Bachelorarbeit, 2011
95 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Der „Ohrwurm“ im Sprachgebrauch
1.2 Die Motive zur Erforschung des musikalischen „Ohrwurms“
1.3 Die Fragestellung dieser Arbeit
2. Die Geschichte der „Ohrwurmforschung“
2.1 Das Phänomen „Ohrwurm“ in der Literatur
2.2 Der „Ohrwurm“ in der Psychologie
2.3 Anmerkungen zur Forschungsmethodik
2.3.1 Retrospektive Befragung
2.3.2 Simultane Erfassung des Phänomens durch Tagebücher
2.3.3 Internet-Studien
3. Die Ergebnisse der „Ohrwurm“-Forschung
3.1 Die Forschungsergebnisse zu den Eigenschaften des „Ohrwurms“
3.1.1 Verbreitung und Häufigkeit des „Ohrwurm“-Phänomens
3.1.2 Dauer eines „Ohrwurms“
3.1.3 Eigenschaften der vorgestellten Musik
3.1.4. Die Wahrnehmungsqualität des „Ohrwurms“
3.1.5 Reaktionen auf den „Ohrwurm“
3.2 Forschungsergebnisse zu „Ohrwurm“-begünstigenden Faktoren
3.2.1 Faktor Person
3.2.2 Faktor Situation
3.2.3 Faktor Musik
4. Die kognitiven Grundlagen des „Ohrwurms“: Wahrnehmung, Gedächtnis und Vorstellung
4.1 Eine Definition von Musik
4.2 Musikwahrnehmung und beteiligte Gedächtnisstrukturen
4.2.1 Das menschliche Gehör
4.2.2 Das Ultrakurzzeitgedächtnis
4.2.3 Das Arbeitsgedächtnis
4.2.4 Das Langzeitgedächtnis
4.3 Die Vorstellung musikalischer Inhalte
4.3.1 Die Definition von musikalischen Vorstellungen
4.3.2 Der Ort auditiver Vorstellung
4.3.3 Die Eigenschaften von musikalischen Vorstellungen
4.3.4 Qualitätsunterschiede musikalischer Vorstellungen
4.3.5 Die unwillkürliche Generierung musikalischer Vorstellungen
5. Interpretation des „Ohrwurms“ und Versuch einer kognitionspsychologischen Einordnung
5.1 Betrachtung der bisherigen Ansätze
5.1.1 Psychoanalyse
5.1.2 James Kellaris: „Theory of Cognitive Itch”
5.1.3 Sean Bennett: „audio-eidetisches Gedächtnis“
5.2. Zusammenfassende kognitionspsychologische Einordnung des „Ohrwurms“
5.3 Die kognitionspsychologische Interpretation der Eigenschaften eines „Ohrwurms“
5.3.1 Häufigkeit und Dauer
5.3.2 Die Qualität der musikalischen Vorstellung
5.4 Die kognitionspsychologische Interpretation der „Ohrwurm“-begünstigenden Faktoren
5.4.1 Interpretation des Faktors Person
5.4.2 Interpretation des Faktors Situation
5.4.3 Interpretation des Faktors Musik
6. Versuch einer funktionalen Einordnung und Ausblick
6.1 Versuch einer funktionalen Einordnung: der „Ohrwurm“ als möglicher Gedächtniskonsolidierungsprozess für Musik
6.2 Ausblick
Die Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, das kognitionspsychologische Phänomen des „Ohrwurms“ zu ergründen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche kognitiven Mechanismen dem Phänomen zugrunde liegen, unter welchen Bedingungen es auftritt und warum es sich häufig ungewollt verselbstständigt.
1.1 Der „Ohrwurm“ im Sprachgebrauch
Mit dem musikalischen „Ohrwurm“ ist im deutschen Sprachgebrauch ein kognitives Phänomen gemeint, bei dem sich eine musikalische Vorstellung über einen gewissen Zeitraum als auditive Repräsentation wiederholt. Besondere Eigenschaften sind dessen unvermitteltes Auftreten sowie dessen Fortsetzung ohne willentliches Zutun. Auch handelt es sich häufig um eine mentale Wiederholung eines einzelnen, kurzen Ausschnittes eines Musikstückes.
Diese Eigenschaften spiegeln sich in der Verwendung des Wortes „Ohrwurm“ recht treffend wieder, da es sich bei der vorgestellten Musik um etwas handelt, was ungebeten auftaucht, in unser „inneres Ohr“ einzudringen scheint und dessen Verlassen nicht immer kontrollierbar ist.
