Diplomarbeit, 2011
164 Seiten, Note: 2,1
I. Generation Gleichgültigkeit? - Vorwort
1.1 Die Deutschen von Morgen: globale Unsicherheit ohne Einheit
1.2 „Generation Golf“- bequem, dröge und unpolitisch
1.3 Kritik an der „unpolitischen Jugend“
1.3.1 Das Label „Generation Gleichgültigkeit“
1.3.2 Bewertung durch die Generation der 68er
II. Allgemeine Zusammenhänge von Bewegungen und Protesten
2.1 Einfluss der 68er Revolution auf die Protestkultur der jungen Generation heute
2.1.1 Die 68erRevolution
2.1.2 Auswirkungen der 68er auf die nachfolgende Protestkultur
2.1.3 Neue „Soziale Bewegungen“ (nach Roth/Rucht)
2.1.4 Aktuelle Themenfelder
2.2 Soziale Bewegungen und kollektive Aktionen
2.2.1 Definition „Soziale Bewegung“
2.2.2 Definition „Proteste“
2.2.3 Aktuelle Organisationsformen
2.3 Voraussetzung für die Entstehung von sozialen Bewegungen
2.3.1 Theorieansätze zu den Protestbewegungen
2.3.2 Beteiligungsformen und Proteste als Ausdruck von Kritik
2.3.3 Strategien bei sozialen Bewegungen
2.3.4 Protest und Interaktion mit der Gesellschaft
2.3.5 Handlungsfähigkeit von Bewegungen
2.3.6 Institutionalisierung und Peripherie von Bewegungen
2.4 Einflussfaktoren zu politischer Beteiligung
2.4.1 Institutionalisierter Protest
2.4.2 Sozialer Hintergrund und Bildungsniveau – eine Typisierung von Jugendlichen
2.4.3 Gruppenmerkmale
2.4.4 Unterschiede bei den Geschlechtern
2.5 Der Einfluss der Massenmedien
2.5.1 Rolle der Massenmedien für Proteste
2.5.2 Mediennutzung und Massenmedien als Strategie für Proteste
2.5.3 Proteste und mediale Wirkung
2.5.4 Inhalt und Bedeutung der Massenmedien für Proteste (am Beispiel Heiligendamm)
2.6 Der Einfluss von Netzwerken und Social Media
2.6.1 Soziale Netzwerke im Internet
2.6.2 Netzwerke und politische Beteiligung
2.7 Zusammenfassung und Fazit
III. Junge Menschen der Nullerjahre und ihr gesellschaftlicher Kontext
3.1 Sozialisation Jugendlicher in einer sich wandelnden Gesellschaft
3.2 Jugendliche als „Seismographen“
3.3 Neue gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Modernisierung und Individualisierung (Ulrich Beck)
3.4 Identitätsfindung in der Moderne
3.5 Gelebte Unsicherheiten und soziale Ausgeschlossenheit
3.6 Gesellschaftliche Herausforderungen und ihre Folgen - Aktueller Zeitgeist und Zukunftsängste der jungen Generation
3.7 Wertewandel
3.7.1 Theorien zum Wertewandel
3.7.2 Wertsynthese, der Zusammenhang mit dem Bildungsniveau und veränderte politische Zielvorstellungen
3.8 Zusammenfassung: Krise und Protestlosigkeit?
IV. Studienergebnisse und Hintergründe zur politischen Beteiligung und zum sozialen Engagement Jugendlicher
4.1 Politik und Subpolitik
4.1.1 Subpolitik nach Ulrich Beck
4.1.2 Subpolitik und reflexive Modernisierung
4.2 Shell Jugendstudie
4.2.1 Werteinstellungen
4.2.2 Blick auf die Zukunft und Krisenangst
4.2.3 (Soziales) Engagement
4.2.4 Politische Orientierung und Interesse Jugendlicher
4.2.5 Politische Positionierung der aktuellen Generation
4.2.6 Zufriedenheit mit der Demokratie
4.3 Wahlbeteiligung (Bundestagswahlen)
4.4 Zusammenfassung und Fazit
4.5 Die DJI-Jugendstudien
4.5.1 Politische Partizipation, Werte und Engagement
4.5.2 Politisches Interesse und Demokratiezufriedenheit
4.5.3 Längsschnittstudie Demokratiezufriedenheit
4.5.4 Mitgliedschaft in traditionellen Organisationen
4.5.5 Informelle Gruppierungen und „Neue Soziale Bewegungen“
4.6 Ausblick: Angleichung der jungen Generation an Erwachsene
4.7 Fazit
4.8 Zusammenfassung: Der Rahmen gegenwärtigen Protests
4.8.1 Moderner Protest und neue soziale Bewegungen
4.8.2 Flexiblere oder institutionalisierte Beteiligungsformen für Jugendliche
4.9 Gegenwärtige Formen des Protests/ Protest mit Web 2.0
4.9.1 Beispiel Flash Mobs
4.9.2 Zusammenfassung: Der digitalisierte Protest junger Erwachsener
