Diplomarbeit, 2009
136 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Zielsetzung
3 Definition des Liquiditätsrisikos
3.1 Aufsichtsrechtliche Betrachtung des Liquiditätsrisikos
3.1.1 Notwendigkeit der Bankenregulierung
3.1.2 Bankenregulierung in Deutschland
3.1.3 Initiativen zu Liquiditätsrisiken
3.2 Unterscheidung verschiedener Arten des Liquiditätsrisikos
3.2.1 Market Liquidity Risk und Funding Liquidity Risk
3.2.2 Dispositive und strukturelle Liquiditätsrisiken
3.2.3 Endogenes und exogenes Liquiditätsrisiko
3.3 Die Wirkung verschiedener Bankrisiken auf das Liquiditätsrisiko
3.3.1 Marktrisiko
3.3.2 Operationelles Risiko
3.3.3 Kreditrisiko
3.3.4 Reputationsrisiko
3.3.5 Kundenrisiko
4 Extremwerttheorie
4.1 Benötigte Verteilungen
4.1.1 Gumbel-Verteilung
4.1.2 Fréchet-Verteilung
4.1.3 Weibull-Verteilung
4.1.4 Verallgemeinerte Extremwertverteilung
4.1.5 Verallgemeinerte Paretoverteilung
4.2 Konvergenzsätze
4.3 Peaks-over-Threshold
4.4 Maximum-Likelihood-Schätzung
4.4.1 Beschreibung des Verfahrens
4.4.2 Anwendung auf die POT Methode
5 Kennzahlen zur Beschreibung des Liquiditätsrisikos
5.1 Risikomaße
5.1.1 Eigenschaften von Risikomaßen
5.1.2 Grundlegende Risikomaße
5.2 Liquiditätsablaufbilanz
5.3 Liquidity at Risk
5.4 Dynamic Liquidity at Risk
5.5 Liquidity Value at Risk
6 Frühwarnsystem
7 Ergebnisse und Ausblick
A Betriebs- und finanzwirtschaftliche Grundlagen
B Allgemeine mathematische Grundlagen
C Wahrscheinlichkeitstheoretische Grundlagen
D Grundlegende Verteilungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die mathematische Modellierung und Entwicklung eines Frühwarnsystems zur Ermittlung kurz- und langfristiger Liquiditätsrisiken in Kreditinstituten, um drohende Zahlungsunfähigkeiten durch die Quantifizierung von Liquiditätsengpässen frühzeitig zu identifizieren.
3.2 Unterscheidung verschiedener Arten des Liquiditätsrisikos
In der betriebswirtschaftlichen Literatur ist keine eindeutige Definition des Liquiditätsbegriffs und des Liquiditätsrisikos zu finden. Liquidität und Liquiditätsrisiko lassen sich auf viele verschiedene Arten definieren. Eine komplette Übersicht aller Arten des Liquiditätsrisikos, die sich voneinander abgrenzen lassen, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Deshalb werden im Folgenden diejenigen Begriffe des Liquiditätsrisikos voneinander unterschieden, die für den weiteren Text von Bedeutung sind.
3.2.1 Market Liquidity Risk und Funding Liquidity Risk
Die Betrachtung der Unterschiede des Market Liquidity Risk und des Funding Liquidity Risk sind für diese Arbeit fundamental. Dies hat den Grund, dass die Kennzahlen, die noch beschrieben werden, das Funding Liquidity Risk messen.
Unter Market Liquidity versteht man die Schwierigkeit der Handelbarkeit eines Assets. Die Market Liquidity eines Vermögenswertes ist umso höher, je leichter man es verkaufen kann. Folglich ist Bargeld das Asset mit der höchsten Market Liquidity. Das Market Liquidity Risk definiert sich nun als das Risiko, dass sich die Market Liquidity eines Vermögenswertes verringert, wenn ein Marktteilnehmer seine Handelsposition auflöst.
