Masterarbeit, 2012
100 Seiten, Note: 1,0
1. MOTIVATION UND FORSCHUNGSINTERESSE
1.1 DAS PHÄNOMEN HIKIKOMORI
1.2 VORGEHENSWEISE
2. DAS KONSTRUKT DER SOZIALEN ISOLIERUNG
2.1 OPERATIONALISIERUNG
2.2 MOTIVE UND ENTSTEHUNGSFAKTOREN
2.3 INTERNE FAKTOREN
2.3.1 Beurteilungsprozesse als Bedingungen
2.3.2 Personenmerkmale als Bedingungen
2.3.3 Familiäre Sozialisationsbedingungen
2.4 EXTERNE FAKTOREN
2.4.1 Persönliche Lebensverhältnisse
2.4.2 Bedingungen der Interaktion
2.5 FOLGEN LÄNGERFRISTIGER SOZIALER ISOLIERUNG
2.6 RESÜMEE UND ÜBERLEITUNG
3. DIE PSYCHISCHE LAGE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN
3.1 PSYCHISCHER GESUNDHEITSZUSTAND
3.1.1 Wertorientierungen und Lebenseinstellungen
3.1.2 Freizeit zur Identitätsbildung
3.2 STEHEN JUGENDLICHE UNTER DRUCK?
3.3 VERBREITUNG VON DEPRESSIONEN IM KINDES- UND JUGENDALTER
3.4 RESÜMEE
4. PROZESSE UND FACETTEN DER INDIVIDUALISIERUNG
4.1 TRIEBKRÄFTE DES MODERNISIERUNGSPROZESSES
4.2 PLURALISMUS DER LEBENSKONZEPTE
4.3 INDIVIDUALISIERUNG ALS MACHTTECHNIK
4.4 DIAGNOSE DER VEREINSAMUNG
4.5 NARZISSMUS
4.6 SUCHT
4.7 IDENTITÄTSKONZEPTE IN DER MODERNEN GESELLSCHAFT
4.8 DER PREIS DER MODERNE: DAS AUFKOMMEN DER DEPRESSION
4.9 PSYCHISCHE BEFREIUNG UND UNSICHERE IDENTITÄT
4.10 TRAGÖDIE DER KULTUR
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht das Phänomen der sozialen Isolation und des Rückzugs bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland vor dem Hintergrund einer modernen, individualisierten Gesellschaft. Ziel ist es, psychische Entstehungsbedingungen und gesellschaftliche Risikofaktoren zu identifizieren, die zur Entfremdung und zum Rückzug in pathologische Zustände wie Depression oder Sucht führen können.
1.1 Das Phänomen Hikikomori
Kurz nach der Jahrtausendwende erreichte der Begriff „Hikikomori“ in den Medien auch unsere Breitengrade. In Japan hat sich der Terminus, welcher „akuter Rückzug aus der Gesellschaft“ bedeutet, als neues Krankheitsbild etabliert. Der Psychologe Tamaki Saito prägte den Begriff, der jedoch recht diffus aufgestellt ist und von leicht unangepasstem Verhalten bis hin zu schweren Psychosen reicht. Was die Betroffenen jedoch gemeinsam hätten, sei die mangelnde Fähigkeit mit Menschen zu interagieren. Ein Autor der „Neuen Züricher Zeitung“ versuchte im Jahre 2007 Hikikomori in einen gesellschaftlichen Kontext einzubetten und bezeichnet es als ein Phänomen, „in dem sich das Leiden der Gesellschaft an ihrer eigenen Metamorphose Ausdruck verleiht.“
Die „ZeitWissen“-Autorin Anne Kunze berichtet im Jahre 2005 von der Suche nach ihrer 39-jährigen Cousine, die sie bis dahin noch nie gesehen hatte. Aus dem Interview mit der Psychologin Elisabeth Schramm geht hervor, dass die Abwesenheit jeglicher Stimuli mit Folter zu vergleichen sei. So würden sich sozial Isolierte häufig mit Medien optisch und akustisch stimulieren, vielleicht sogar emotional. Sie beschreibt, dass dies in dieser Situation existentiell sei und es da nur noch „ums nackte Überleben“ (Kunze zitiert Schramm) gehe. Zudem hätten Menschen, die häufig unter schweren sozialen Phobien leiden, zwar den Kontakt zur Realität verloren, dennoch nicht das Bewusstsein zur Realität, dem Leben außerhalb ihrer vier Wände. Je länger sich der Betroffene zurückzieht, umso schwieriger sei es, den Weg zurück zu finden. Oft fehlten den Soziophobikern insbesondere auf der Interaktionsebene soziale Kompetenzen und Fähigkeiten. Eine Bitte oder ein Gespräch stellten große Herausforderungen dar, Konflikte zu lösen noch viel größere.