V. Experteninterwiews „unpolitische Jugend!?“
5.1 Methode, Auswertung und Ergebnisse
5.1.1 Sind junge Erwachsene wirklich unpolitisch?
5.1.2 Zusammenhang mit gesellschaftlichen Umständen
5.1.3 Vergleich zu den 68ern
5.1.4 Parteienverdrossenheit und Gegenmaßnahmen
5.1.5 Wie und auf welche Weise beteiligen sich Jugendliche (noch)?
5.1.6 Internet und Social Media
5.1.7 Eventcharakter politischer Aktivitäten
5.1.8 Politik und Kritik an der Subpolitik
5.1.9 Beteiligung und die Notwendigkeit von institutioneller Unterstützung
5.1.10 Zusammenfassung (Politikverdrossenheit oder Angleichung?)
5.2 Resümee
5.3 Ausblick
Die Arbeit untersucht kritisch die weit verbreitete Annahme, dass die aktuelle Generation Heranwachsender ("Generation Nullerjahre") gleichgültig und unpolitisch sei. Im Fokus steht die Frage, inwiefern sich politisches Interesse und Protestverhalten gewandelt haben und durch welche gesellschaftlichen, strukturellen und technologischen Faktoren – insbesondere die moderne Mediatisierung und Individualisierung – diese Veränderungen beeinflusst werden.
1.1 Die Deutschen von Morgen: globale Unsicherheit ohne Einheit
Ein Artikel aus dem Heft „Spiegel Special“ 2009 befasst sich explizit mit den Deutschen von morgen. Eine ernüchternde Erkenntnis daraus lautet, dass vielen jungen Erwachsenen vor allem Unsicherheit gemeinsam ist: Ungünstige Jobaussichten, immer häufiger Arbeit unter Wert, immer mehr, überwiegend unbezahlte Praktika, ohne Gewähr, von der Firma übernommen zu werden u.v.m. Junge Erwachsene heute haben mit vielen ähnlichen Konflikten zu kämpfen und dennoch scheint diese Generation sich nicht wirklich miteinander zu verbünden. „Wir, die Deutschen zwischen 20 und 35, kennen kein Protestgefühl, das uns eint. Wir haben keinen Wortführer. Einen Rudi Dutschke sowieso nicht“.1
In dem Artikel wird kritisiert, dass die heutige Generation junger Erwachsener „unsichtbar“ zu sein scheint und wenig Einheit untereinander aufweist, was umso verwunderlicher ist als alle die gleichen einschneidenden Erlebnisse hatten: Umweltkatastrophen, die Terroranschläge des 11. September, hohe Arbeitslosenrate und die Finanzkrise usw. Tatsächlich dominiert die Furcht vor Jobverlust und Wirtschaftskrise das Verhalten von mehr als einem Drittel der jungen Leute. Warum geht die junge Generation dann nicht mehr auf die Barrikaden? Wo ist der Protest geblieben, der aktive Widerstand gegen politische Fehlentscheidungen?
Es scheint fast so, als wünsche sich die heutige Generation junger Erwachsener nichts als ein harmonisches Leben ohne viele Konflikte, frei nach dem Motto: „Ich bin zufrieden, wenn in meinem Leben alles rund läuft“. Nicht laut werden, nur nicht auffallen, an das individuelle Fortkommen denken. In einer zweiten Spiegel-Studie zeigt sich tatsächlich, dass drei Viertel aller Befragten noch nie bzw. in den letzten fünf Jahren nicht auf einer Demonstration waren. Viele Teile der jungen Generation ziehen es offenbar vor, brav in Arbeit und Universität, anstatt auf die Straße zu gehen und gegen Missstände einzutreten. Der Heranwachsende „ist so individualisiert, dass der Blick aufs eigene Schicksal gerichtet bleibt: Die Welt wird wohl untergehen, ich selbst komme irgendwie durch und wenn nicht, dann war man eben selbst dran schuld und nicht das System.“2 Die heutige Generation ist also eher unpolitisch? „Wir sind zwar für Kyoto, fliegen aber trotzdem nach Kyoto. Emissionsausgleich mit der Maustaste, Haltung durch korrekten Konsum, Fairtrade, Bio, die ganzen Ablasspraktiken, das muss reichen.“3
I. Generation Gleichgültigkeit? - Vorwort: Dieses einleitende Kapitel thematisiert die mediale Wahrnehmung der aktuellen jungen Generation als "gleichgültig" oder "unpolitisch" und setzt den Rahmen für die wissenschaftliche Untersuchung.
