Examensarbeit, 2003
88 Seiten, Note: gut
I. Einleitung
II. Hintergründe der anthroposophischen Kunsttherapie
II.1 Definition: Hintergründe
II.2 Die Lehre der Anthroposophie
II.2.1 Der kosmische Ursprung des Menschen
II.2.2 Reinkarnation und Karma
II.2.3 Die Dreigliederung des Menschen
II.2.4 Die Viergliederung des Menschen
II.2.5 Die Sinne nach Rudolf Steiner
II.2.6 Die Stufen der Erkenntnis nach Rudolf Steiner
III. Grundlagen der anthroposophischen Kunsttherapie
III.1 Definition: Grundlagen
III.2 Definition Kunsttherapie
III.3 Anthroposophische Kunsttherapie
III.3.1 Zum Grundverständnis der anthroposophischen Kunsttherapie
III.3.2 Was bedeutet künstlerisches Arbeiten in der Anthroposophie?
III.3.2.1 Die Bedeutung der Sinne beim künstlerischen Tun
III.3.3 Die Hauptkünste
III.3.3.1 Malen
III.3.3.1.1 Die Bedeutung der Farbe beim Malen
III.3.3.2 Zeichnen
III.3.3.2.1 Formenzeichnen
III.3.3.2.2 Dynamisches Zeichnen
III.3.3.3 Farben und Formen
IV. Anthroposophische Kunsttherapie mit Menschen mit geistiger Behinderung
IV.1 Begriffsklärung: Geistige Behinderung
IV.2 Menschen mit geistiger Behinderung aus anthroposophischer Sicht
IV.2.1 Drei Behinderungsbilder aus anthroposophischer Sicht
IV.2.1.1 Der Menschen mit Autismus
IV.2.1.2 Der Menschen mit Epilepsie
IV.2.1.3 Der mongoloide Mensch
IV.3 Anthroposophische Kunsttherapie mit Seelenpflege–bedürftigen Menschen
IV.3.1 Zum Grundverständnis der anthroposophischen Kunsttherapie mit Seelenpflege-bedürftigen Menschen
IV.3.2 Die Hauptkünste in Bezug auf die therapeutische Arbeit mit Seelenpflege-bedürftigen Menschen
IV.3.2.1 Malen
IV.3.2.1.1 Nass-in-Nass Malen
IV.3.2.2 Zeichnen
IV.3.2.2.1 Formenzeichnen
IV.3.2.2.2 Dynamisches Zeichnen
IV.4 Phänomenologische Beobachtung und ihre Interpretation
IV.4.1 Interpretation der phänomenologischen Beobachtung in Bezug auf die Drei- und Viergliederung
IV.4.2 Punkt- und Kreistendenz
V. Anthroposophische Kunsttherapie mit Seelenpflege–bedürftigen Menschen, aufgezeigt an drei Fallbeispielen
V.1 Rahmenbedingungen
V.1.1 Institution Camphill
V.1.2 Mein Praktikum in der Camphill-Lebensgemeinschaft Alt Schönow
V.2 Fallbeispiele
V.2.1 Zum Begriff: „Fallbeispiel“
V.2.2 Vorbemerkungen zu den Fallbeispielen
V.2.3 Fallbeispiel 1: Mario – Ein Mensch mit Autismus
V.2.3.1 Angaben zur Person
V.2.3.2 Phänomenologische Beobachtung und Interpretation
V.2.3.2.1 Phänomenologische Beobachtung
V.2.3.2.2 Interpretation nach der Dreigliederung
V.2.3.2.3 Interpretation nach der Viergliederung
V.2.3.2.4 Interpretation nach der Punkt- und Kreistendenz
V.2.3.3 Zur allgemeinen Therapieplanung
V.2.3.4 Zur Therapiestunde
V.2.3.4.1 Planung
V.2.3.4.2 Stundenverlauf
V.2.3.4.3 Abschließende Bemerkung
V.2.4 Fallbeispiel 2: Gesa –ein Mensch mit Epilepsie und Athetose
V.2.4.1 Angaben zur Person
V.2.4.2 Phänomenologische Beobachtung und Interpretation
V.2.4.2.1 Phänomenologische Beobachtung
V.2.4.2.2 Interpretation nach der Dreigliederung
V.2.4.2.3 Interpretation nach der Viergliederung
V.2.4.2.4 Interpretation nach der Punkt- und Kreistendenz
V.2.4.2.5 Interpretation nach den Vier Elementen
V.2.4.3 Zur allgemeinen Therapieplanung
V.2.4.4 Zur Therapiestunde
V.2.4.4.1 Planung
V.2.4.4.2 Stundenverlauf
V.2.4.4.3 Abschließende Bemerkung
V.2.5 Fallbeispiel 3: Pia –ein Mensch mit Epilepsie und Athetose
V.2.5.1 Angaben zur Person
V.2.5.2 Phänomenologische Beobachtung und Interpretation
V.2.5.2.1 Phänomenologische Beobachtung
V.2.5.2.2 Interpretation nach der Dreigliederung
V.2.5.2.3 Interpretation nach der Viergliederung
V.2.5.2.4 Interpretation nach der Punkt- und Kreistendenz
V.2.5.3 Zur allgemeinen Therapieplanung
V.2.5.4 Zur Therapiestunde
V.2.5.4.1 Planung
V.2.5.4.2 Stundenverlauf
V.2.5.4.3 Abschließende Bemerkung
VI. Schlussbetrachtung
VII. Literatur
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Hausarbeit ist es, den speziellen anthroposophischen Therapieansatz für Menschen mit geistiger Behinderung auch für Nichtanthroposophen verständlich und durchschaubar zu machen, indem die theoretischen Hintergründe erläutert und anhand praktischer Fallbeispiele veranschaulicht werden.