1. MOTIVATION UND FORSCHUNGSINTERESSE: Das Kapitel führt in den Kernprozess der Modernisierung ein und stellt das Phänomen Hikikomori als Ausdruck des Rückzugs aus der Gesellschaft vor.
2. DAS KONSTRUKT DER SOZIALEN ISOLIERUNG: Hier werden interne und externe Faktoren der sozialen Isolierung sowie deren psychologische Konstrukte und Entstehungsbedingungen analysiert.
3. DIE PSYCHISCHE LAGE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN: Dieser Teil beleuchtet den psychischen Gesundheitszustand, den Leistungsdruck sowie die Verbreitung von Depressionen im Kindes- und Jugendalter.
4. PROZESSE UND FACETTEN DER INDIVIDUALISIERUNG: Das Kapitel untersucht die soziologischen Triebkräfte des Modernisierungsprozesses, Identitätskonzepte und deren Auswirkungen auf Narzissmus und Suchtverhalten.
5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Parallelen zwischen japanischen und deutschen Entwicklungen in Bezug auf gesellschaftliche Anforderungen und individuelle psychische Belastungen.
Individualisierung, Soziale Isolierung, Hikikomori, Depression, Jugend, Identitätsbildung, Leistungsdruck, Narzissmus, Sucht, Sozialisation, Moderne, psychische Gesundheit, Autonomie, Entfremdung, Lebenswelt.
Die Arbeit untersucht die psychosozialen Bedingungen und Risikofaktoren, die bei Kindern und Jugendlichen zu sozialem Rückzug, Isolation oder pathologischen Störungen führen können, eingebettet in den soziologischen Kontext der modernen individualisierten Gesellschaft.
Zentral sind die Auswirkungen von Individualisierung, Leistungsdruck in Schule und Beruf, die Bedeutung von familiären Sozialisationsbedingungen sowie die Folgen sozialer Isolierung für die Identitätsentwicklung.
Die Arbeit fragt nach den Entstehungsbedingungen sozialer Isolation, der Bedeutung von Autonomiezwang und den Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden sowie der Frage, ob ein Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und psychischen Störungen wie Depressionen besteht.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf soziologischen Theorien (z.B. Simmel, Elias, Beck) und psychologischen Studien (z.B. Lauth & Viebahn, Shell-Jugendstudien) basiert, um Phänomene wie den sozialen Rückzug einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sozialen Isolierung, die psychische Lage von Kindern und Jugendlichen sowie eine tiefe Auseinandersetzung mit Modernisierungs- und Individualisierungsprozessen, inklusive Narzissmus und Sucht.
Individualisierung, Soziale Isolierung, Hikikomori, Depression, Jugend, Identitätsbildung, Leistungsdruck, Narzissmus, Sucht und Sozialisation.
Hikikomori beschreibt einen oft langjährigen, extremen Rückzug aus der Gesellschaft und Familie, der häufig mit einer Unfähigkeit zur sozialen Interaktion einhergeht und über bloße Schüchternheit oder temporären Rückzug hinausgeht.
Die Autorin hebt hervor, dass Erziehungsstile und elterliche Vorbilder (z.B. die Mutter-Kind-Beziehung) wesentlich dazu beitragen, ob Kinder und Jugendliche Frustrationstoleranz und eine stabile Identität entwickeln oder ob sie anfällig für spätere soziale Hemmungen werden.
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