Masterarbeit, 2014
68 Seiten, Note: 1,0
0 Einführung
1 Das Buch Hiob und die Theodizee
1.1 Erster Überblick
1.2 Entstehung und Bezüge zur Theodizee-Tradition
1.3 Prolog
1.3.1 Die erste Himmelszene und Prüfung Hiobs (1,6-22)
1.3.2 Die zweite Himmelszene und Prüfung Hiobs (2,1-13)
1.4 Hiobs Klage
1.5 Der Disput zwischen Hiob und seinen Freunden
1.5.1 Erster Redegang
1.5.2 Zweiter Redegang
1.5.3 Dritter Redegang, Hiobs Schlussrede
1.5.4 Elihu-Reden
1.6 Gottes Antwort
1.7 Epilog
1.8 Resümee: Die Teodizeeproblematik im Hiobbuch
2 Die Theodizee in der späteren Rezeption
2.1 Einleitung
2.2 Der Ansatz von G. W. Leibniz
2.2.1 Das Gottes- und Weltbild von Leibniz
2.2.2 Leibniz' Verständnis des Übels
2.2.3 „Die beste aller möglichen Welten“
2.2.4 Fazit und Kritik am leibnizschen Lösungsmodell
2.3 Hiob und die Theodizee im Film „Adams Äpfel“
2.3.1 Handlungsverlauf
2.3.2 Die zentralen Charaktere: Adam und Ivan
2.3.3 Der Konflikt zwischen den Hauptfiguren
2.3.4 Bezüge zu Hiob und zur Theodizee
3 Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Theodizee-Problematik durch eine Analyse des biblischen Hiobbuches, den philosophischen Lösungsansatz von Gottfried Wilhelm Leibniz sowie deren moderne filmische Rezeption in "Adams Äpfel". Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie das Leid in der Welt vor dem Hintergrund göttlicher Gerechtigkeit und Allmacht sinnvoll oder theoretisch begründbar ist.
1.1 Erster Überblick
Das Buch Hiob gehört – vielleicht gerade dank seiner zeitlosen Thematik – vor allem heutzutage zu den populäreren Bibeltexten. Es wird zur Weisheitsliteratur des Alten Testaments (Sprüche und Prediger) gezählt und steht innerhalb der K'tubim (Schriften) als erstes poetisches Buch nach den historischen Büchern. Die Erzählung ist auffallend deutlich in drei Teile gegliedert: Im Zentrum steht die Hiobdichtung, der äußerst umfangreiche, in poetischer Form verfasste, Dialog zwischen der namengebenden Hauptfigur Hiob und seinen Freunden sowie zwischen ihm und Gott (3,1-42,6). Die Hiobnovelle, bestehend aus einem prosaischen Prolog (Kap. 1-2) und Epilog (42,7-17), bildet den Rahmen.
Der Protagonist wird zunächst als besonders reicher und frömmiger Mann beschrieben, der mit vielen Kindern gesegnet wurde. Ausgangspunkt der Geschichte ist dann eine Himmelszene, in der Satan Gott auffordert, Hiobs Frömmigkeit auf die Probe zu stellen. Gott kommt der Provokation nach und so erlaubt er Satan, Hiob seinen Besitz, seine Kinder und schließlich auch seine Gesundheit zu nehmen. Jedoch bewährt sich der gottesfürchtige Hiob in diesem schweren Leid und bleibt seinem Glauben treu, ganz entgegen den Ratschlägen seiner Frau, die versucht ihn von Gott abzubringen. Von dem himmlischen Wettstreit, in dem ja die eigentliche Ursache seines Leidens liegt, weiß er allerdings nichts.
Geplagt vom Unglück stößt Hiob eine große Klage aus und verflucht den Tag seiner Geburt (Kap. 3). Dies bildet den Auftakt der Hiobdichtung, dem zentralen Dialogteil. Durchgehend wird darin die Frage thematisiert, warum der Gerechte leiden muss. Die Freunde – später kommt noch ein vierter hinzu – haben alle verschiedene Antworten, die in drei Redegängen (4-14, 15-21, 22-28) ausführlich diskutiert werden. Hiob kann allen ihre Unzulänglichkeiten aufzeigen und ihre Auffassungen widerlegen. Er distanziert sich – zumindest argumentativ – immer mehr von seinen Freunden. So ist im Dialog ein gedanklicher Fortschritt erkennbar.
1 Das Buch Hiob und die Theodizee: Untersuchung der Hiob-Erzählung als ältestes Zeugnis der Leidensproblematik und Widerlegung des klassischen Tun-Ergehen-Zusammenhangs.
2 Die Theodizee in der späteren Rezeption: Analyse des leibnizschen Optimismusmodells sowie dessen kritische Überprüfung durch die moderne Philosophie und den Film „Adams Äpfel“.
3 Schlussbemerkung: Zusammenfassende Feststellung, dass keine logische oder weisheitliche Theorie das Leid abschließend erklären kann, sondern der Glaube an göttliche Zuwendung im Leiden zentral bleibt.
Theodizee, Hiobbuch, Leid, G. W. Leibniz, Adams Äpfel, Gerechtigkeit Gottes, Monaden, Tun-Ergehen-Zusammenhang, Theophanie, Leiden des Gerechten, Gottesbeweis, existentielles Leid, christliche Philosophie, Filmtheologie, Frömmigkeit.
Die Arbeit beleuchtet die Frage, wie die Existenz von unverschuldetem Leid mit dem Glauben an einen allmächtigen und allgütigen Gott vereinbar ist.
Der Fokus liegt auf biblischer Weisheitsliteratur, der aufklärerischen Philosophie von Leibniz sowie deren moderne filmische Deutung.
Ziel ist es, die Entwicklung der Theodizee-Frage von antiken Texten über die Philosophie des 18. Jahrhunderts bis in die moderne Zeit darzustellen und ihre Grenzen aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine historisch-exegetische sowie systematisch-theologische Analyse und vergleicht diese mit literatur- und filmwissenschaftlichen Interpretationsansätzen.
Der Hauptteil gliedert sich in die exegetische Analyse des Hiobbuches, die philosophische Auseinandersetzung mit Leibniz und die filmische Interpretation von "Adams Äpfel".
Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Theodizee, Leiden, Hiobbuch, Leibniz und göttliche Gerechtigkeit beschreiben.
Während Leibniz versucht, das Leid rational in ein System der "besten aller möglichen Welten" einzubetten, verweist das Hiobbuch auf die Unbegreiflichkeit Gottes und die Grenzen menschlicher Logik.
Der Film dient als moderne Parabel, um aufzuzeigen, wie festgefahrene Weltanschauungen – sowohl die religiös-fanatische als auch die misanthropisch-nihilistische – durch die Realität des Leids erschüttert werden.
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