III.3.2 Was bedeutet künstlerisches Arbeiten in der Anthroposophie?
Um die Wirkung der anthroposophischen Kunsttherapie verstehen zu können, soll zunächst erläutert werden, welche Bedeutung künstlerisches Arbeiten in der Anthroposophie hat. Beim künstlerischen Tun wird der Mensch in seiner Gesamtheit angesprochen. „Er faßt sich in seiner schöpferischen Mitte vom „Ich“ aus zusammen und prägt seinen Geist dem Stoff ein. Er schafft einen Leib für seine Idee“ (Hauschka, 1989, S.44).
Laut Hauschka wird bei jeder Art von künstlerischer Betätigung die Seele des Menschen in einer bestimmten Weise bewegt und angeregt, so dass ein gesunder und lebendiger Austausch zwischen den drei Seelengrundkräften Denken, Fühlen und Wollen stattfinden kann (vgl.II.2.3).
Damm beschreibt, dass künstlerisches Arbeiten dem Mensch ermöglicht, seinem inneren Ungleichgewicht heilendes Tun entgegensetzen. Dabei betätigt sich der Mensch seiner Kraft der Mitte und kann sich somit dem Material und seiner Wahrnehmung hingeben. Durch künstlerisches Tun ist es der Seele möglich, zwischen dem Pol der Außen- und dem der Innenwelt zu schwingen, auf die beiden Pole auszustrahlen und sie miteinander zu verbinden (Damm, 1999, S. 11). Denn „Wer mit seiner Seele nicht mehr antworten kann auf das ewig wechselnde Schauspiel der Natur...“, so beschreibt es Hauschka, ist nicht als gesunder Mensch zu bezeichnen (Hauschka, 1989, S. 45). Durch die künstlerische Arbeit soll der Mensch zur Schönheit der Dinge zurückgeführt werden, um seine Seele erneut in Schwingung zu versetzen, damit sie zum Schaffensdrang angeregt wird. „Denn die Schönheit ist eine Lebensspenderin wie der Atem. Sie weitet die Seele, erwärmt das Herz und erfrischt die Lebensprozesse“ (Hauschka, 1989, S. 46).
I. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation, der Forschungszielsetzung sowie der methodischen Gliederung der Arbeit.
II. Hintergründe der anthroposophischen Kunsttherapie: Erläuterung der anthroposophischen Lehre nach Rudolf Steiner, inklusive Menschenbild, Wesensglieder und Erkenntnisstufen.
III. Grundlagen der anthroposophischen Kunsttherapie: Erläuterung des therapeutischen Ansatzes, der Rolle des künstlerischen Arbeitens und der Sinneslehre in der Heilkunst.
IV. Anthroposophische Kunsttherapie mit Menschen mit geistiger Behinderung: Beschreibung der speziellen heilpädagogischen Anwendung, inklusive diagnostischer Verfahren bei verschiedenen Behinderungsbildern.
V. Anthroposophische Kunsttherapie mit Seelenpflege–bedürftigen Menschen, aufgezeigt an drei Fallbeispielen: Praxisbezogene Darstellung der Therapieanwendung bei Autismus, Epilepsie und Mongolismus.
VI. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der anthroposophischen Kunsttherapie als in sich schlüssiges, jedoch an die anthroposophische Weltanschauung gebundenes Konzept.
Anthroposophie, Kunsttherapie, Geistige Behinderung, Rudolf Steiner, Dreigliederung, Viergliederung, Inkarnation, Seelenpflege, Phänomenologische Beobachtung, Maltherapie, Formenzeichnen, Dynamisches Zeichnen, Autismus, Epilepsie, Mongolismus
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Hintergründen und der Anwendung der anthroposophischen Kunsttherapie bei Menschen mit geistiger Behinderung.
Die zentralen Themen sind das anthroposophische Menschenbild, die Bedeutung von Farben und Formen für die Therapie sowie die praktische Umsetzung bei spezifischen Behinderungsbildern.
Das Ziel ist es, die „anthroposophische Kunsttherapie mit Menschen mit geistiger Behinderung“ auch für Außenstehende („Nichtanthroposophen“) verständlicher und durchschaubarer zu machen.
Es handelt sich um eine auf der anthroposophischen Geisteswissenschaft basierende Darstellung, die phänomenologische Beobachtungen und die Interpretation nach der Drei- und Viergliederung nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die anthroposophische Sicht auf Behinderung sowie die praktische Erprobung anhand von drei konkreten Fallbeispielen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Anthroposophie, Seelenpflege, Wesensglieder, Inkarnationshilfe und künstlerische Therapie charakterisiert.
Das „Haus“ wird in der Anthroposophie symbolisch als Entsprechung für das „Ich“ angesehen, weshalb es zur Stärkung und Zentrierung des Ichs bei einem autistischen Menschen eingesetzt wird.
Das Formenzeichnen wirkt ordnend und strukturierend; symmetrische Formen helfen, ein Gleichgewicht in den rhythmischen Vorgängen zu finden, die bei epileptischen Störungen beeinträchtigt sind.
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