Bachelorarbeit, 2014
63 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Der Islam
2.1 Grundlagen des Islams
2.2 Die islamische Rechtsquelle des Finanzwesens-Die Scharia
2.3 Der islamische Finanzaufsichtsrat- Die Scharia Board
2.4 Das islamische Wirtschaftssystem
2.4.1 Riba - das Zinsverbot
2.4.2 Gharar- das Spekulationsverbot
2.4.3 Maysir und Qimar - das „Glückspielverbot“
2.4.4 Halal und Haram - das Erlaubte und Verbotene
3 Islamische Finanzierungstechniken
3.1 Fremdkapitalfinanzierung
3.1.1 Murabahah
3.1.2 Tawarruq
3.1.3 Salam
3.1.4 Istisna
3.1.5 Qard Hassan
3.2 Eigenkapitalfinanzierung
3.2.1 Mudarabah – die stille Gesellschaft
3.2.2 Musharakah – Joint Venture
3.3 Leasing
3.3.1 Ijarah
3.3.2 Ijarah wa Iqtina
4 Islamische Finanzprodukte
4.1 Konten
4.1.1 Girokonto
4.1.2 Sparkonto
4.2 Karten
4.3 Kredite
4.3.1 Konsumentenkredit
4.3.2 Bau-und Immobilienfinanzierung
4.3.3 Investitionskredite und Projektfinanzierung
4.4 Islamische Anleihen (Sukuk)
4.4.1 Sukuk-al-Ijarah
4.4.2 Sukuk-al-Musharakah
4.5 Aktien
5 Islamische Versicherung (Takaful)
5.1 General Takaful- Sachversicherung
5.2 Family Takaful – Lebensversicherung
5.3 Versicherungsmodelle
5.3.1 Mudarabah – Modell
5.3.2 Wakalah – Modell
5.3.3 Hybrid – Modell
5.4 Retakful (Rückversicherung)
6 Islamische Anforderungen für die deutschen Finanzdienstleister
6.1 Organisatorische Anforderungen
6.2 Unternehmerische Anforderungen
6.2.1 Personal
6.2.2 Vertriebsnetz
6.2.3 Marketing
7 Potenzialanalyse des islamischen Finanz- und Versicherungswesen in Deutschland
7.1 Anzahl und Daten zu Muslimen in Deutschland
7.2 Quantifizierung der Nachfrage
7.3 Potenzial für deutsche Finanzdienstleister
8 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das islamische Finanz- und Versicherungswesen im Hinblick auf die Anforderungen, die sich für deutsche Finanzdienstleister bei der Einführung schariakonformer Produkte ergeben, und analysiert das Marktpotenzial dieser Dienstleistungen in Deutschland.
2.4.1 Riba - das Zinsverbot
Die stärkste Wirkung auf das Wirtschaftssystem des Islams, ist die Riba, welches aus dem arabischen übersetzt heißt: „jegliche Art von Zuwachs, Vermehrung, Überschuss oder Aufschlag“. Einfach ausgedrückt bedeutet es Zins(verbot). Aber auch die Wucher oder auch Wucherzins ist damit gemeint. Lediglich Mietzinsen oder Handelsgewinne sind davon nicht betroffen. Alle Rechtsschulen sind sich hinsichtlich des Riba-Verbots einer Meinung, da die primären Quellen der Scharia der Koran und die Sunna sind. Nachfolgend werden nur einige exemplarische Verse des Korans zum Riba-Verbot aufgeführt da ansonsten das vollständige Aufführen der Verse den Rahmen der Arbeit sprengen würde:
„Diejenigen, die Zinsen verschlingen, sollen nicht anders dastehen als wie einer, der vom Satan erfasst und zum Wahnsinn getrieben wird. Dies (soll so sein) weil sie sagen: ”Handel ist dasselbe wie Zinsnehmen.“ Doch Allāh hat den Handel erlaubt und das Zinsnehmen verboten. Und wenn zu jemandem eine Ermahnung von seinem Herrn kommt und er dann aufhört - dem soll verbleiben, was bereits geschehen ist. Und seine Sache ist bei Allāh. Wer es aber von neuem tut - die werden Bewohner des Feuers sein, darin werden sie ewig bleiben.“ (Sure 2, Vers 275)
und
„O ihr, die ihr glaubt, verschlingt nicht die Zinsen in mehrfacher Verdopplung, sondern fürchtet Allāh; vielleicht werdet ihr erfolgreich sein. “(Sure 3, Vers 130)
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Islamic Finance nach der globalen Finanzkrise und formuliert die Zielsetzung der Arbeit, die Anforderungen an deutsche Finanzdienstleister zu untersuchen.
