Examensarbeit, 2014
123 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Die phänomenologischen Ansätze
2.2 Diskrepanzdefinitionen
3. Vorstellung der drei Fallbeispiele
3.1 Bemerkung
3.2 Fallbeispiel I: Jana
3.2.1 Familiäre Situation, körperliche Entwicklung und schulisches Gesamtleistungsbild
3.2.2 Janas Leistungen im Fach Mathematik
3.2.3 Arbeits- und Sozialverhalten
3.2.4 Diesjähriger Wechsel an die Gesamtschule Suderwich
3.3 Fallbeispiel II: Katharina
3.3.1 Familiäre Situation, körperliche Entwicklung und schulisches Gesamtleistungsbild
3.3.2 Vorgeschichte
3.3.3 Katharinas Leistungen im Fach Mathematik vor Therapiebeginn
3.3.4 Therapieverlauf
3.3.5 Arbeits- und Sozialverhalten
3.3.6 Leistungen in anderen Fächern
3.3.7 Psychische Belastung oder die Frage: Ist Katharina noch motiviert?
3.4 Fallbeispiel Miguel
3.4.1 Vorbemerkung
3.4.2 Familiäre Situation, körperliche Entwicklung und schulisches Gesamtleistungsbild
3.4.3 Gegenwärtige und vorangegangene Klassensituation
3.4.4 Leistungen in anderen Fächern
3.4.5 Miguels Leistungen im Fach Mathematik
3.4.6 Arbeits- und Sozialverhalten
3.5 Nachbetrachtung
4. Einflussfaktoren für Rechenstörungen
4.1 Literaturüberblick
4.2 Erklärungen zu den einzelnen Einflussfeldern
4.2.1 Einflussfeld Kind
4.2.1.1 Kongenitale Einflüsse
4.2.1.2 Neuropsychologische Einflüsse
4.2.1.3 Psychische Einflüsse
4.2.2 Soziokulturelles und familiäres Einflussfeld
4.2.3 Schulisches Umfeld als Einflussfeld
5. Evaluation der Literaturrecherchen
6. Lehrerbefragungen zu den Einflussfaktoren für Rechenstörungen
6.1 Anlage und Ziel der Untersuchung
6.2 Durchführung der Untersuchung
6.2.1 Versuchspersonen
6.2.2 Erhebungsmethoden
6.3 Dokumentation und Auswertung der Daten
7. Darstellung und Ergebnisse der einzelnen Untersuchungsphasen
7.1 Vorbemerkung
7.2 Darstellung und Bewertung der Ergebnisse der Informationsgespräche
7.3 Darstellung und Bewertung der Ergebnisse des Fragebogens
7.4 Ergebnisse der beiden Untersuchungsschritte
8. Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Ursachen und Einflussfaktoren von Rechenstörungen bei Kindern, um Lehrkräften ein tieferes Verständnis für die Problematik zu vermitteln und Defizite in der aktuellen schulischen Unterstützung aufzudecken. Mittels Fallbeispielen und Lehrerbefragungen wird erforscht, wie unterschiedliche Faktoren wie das familiäre Umfeld, neuropsychologische Voraussetzungen und die schulische Situation das mathematische Lernen beeinflussen.
2. Begriffsklärung
„Mein Kind hat in der letzten Mathearbeit eine ‚5‘ geschrieben, also hat es Dyskalkulie!“ – dies stellt eine Haltung dar, die man immer häufiger bei Eltern bemerkt, die eine Rechenschwäche bzw. -störung bei ihrem Kind vermuten, wenn es schlechte Noten mit nach Hause bringt. Doch ob eine Rechenstörung überhaupt vorliegt und was eine solche eigentlich ist, wissen die wenigsten Eltern, und sogar die Experten sind sich über eine klare Definition dieses Themas uneins.
Was nun genau eine „Rechenstörung“ oder „Dyskalkulie“ ist, wird in der gegenwärtigen Forschung nicht eindeutig geklärt. Dabei gehen die Meinungen der Autoren – seien es Mathematikdidaktiker, Psychologen oder auch Ärzte – weit auseinander. Es existieren viele Sichtweisen zu diesem Thema, und in den unterschiedlichen Disziplinen werden die Begriffe auch differenziell gebraucht, sodass eine eindeutige Begriffsbestimmung nicht möglich ist.
Im Folgenden wird nun versucht, die allgemeinen Meinungen zum Thema „Rechenstörungen“ darzustellen.
