Bachelorarbeit, 2012
32 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Hitlers Ansichten über Schule und Erziehung
2.1 Zu den Begriffen Bildung und Erziehung
2.2 Unterrichtsprinzipien
2.3 Veränderungen der wissenschaftlichen Schulbildung
2.4 Auslese der fähigsten Kräfte
3. Die Absichten nationalsozialistischer Schulpolitik
3.1 Die Verdrängung jüdischer Lehrer und Schüler
3.2 Indoktrination
3.3 Organisatorische Erfassung der Lehrerschaft
3.4 Vereinheitlichung
3.5 Auslese
4. Schulischer Unterricht im Geiste der Kriegsvorbereitung
4.1 Allgemeine Richtlinien und Stundentafeln
4.2 Die Ausrichtung einzelner Unterrichtsfächer
4.2.1 Die Pflege des Wehrgedankens in der Leibeserziehung
4.2.2 Biologie und Naturkunde als ideologisches Fundament
4.2.3 Nationalstolz und Zuversicht durch Geschichtsunterricht
4.2.4 Die Aufdeckung deutscher Tugenden im Deutschunterricht
4.2.5 Heimat- und Rassebewusstsein im Erdkundeunterricht
4.2.6 Gemeinschaftsgefühl und Ausgrenzung in künstlerischen Fächern
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das totalitäre System des Nationalsozialismus das Schulwesen instrumentalisierte, um Schüler mental und körperlich auf einen ideologisch motivierten Krieg vorzubereiten. Hierzu werden die in Hitlers "Mein Kampf" dargelegten Erziehungsvorstellungen mit der tatsächlichen schulpolitischen Praxis, den Lehrplänen und den eingesetzten Unterrichtsmaterialien der NS-Zeit abgeglichen.
4.2.1 Die Pflege des Wehrgedankens in der Leibeserziehung
Bereits in der Zeit des Kaiserreichs wurde das Fach „Leibeserziehung“ offiziell auch zu dem Zweck einer Vorbereitung auf das Heer erteilt. Diese Ausrichtung wurde nach dem ersten Weltkrieg durch Bestimmungen des Versailler Vertrags aufgehoben, sodass sich die Zielsetzungen für den Sportunterricht in der Weimarer Zeit wandelten. Bereits kurz nach Hitlers „Machtergreifung“ wurde diese Vorgabe jedoch in vielen Ländern des deutschen Reichs ignoriert und entsprechende Erlasse sorgten wiederum für eine vormilitärische Ausbildung durch den Sportunterricht. Einige Jahre später wurde diese „neue alte“ Ausrichtung reichseinheitlich durch das REM geregelt.77 Ein dieses Thema behandelndes Handbuch für höhere Schulen und das 1939 herausgegebene Werk Leibeserziehung in Jungenschulen, das Erläuterungen zum Lehrplan enthält, geben Aufschluss darüber, wie die „Stählung des Körpers“ durch entsprechenden Unterricht erfolgen sollte.78
Das Handbuch benennt in diesem Zusammenhang geistiges und körperliches Wohlbefinden, Charakterschulung und eine Erziehung zum Gemeinschaftswesen als Ziele des Sportunterrichts. Der Charakter sollte durch diesen Unterricht insofern geschult werden, dass er dazu befähigen sollte, Schmerzen ohne Wehklagen auszuhalten und furchtlos zu sein. Zum Gemeinschaftswesen sollten die Schüler erzogen werden, indem sie sich als Gemeinschaft gehorsam und diszipliniert den Weisungen des Lehrers fügten. Sie sollten durch den Sportunterricht erfahren, dass ein solches Verhalten eine Gemeinschaft zu großen Erfolgen führe.
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Forschungsfrage, ob das nationalsozialistische Schulsystem gezielt zur Vorbereitung auf einen ideologischen Krieg eingesetzt wurde.
2. Hitlers Ansichten über Schule und Erziehung: Hitler sah Bildung nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zur Erziehung brauchbarer, körperlich starker und ideologisch loyaler Instrumente des Staates.
3. Die Absichten nationalsozialistischer Schulpolitik: Die NS-Regierung implementierte Gesetze zur Ausgrenzung jüdischer Lehrer und Schüler, forcierte die Indoktrination durch Gleichschaltung der Lehrerschaft und zentralisierte die Steuerung des Bildungswesens.
4. Schulischer Unterricht im Geiste der Kriegsvorbereitung: Es wird analysiert, wie Fächer wie Leibeserziehung, Biologie, Geschichte, Deutsch und Erdkunde inhaltlich auf die Förderung von Wehrhaftigkeit, Rassebewusstsein und Nationalstolz umgestellt wurden.
5. Schluss: Zusammenfassend wird bestätigt, dass das Schulsystem im Nationalsozialismus in nahezu allen Bereichen den Zweck der mentalen und körperlichen Kriegsvorbereitung verfolgte, wenngleich die tatsächliche Umsetzung variierte.
Nationalsozialismus, Schulerziehung, Kriegsvorbereitung, Indoktrination, Leibeserziehung, Rassenkunde, Volksgemeinschaft, Geschichtsunterricht, Auslese, NS-Lehrerbund, NS-Schulpolitik, Wehrgedanke, Schulbücher, Erziehung, Ideologie.
Die Arbeit untersucht, wie das Bildungswesen während der Zeit des Nationalsozialismus ideologisch umgestaltet wurde, um Schüler auf den Zweiten Weltkrieg vorzubereiten.
Die zentralen Felder sind die nationalsozialistische Schulpolitik, die Rolle der Lehrerschaft, die Veränderung von Lehrplänen und die spezifische Ausrichtung einzelner Unterrichtsfächer wie Biologie, Geschichte und Sport.
Die zentrale Frage ist, ob und wie das totalitäre System des Nationalsozialismus Schule und Unterricht in den Dienst einer mentalen und körperlichen Kriegsvorbereitung stellte.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Quellen, insbesondere Hitlers "Mein Kampf", schulpolitischer Erlasse, Gesetze, Richtlinien sowie zeitgenössischer Lehrbücher und Handreichungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hitlers theoretischen Vorstellungen, die Umsetzung in Gesetzen und organisatorischen Maßnahmen sowie die detaillierte Analyse der fachspezifischen Inhaltsänderungen in der Schule.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Nationalsozialismus, Schulerziehung, Kriegsvorbereitung, Indoktrination, Rassenkunde und Volksgemeinschaft.
Das Fach wurde zur "Stählung des Körpers" und zur Erziehung zum "kämpferischen Menschen" genutzt, um Grundlagen für den Militärdienst und die ideologische Wehrfreude zu schaffen.
Biologie und Naturkunde wurden genutzt, um "ewige Naturgesetze" wie den Kampf ums Dasein auf die menschliche Gesellschaft zu übertragen, um so Rassenideologie und die Notwendigkeit der Abgrenzung zu "volksfremden" Gruppen zu legitimieren.
Der Unterricht konzentrierte sich auf große "nordische" Persönlichkeiten, die Mythenbildung um germanische Vorfahren und die Darstellung Hitlers als Heilsbringer, um Nationalstolz und Kampfbereitschaft zu fördern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