Eine weitere Verwendung des Wortes „Ohrwurm“ findet sich in der Bezeichnung von Musikstücken, die eine solche musikalische Vorstellung auslösen können. In einem späteren Teil dieser Arbeit soll erörtert werden, ob solche Musikstücke besondere musikalische Eigenschaften besitzen, die das Entstehen von „Ohrwürmern“ begünstigen. Im Folgenden soll mit dem Begriff „Ohrwurm“ jedoch in erster Linie das kognitive Phänomen bezeichnet werden.
1. Einleitung: Definition des Ohrwurm-Phänomens im Sprachgebrauch, Diskussion der Motive für dessen Erforschung sowie Darlegung der zentralen Fragestellung.
2. Die Geschichte der „Ohrwurmforschung“: Übersicht über die historische literarische und psychologische Behandlung des Phänomens sowie kritische Anmerkungen zur Forschungsmethodik.
3. Die Ergebnisse der „Ohrwurm“-Forschung: Zusammenfassung aktueller empirischer Befunde zu den Eigenschaften, der Häufigkeit und den begünstigenden Faktoren von Ohrwürmern.
4. Die kognitiven Grundlagen des „Ohrwurms“: Wahrnehmung, Gedächtnis und Vorstellung: Theoretische Herleitung der kognitiven Prozesse, insbesondere unter Einbeziehung des Arbeitsgedächtnisses und der phonologischen Schleife.
5. Interpretation des „Ohrwurms“ und Versuch einer kognitionspsychologischen Einordnung: Kritische Diskussion bestehender Ansätze und Synthese zu einer kognitionspsychologischen Erklärung des Phänomens.
6. Versuch einer funktionalen Einordnung und Ausblick: Diskussion des Ohrwurms als potenzieller Gedächtniskonsolidierungsprozess und Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
Ohrwurm, kognitive Psychologie, Musikwahrnehmung, Arbeitsgedächtnis, phonologische Schleife, musikalische Vorstellung, Gedächtniskonsolidierung, auditive Kognition, Involuntary Musical Imagery, INMI, musikalische Struktur, Persönlichkeitsfaktoren, Musikpsychologie, Mentale Repräsentation.
Die Arbeit befasst sich mit der kognitionspsychologischen Einordnung des „Ohrwurms“, also des Phänomens, bei dem sich musikalische Sequenzen unfreiwillig und wiederholt im Bewusstsein manifestieren.
Ziel ist es, das Phänomen durch eine kognitionspsychologische Linse zu betrachten, um zu klären, warum Musik plötzlich und unwillkürlich „im Kopf hängen bleibt“ und welche Speicherprozesse dabei eine Rolle spielen.
Die Arbeit deckt die Geschichte der Forschung, empirische Eigenschaften von Ohrwürmern (wie Dauer und Häufigkeit), Einflussfaktoren (Person, Situation, Musik) sowie die kognitiven Grundlagen der Musikverarbeitung ab.
Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturanalyse bestehender Studien (retrospektive Befragungen, Tagebuchstudien, Online-Erhebungen), um diese auf der Grundlage kognitionspsychologischer Modelle wie dem Arbeitsgedächtnis von Baddeley zu interpretieren.
Im Hauptteil werden die Eigenschaften von Ohrwürmern detailliert analysiert, kognitive Prozesse (Wahrnehmung, Gedächtnis, Vorstellung) erläutert und schließlich eine kognitionspsychologische Interpretation erarbeitet.
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Ohrwurm, Arbeitsgedächtnis, phonologische Schleife, Involuntary Musical Imagery (INMI) und musikalische Gedächtniskonsolidierung.
Der „Ohrwurm“ zeichnet sich durch seine Unwillkürlichkeit und eine gewisse Eigendynamik aus, während eine bewusste Musikvorstellung kontrolliert und beabsichtigt generiert wird.
Das Langzeitgedächtnis dient als Speicher für das „musikalische Lexikon“. Der Ohrwurm stellt einen Abruf phonemischer Informationen aus diesem Speicher in das Arbeitsgedächtnis dar.
Nein, die Autorin widerlegt die psychoanalytische Ansicht, der Ohrwurm sei ein pathologisches Symptom, und ordnet ihn als alltägliches, kognitives Phänomen ein.
Es ist ein von James Kellaris formulierter Ansatz, der Ohrwürmer durch bestimmte musikalische Eigenschaften wie Wiederholungen und Einfachheit erklärt, ähnlich einem physischen Juckreiz, der durch Gegenmaßnahmen verstärkt werden kann.
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