Lorenz merkt zu diesem Thema an, dass das Vorhandensein einer „Rechenschwäche“ als Erscheinungsbild isolierter schulischer Minderleistung [...] unumstritten [ist], wohl hingegen das, was genauer darunter zu fassen sei“ (Lorenz 1991, S. 6). Dabei fällt auf, dass die einzelnen Begriffe Rechenstörung, mathematische Lernstörung, Dyskalkulie, Rechenschwäche, mathematische Schulleistungsschwäche, mathematische Lernschwäche etc. in diesem Sachverhalt zum Teil bedeutungsgleich, aber auch -verschieden verwandt werden. Lorenz/Radatz benennen allein ca. 40 verschiedene Ausdrücke, die in der wissenschaftlichen Fachliteratur zur Erklärung des Phänomens der Rechenstörung gebraucht werden (1993, S. 17).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Rechenstörungen ein, beleuchtet Prävalenzzahlen und verdeutlicht die weitreichenden negativen Auswirkungen auf das schulische und berufliche Leben der Betroffenen.
2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt und Unschärfe rund um Begriffe wie Rechenstörung und Dyskalkulie und stellt verschiedene wissenschaftliche Definitionsansätze gegenüber.
3. Vorstellung der drei Fallbeispiele: Anhand dreier individueller Fallgeschichten wird die Heterogenität und Komplexität von Rechenstörungen in der schulischen Realität praxisnah veranschaulicht.
4. Einflussfaktoren für Rechenstörungen: Hier erfolgt eine systematische Einteilung der Ursachen in die drei Bereiche Kind, soziokulturelles/familiäres Umfeld und schulisches Umfeld, untermauert durch theoretische Modelle.
5. Evaluation der Literaturrecherchen: Dieses Kapitel bewertet die theoretischen Modelle kritisch und fasst die Erkenntnisse aus der Literaturrecherche zusammen.
6. Lehrerbefragungen zu den Einflussfaktoren für Rechenstörungen: Hier wird der empirische Teil der Arbeit beschrieben, bei dem Mathematiklehrkräfte einer Gesamtschule zu ihren persönlichen Annahmen über Ursachen von Rechenstörungen befragt wurden.
7. Darstellung und Ergebnisse der einzelnen Untersuchungsphasen: Die Ergebnisse der Informationsgespräche und Fragebögen werden ausgewertet, visualisiert und im Kontext der Fachliteratur kritisch diskutiert.
8. Resümee und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und formuliert Forderungen an die universitäre Lehrerausbildung sowie zukünftige Fortbildungsmöglichkeiten.
Rechenstörung, Dyskalkulie, Rechenschwäche, Einflussfaktoren, Mathematikunterricht, Lehrerausbildung, Lernstörung, Diagnoseverfahren, Schulisches Umfeld, Familiäre Bedingungen, Neuropsychologie, Förderdiagnostik, Lernmotivation, Schulleistung, Empirische Untersuchung
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Ursachen und Einflussfaktoren, die zur Entstehung oder Verstärkung von Rechenstörungen bei Schülern führen können, sowohl aus theoretischer als auch aus empirischer Sicht.
Die zentralen Felder umfassen die Definitionsproblematik von Rechenstörungen, die theoretische Klassifikation von Einflussfaktoren (Kind, Umwelt, Schule) sowie die praktische Erhebung von Lehrermeinungen dazu.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie komplex die Entstehung einer Rechenstörung ist und inwiefern das Wissen von Lehrkräften über diese Einflussfaktoren mit dem aktuellen Forschungsstand übereinstimmt.
Die Arbeit kombiniert eine tiefgehende Literaturrecherche mit einer empirischen Untersuchung, die aus qualitativen Informationsgesprächen und einer quantitativen Fragebogenauswertung bei Mathematiklehrern besteht.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Einflussfelder, die detaillierte Darstellung dreier konkreter Schülerfallbeispiele und die Auswertung der Lehrerbefragungen zur Einschätzung dieser Faktoren.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dyskalkulie, Rechenstörung, Einflussfaktoren, multikausale Erklärungsmodelle und die Lehrerperspektive charakterisiert.
Die Fallbeispiele dienen dazu, die abstrakten theoretischen Ursachenmodelle an der realen Lebenswelt von betroffenen Kindern zu veranschaulichen und die Vielfalt der Symptomatiken aufzuzeigen.
Der Autor stellt fest, dass bei den befragten Lehrkräften große Wissenslücken bezüglich der Komplexität von Rechenstörungen bestehen und diese häufig dazu neigen, die Ursachen primär beim Kind selbst zu verorten.
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