Bachelorarbeit, 2013
52 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Das Equity Premium Puzzle
3. Pessimismus, Zweifel und das Equity Premium Puzzle
3.1 Das Grundmodell
3.2 Pessimismus und das Equity Premium Puzzle
3.3 Zweifel und das Equity Premium Puzzle
3.4 Pessimismus in Kombination mit Zweifeln
4. Myopic Loss Aversion
4.1 Kumulative Prospect Theory
4.2 Mental Accounting
4.3 Myopic Loss Aversion privater und institutioneller Investoren
4.3.1 Myopic Loss Aversion privater Anleger
4.3.2 Myopic Loss Aversion institutioneller Investoren
5. Vergleich
6. Zusammenfassung
7. Fazit
Die Arbeit untersucht verhaltensökonomische Lösungsansätze für das sogenannte "Equity Premium Puzzle", welches beschreibt, dass die historisch beobachteten Renditen von Aktien im Vergleich zu risikoarmen Staatsanleihen durch klassische neoklassische Modelle nicht ausreichend erklärt werden können.
3.1 Das Grundmodell
Ausgangspunkt ist ein Individuum, welches seinen Nutzen durch Konsum maximieren möchte. Konsum wird ermöglicht durch ein Einkommen sowie der Rendite einer Kapitalanlage. Da der Konsument gegenwärtigen Konsum mehr schätzt als zukünftigen, diskontiert er seinen zukünftigen Nutzen. Formal wird diese zeitliche Präferenz durch den Diskontfaktor beta ausgedrückt, mit 0 < beta < 1 (Vgl. Mehra (2003), S. 57). Ein repräsentativer Konsument ist somit bestrebt seinen Nutzen nach folgender Bedingung zu maximieren (Vgl. Abel (2000), S. 4).
Der abnehmende Grenznutzen wird durch eine konkave Nutzenfunktion dargestellt. E* drückt in diesem Fall den subjektiven Erwartungswert aus, der sich aus den zum Zeitpunkt t vorhandenen Informationen berechnet. Abel differenziert zwischen dem subjektiven Erwartungswert E* und dem objektiven Erwartungswert E, möglicher zukünftiger Ergebnisverteilungen. Das Konsumniveau ist abhängig von der Entwicklung der Rendite einer Kapitalanlage. Basiert die Einschätzung auf vergangenheitsbezogenen Wachstumsraten und Standardabweichungen, spricht man von einem objektiven Erwartungswert. Der subjektive Erwartungswert dagegen stellt eine rein subjektive Einschätzung des Konsumenten dar, die irrationales Entscheidungsverhalten, wie Pessimismus und Zweifel, mit einbezieht.
1. Einleitung: Einführung in das Equity Premium Puzzle als Diskrepanz zwischen Aktienrenditen und risikolosen Anlagen sowie Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Das Equity Premium Puzzle: Erläuterung der theoretischen Grundlagen und der Unzulänglichkeit klassischer Modelle bei der Erklärung der historischen Risikoprämie.
3. Pessimismus, Zweifel und das Equity Premium Puzzle: Vorstellung des Ansatzes von Abel, der durch die Implementierung von Pessimismus und Zweifeln eine Erklärung für das Puzzle sucht.
4. Myopic Loss Aversion: Detaillierte Darstellung der Theorie von Benartzi und Thaler, die kurzsichtige Verlustaversion als Ursache für die Risikoprämie identifiziert.
5. Vergleich: Gegenüberstellung und Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Modelle von Abel sowie Benartzi und Thaler.
6. Zusammenfassung: Rekapitulation der wichtigsten Erkenntnisse zur Lösung des Equity Premium Puzzles durch verhaltensökonomische Ansätze.
7. Fazit: Kritische Würdigung der Bedeutung verhaltensökonomischer Modelle im Kontext der modernen Wirtschaftswissenschaften.
Equity Premium Puzzle, Kapitalmarkttheorie, Myopic Loss Aversion, Prospect Theory, Mental Accounting, Pessimismus, Zweifel, Risikoaversion, Verlustaversion, Konsumwachstum, Rendite, Investorenverhalten, CCAPM, Diskontfaktor, Risikoprämie.
Die Arbeit analysiert, warum das klassische Kapitalmarktmodell nach Mehra und Prescott die historisch hohen Renditeunterschiede zwischen Aktien und Staatsanleihen nicht erklären kann und welche verhaltensökonomischen Alternativtheorien dies ermöglichen.
Die Arbeit behandelt die Modellierung von Anlegerentscheidungen unter Unsicherheit, die Einflüsse von Pessimismus und Zweifeln auf Kapitalmarktprognosen sowie die Auswirkungen kurzsichtiger Verlustaversion auf die Portfolioallokation.
Das Ziel ist die theoretische Herleitung und der Vergleich verhaltensökonomischer Erklärungsansätze für das Equity Premium Puzzle, um ein realistischeres Bild der Risikoprämie am Kapitalmarkt zu zeichnen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die mathematische Modelle der Kapitalmarkttheorie (wie das CCAPM) aufgreift und diese um verhaltenspsychologische Komponenten wie die Prospect Theory oder subjektive Erwartungsbildung erweitert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Pessimismus und Zweifeln nach Abel sowie die detaillierte Vorstellung der Myopic Loss Aversion nach Benartzi und Thaler, gefolgt von einem methodischen Vergleich.
Die zentralen Begriffe sind Equity Premium Puzzle, Risikoprämie, Myopic Loss Aversion, Verlustaversion, subjektive Erwartungsbildung und verhaltensökonomische Kapitalmarktmodelle.
Institutionelle Investoren unterliegen theoretisch keinen zeitlichen Restriktionen, handeln jedoch durch die Anreizstrukturen ihres Personals (z.B. kurzfristige Erfolgsmessung von CFOs) häufig ebenso kurzsichtig und verlustavers wie Privatanleger.
Die Häufigkeit, mit der ein Investor sein Portfolio bewertet, ist entscheidend: Je kürzer die Evaluierungsperiode, desto stärker wirkt sich die Verlustaversion aus und erhöht damit die geforderte Risikoprämie.
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