fliehendes Pferd im Deutschunterricht: Didaktische Reflexion über den Einsatz des Werkes im Unterricht unter Berücksichtigung von Intertextualität, Identitätskrisen und verschiedenen Lehrmethoden.
5. Zusammenfassung der Diskussion: Resümee über die anhaltende Aktualität des Werkes und dessen vielfältige Anknüpfungspunkte für die heutige Schülerschaft.
Martin Walser, Ein fliehendes Pferd, Novelle, Literaturunterricht, Identitätskrise, Midlife-Crisis, Fluchtverhalten, Symbolik, Intertextualität, Gattungstheorie, Didaktik, Gegenwartsliteratur, Søren Kierkegaard, Friedrich Nietzsche, Kommunikation
Die Hausarbeit untersucht die literaturwissenschaftlichen Aspekte der Novelle "Ein fliehendes Pferd" von Martin Walser und evaluiert deren Potenzial für den Einsatz im Deutschunterricht.
Im Zentrum stehen die Identitätssuche, die Midlife-Crisis, die Dynamik von Fluchtverhalten sowie die Gattungstradition der Novelle.
Es soll geklärt werden, ob das Werk aus den siebziger Jahren trotz des zeitlichen Abstands heute noch relevant für die Lebenswelt von Heranwachsenden ist.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, die gattungstheoretische Ansätze mit didaktischen Reflexionen und intertextuellen Vergleichen verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Analyse der Novellenelemente (Symbolik, Aufbau) und eine didaktische Erörterung möglicher Unterrichtskonzepte (Textanalyse, handlungsorientiertes Lernen).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Identitätskrise, Midlife-Crisis, Intertextualität, Gattungstradition und Literaturdidaktik charakterisieren.
Das Pferd fungiert als zentrales Leitmotiv für die Flucht vor den Anforderungen der Leistungsgesellschaft und das Älterwerden der Protagonisten.
Helmut flüchtet nach innen und schätzt die Isolation, während Klaus eine extrovertierte Flucht nach außen durch sportliche Aktivitäten und Scheinproduktion praktiziert.
Walser knüpft bewusst an die Tradition der Novelle an, um dem erzählten Geschehen eine geordnete Form zu geben und die Gattungsmerkmale teils ironisch zu parodieren.
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