II. Allgemeine Zusammenhänge von Bewegungen und Protesten: Das Kapitel bietet einen historischen und theoretischen Überblick über soziale Bewegungen, deren Entstehungsbedingungen sowie die prägende Rolle der 68er-Protestkultur und den Einfluss moderner Medien.
III. Junge Menschen der Nullerjahre und ihr gesellschaftlicher Kontext: Hier werden die spezifischen Sozialisationsbedingungen der jungen Generation untersucht, insbesondere der Einfluss von Modernisierung, Individualisierung und Krisenerfahrungen.
IV. Studienergebnisse und Hintergründe zur politischen Beteiligung und zum sozialen Engagement Jugendlicher: Das Kapitel liefert eine empirische Analyse basierend auf Shell- und DJI-Studien sowie eine Untersuchung der Wahlbeteiligung, um politische Tendenzen fundiert einzuordnen.
V. Experteninterwiews „unpolitische Jugend!?“: Dieser Abschnitt wertet qualitative Experteninterviews aus, um aus Sicht von politisch-wissenschaftlichen Praktikern die Ergebnisse zur politischen Beteiligung kritisch zu reflektieren.
Politische Partizipation, Generation Nullerjahre, Protestkultur, Soziale Bewegungen, Subpolitik, Politikverdrossenheit, Individualisierung, Wertewandel, Shell-Jugendstudie, Social Media, Politisches Engagement, Demokratiezufriedenheit, Krisenbewusstsein, Mediennutzung, Protestverhalten.
Die Diplomarbeit untersucht die politische Einstellung und das Engagement der aktuellen Generation junger Erwachsener ("Generation Nullerjahre") und hinterfragt kritisch das in Medien und Gesellschaft oft gezeichnete Bild einer "unpolitischen" oder "gleichgültigen" Jugend.
Die Arbeit beleuchtet das Spannungsfeld zwischen traditionellen politischen Strukturen (wie Parteien) und neuen, subpolitischen Beteiligungsformen, die Rolle von Medien und Internet bei der Protestorganisation sowie den Einfluss von gesellschaftlichem Wandel und individuellen Lebensbedingungen auf das politische Interesse.
Das Hauptziel ist es, die angeblich fehlende Protestbereitschaft junger Menschen wissenschaftlich zu prüfen, Hintergründe für veränderte Partizipationsformen aufzudecken und zu erörtern, ob die Generation tatsächlich "unpolitisch" ist oder ob sich ihre politische Ausdrucksweise lediglich gewandelt hat.
Neben einer umfangreichen theoretischen Aufarbeitung und der Sekundäranalyse repräsentativer Jugendstudien (z. B. Shell-Jugendstudie, DJI-Jugendsurveys) führt die Autorin qualitative Experteninterviews mit Akteuren aus dem politisch-wissenschaftlichen Bereich durch.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu sozialen Bewegungen, die Analyse des gesellschaftlichen Kontexts junger Menschen, eine empirische Auswertung vorhandener Studienergebnisse zur politischen Beteiligung sowie die detaillierte Auswertung und Diskussion der Experteninterviews zu aktuellen Protestphänomenen.
Zentrale Begriffe sind "Subpolitik" (nach Ulrich Beck), "Partizipation", "Politikverdrossenheit", "digitaler Protest" und "Wertewandel".
Die 68er-Generation dient in der öffentlichen Diskussion oft als Idealbild einer politisch aktiven Jugend. Die Arbeit untersucht diesen Vergleich, um zu zeigen, dass sich die historischen Rahmenbedingungen, Ziele und Ausdrucksformen von Protest heute grundlegend gewandelt haben und ein direkter Vergleich oft nicht mehr zeitgemäß ist.
Moderne Medien fungieren als Katalysatoren für schnelle, punktuelle und transnational vernetzte Protestformen. Sie ermöglichen eine direkte Interaktion und niedrigschwellige Partizipation, verändern aber auch die Struktur des politischen Engagements hin zu kurzfristigeren und projektbezogenen Aktionsformen.
Die Autorin schlussfolgert, dass die Jugend keineswegs generell unpolitisch ist. Vielmehr findet eine Transformation politischer Aktivität statt: weg von einer starken Bindung an traditionelle Organisationen, hin zu situativen, themenbezogenen und informellen Beteiligungsformen, die oft weniger sichtbar für klassische Medien sind, aber ein hohes Maß an Engagementpotenzial besitzen.
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