Bachelorarbeit, 2014
42 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Indien – Überblick und soziokultureller Kontext
3 Auslandsentsendungen
3.1 Motive von Auslandsentsendungen
3.2 Misserfolg bei Auslandsentsendungen
4 Theoretische Grundlagen: Familienanpassung und deren Auswirkung auf Entsandte
4.1 Einflussfaktoren der Anpassung
4.2 Double ABCX Theorie von McCubbin und Patterson (1983)
4.3 Spillover Theorie
5 Anpassung indischer Familien in Großbritannien
5.1 Anwendung der theoretischen Grundlagen auf den britisch-indischen Kontext
5.2 Unternehmensverantwortung bei Auslandsentsendungen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Familienanpassung auf den Erfolg von Auslandsentsendungen indischer Führungskräfte in westliche Länder, insbesondere nach Großbritannien. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, welche Faktoren die Anpassung von Partnern und Kindern beeinflussen, wie die Familie als Einheit mit der Stresssituation umgeht und wie diese Anpassungsprozesse die berufliche Leistung des Entsandten sowie die Unternehmensverantwortung maßgeblich bestimmen.
3.2 Misserfolg bei Auslandsentsendungen
Auslandsentsendungen sind nicht nur für den globalen Erfolg von multinationalen Unternehmen entscheidend, sondern auch für die Entwicklung des individuellen Karriereweges. Aufgrund dessen ist es wichtig abzuschätzen, welche Kandidaten für die Erfüllung dieser entscheidenden Aufgabe eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit mitbringen. Die Tatsache, dass viele Auslandsentsendungen scheitern, unterstreicht die Notwendigkeit multinationaler Unternehmungen den Erfolg von Entsendungen besser zu prognostizieren. (vgl. Caligiuri et al., 1998a, S.598)
Scheitern bedeutet in diesem Fall die vorzeitige Rückkehr ins Heimatland ohne die vollständige Erfüllung der Aufgabe oder den psychischen Rückzug trotz Verweilen im Gastland mit dem Resultat, schlechtere Arbeit als normalerweise zu leisten (vgl. Bader/Berg, 2013, S.164).
In der Literatur herrscht keine Einigkeit über konkrete Misserfolgsquoten bei Auslandsentsendungen, da sie äußerst schwierig zu messen sind (vgl. Harzing, 1995, S.457). Jedoch wird weitgehend eine Quote von 25-40% in Industrienationen kommuniziert. In Entwicklungsländern scheitern rund 70% der Mitarbeiterentsendungen. (vgl. Chiu et al., 2009, S.791) Für das Unternehmen entstehen durchschnittlich für jeden gescheiterten Expatriate Kosten in Höhe von 150.000 US$, in denen der zusätzliche Aufwand für Vorab-Trainings, Umzug und Vergütung nicht inbegriffen ist (vgl. Shaffer et al., 2006, S.109).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Internationalisierung indischer Unternehmen ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des Faktors "Familienanpassung" für den Erfolg von Auslandsentsendungen.
2 Indien – Überblick und soziokultureller Kontext: Das Kapitel beschreibt Indien als vielfältige, kollektivistische Gesellschaft und erläutert soziokulturelle Besonderheiten wie das Kastensystem, die Machtdistanz und den hohen Stellenwert der Familie.
3 Auslandsentsendungen: Hier werden Motive für Entsendungen aus indischer Sicht (u.a. Markterschließung, Technologietransfer) beleuchtet sowie die hohe Misserfolgsquote und deren Ursachen diskutiert.
4 Theoretische Grundlagen: Familienanpassung und deren Auswirkung auf Entsandte: Das Kapitel stellt zentrale Theorien (Double ABCX und Spillover) vor, um die Anpassung der Familie als Einheit und deren Wechselwirkung mit der Arbeitsleistung des Expatriates zu erklären.
5 Anpassung indischer Familien in Großbritannien: Es erfolgt die Analyse der Anpassung indischer Familien im britischen Kontext, inklusive der Rolle der indischen Diaspora sowie der notwendigen unternehmerischen Unterstützung.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, dass Unternehmen die Familie aktiv in den Entsendungsprozess einbinden, um den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
Auslandsentsendung, Familienanpassung, Expatriate, Indische Unternehmen, Großbritannien, Double ABCX Theorie, Spillover Theorie, interkulturelle Anpassung, Arbeitsleistung, Unternehmenskultur, Perceived Organizational Support, Karriereweg, Migrationshintergrund, Wissensmanagement, multinationale Unternehmen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den spezifischen Herausforderungen bei Auslandsentsendungen indischer Fachkräfte und der zentralen Rolle, die die Familie und deren Anpassungsfähigkeit für den Erfolg dieser Entsendungen spielt.
Die Schwerpunkte liegen auf der interkulturellen Familienpsychologie, den Motiven indischer Firmen zur Internationalisierung, der Spillover-Wirkung zwischen Privatleben und Arbeit sowie den Möglichkeiten unternehmerischer Unterstützung.
Ziel ist es zu ergründen, wie die Anpassung der Familie an das Leben in Großbritannien die Leistung des indischen Expatriates beeinflusst und welche konkreten Maßnahmen Unternehmen ergreifen sollten, um diesen Prozess positiv zu begleiten.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Analyse unter Verwendung der Familienstresstheorie "Double ABCX" von McCubbin und Patterson sowie der "Spillover-Theorie" zur Verbindung von Familien- und Arbeitsbereich.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Familienanpassung, überträgt diese auf den britisch-indischen Kontext unter Berücksichtigung kultureller Gegebenheiten und erörtert die Verantwortung des Unternehmens bei der Unterstützung der Expatriate-Familie.
Zu den wichtigsten Schlagworten zählen Auslandsentsendung, Familienanpassung, Expatriate, interkulturelle Anpassung, Perceived Organizational Support (POS) und Spillover-Effekt.
Die Arbeit weist darauf hin, dass die gemeinsame Kolonialvergangenheit und die bereits bestehende große indische Community in Großbritannien signifikante Vorteile bei der Sprachbarriere und der sozialen Integration bieten, was den Anpassungsprozess der Familie erleichtert.
Die Theorie verdeutlicht, dass positive oder negative Erlebnisse innerhalb der Familie direkt auf das Arbeitsumfeld übertragen werden; ein zufriedenes Familienleben steigert somit die Innovationsfreude und Arbeitsleistung des Expatriates, was für das Unternehmen entscheidend ist.
Unternehmen sollten sich nicht nur auf den Expatriate konzentrieren, sondern die Familie aktiv durch logistische, finanzielle und emotionale Unterstützung (Pre-departure Trainings, Hilfe bei der Wohnungssuche/Schulwahl) in den Entsendungsprozess einbeziehen, um die Erfolgschancen zu erhöhen.
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