2 Der Islam: Dieses Kapitel erläutert die religiösen Grundlagen, die Scharia als Rechtsquelle und das islamische Wirtschaftssystem mit seinen zentralen Verboten wie Riba, Gharar und Maysir.
3 Islamische Finanzierungstechniken: Das Kapitel stellt schariakonforme Techniken für Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungen sowie Leasingmodelle als Alternativen zum Zinsgeschäft vor.
4 Islamische Finanzprodukte: Hier wird die praktische Umsetzung der Finanzierungstechniken in Form von Konten, Karten, Krediten, Sukuk-Anleihen und Aktienanlagen detailliert beschrieben.
5 Islamische Versicherung (Takaful): Dieses Kapitel beschreibt das auf Solidarität basierende Takaful-Versicherungsmodell, dessen Arten und die Rückversicherung Retakaful.
6 Islamische Anforderungen für die deutschen Finanzdienstleister: Es werden notwendige organisatorische Anpassungen und unternehmerische Strategien, wie Personalauswahl und Marketing, für den Eintritt in den deutschen Markt aufgezeigt.
7 Potenzialanalyse des islamischen Finanz- und Versicherungswesen in Deutschland: Das Kapitel analysiert die demografischen Daten von Muslimen in Deutschland und quantifiziert die Nachfrage, um das Marktpotenzial für Finanzdienstleister zu bewerten.
8 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass die Implementierung schariakonformer Produkte in Deutschland trotz regulatorischer Komplexität möglich und ökonomisch sinnvoll ist.
Islamic Finance, Scharia, Riba, Zinsverbot, Takaful, Murabahah, Mudarabah, Sukuk, Finanzdienstleister, Deutschland, Marktpotenzial, Muslime, Bankwesen, Eigenkapitalfinanzierung, Investitionen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen des islamischen Finanz- und Versicherungswesens und untersucht, wie deutsche Finanzdienstleister diese schariakonformen Prinzipien in ihre Geschäftsmodelle integrieren können.
Die Schwerpunkte liegen auf den islamischen Verboten (Riba, Gharar), den verschiedenen Finanzierungs- und Versicherungsmodellen sowie der Marktanalyse für das Potenzial dieser Produkte in Deutschland.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für Islamic Finance zu schaffen und konkrete Anforderungen an deutsche Finanzinstitute abzuleiten, um muslimische Kunden in Deutschland adäquat zu bedienen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der islamischen Rechtsgrundlagen und nutzt empirische Daten aus bestehenden Studien zur Quantifizierung der Nachfrage in Deutschland.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung von Finanzierungstechniken (wie Murabahah oder Mudarabah), die Darstellung von Finanzprodukten sowie eine spezifische Potenzialanalyse des deutschen Marktes.
Die zentralen Schlagworte sind Islamic Finance, Scharia, Zinsverbot, Takaful und Marktpotenzial.
Das Zinsverbot erzwingt den Verzicht auf herkömmliche Zinsmodelle und erfordert die Entwicklung risikoteilender Finanzinstrumente, bei denen ein Gewinnaufschlag oder eine reale Gewinnbeteiligung an die Stelle von Zinszahlungen tritt.
Im Gegensatz zu gewinnorientierten Versicherungen basiert Takaful auf dem Solidaritätsprinzip, bei dem sich Mitglieder gegenseitig absichern und das Risiko gemeinsam in einem Fond tragen, anstatt es gegen eine Prämie an einen Versicherer auszulagern.
Aufgrund der wachsenden Zahl muslimischer Einwohner, deren überdurchschnittlicher Sparquote und der aktuellen Unterversorgung mit entsprechenden Finanzprodukten wird das Marktpotenzial in Deutschland als sehr hoch eingeschätzt.
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