Die Funding Liquidity beschreibt die Fähigkeit eines Wirtschaftssubjekts seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können. Ein Unternehmen wird als liquide bzw. zahlungsfähig bezeichnet, wenn dessen flüssige Mittel, die sogenannte Liquiditätsreserve, die aus monetarisierbaren Objekten sowie Finanzierungsreserven besteht, die fälligen Verbindlichkeiten übersteigt. Ist dies nicht der Fall, nennt man das Unternehmen illiquide bzw. zahlungsunfähig. Das Funding Liquidity Risk ist das Risiko, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen zu können. Es wird über eine bestimmte, in der Zukunft liegende, Zeitspanne gemessen und setzt sich hauptsächlich aus zwei unterschiedlichen Risikoarten zusammen. Das ist zum einen das Refinanzierungsrisiko, welches die Gefahr beschreibt, Refinanzierungsmittel von verschiedenen externen Quellen ausschließlich zu erhöhten Marktsätzen aufnehmen zu können. Erhöhen sich die Refinanzierungskosten, bezeichnet man dies als Vergrößerung der sogenannten "Liquidity Spreads". Die wohl wichtigste Refinanzierungsquelle für Kreditinstitute ist die Aufnahme liquider Mittel am Interbankenmarkt, wobei dies im Euro-Raum über die EZB möglich ist. Ein Zentralbank-Liquiditätsrisiko, also das Risiko, bei dem die EZB nicht über ausreichend Liquidität verfügt, ist nur in äußerst seltenen Fällen, wie z.B. bei einer Hyperinflation oder einer Devisenkurs-Krise, gegeben.
1 Einleitung: Diese Einleitung motiviert die Relevanz des Liquiditätsmanagements für Banken, besonders im Kontext der Finanzkrise 2008 und neuer aufsichtsrechtlicher Anforderungen.
2 Zielsetzung: Das Kapitel erläutert die Entwicklung eines Prototyps für ein Frühwarnsystem, das Liquiditätsrisiken mittels mathematischer Modelle berechnet und auf Basis von Schwellenwerten warnt.
3 Definition des Liquiditätsrisikos: Hier werden die aufsichtsrechtlichen Grundlagen (MaRisk, LiqV) sowie verschiedene Kategorisierungen des Liquiditätsrisikos, wie Market- und Funding-Liquidität, detailliert abgegrenzt.
4 Extremwerttheorie: Dieses Kapitel liefert die mathematischen Grundlagen, insbesondere verschiedene Verteilungen (Gumbel, Fréchet, Weibull) und die Peaks-over-Threshold-Methode für die Risikoanalyse.
5 Kennzahlen zur Beschreibung des Liquiditätsrisikos: Die theoretischen Kennzahlen wie VaR, Expected Shortfall, LVaR und DyLaR werden definiert und auf ihre Eigenschaften als Risikomaß untersucht.
6 Frühwarnsystem: Die praktische Umsetzung des in der Arbeit entwickelten Prototyps wird hier anhand von Software-Screenshots und der Anwendung der POT-Methode demonstriert.
7 Ergebnisse und Ausblick: Eine abschließende Betrachtung der erarbeiteten Resultate sowie Vorschläge zur Weiterentwicklung des Modells, etwa durch den Einbau von Copulas oder Zeitreihenanalysen.
Liquiditätsrisiko, Funding Liquidity Risk, Marktliquidität, Extremwerttheorie, Peaks-over-Threshold, Value at Risk, LVaR, MaRisk, Liquiditätsablaufbilanz, Frühwarnsystem, Stresstests, Finanzkrise, Bankenregulierung, Risikomanagement, Verteilungsfunktion
Die Arbeit beschäftigt sich mit der mathematischen Modellierung und Quantifizierung von Liquiditätsrisiken in Kreditinstituten, um ein Frühwarnsystem zur Erkennung von Zahlungsunfähigkeiten zu entwickeln.
Die Arbeit behandelt die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Liquiditätsrisikomanagement, die mathematischen Grundlagen der Extremwerttheorie zur Modellierung seltener Extremereignisse sowie die praktische Implementierung einer Liquiditätsablaufbilanz.
Das Ziel ist die Erstellung eines Prototyps einer Software, die Liquiditätsengpässe in Kreditinstituten mittels statistischer Verfahren (POT-Methode) identifiziert und so das Risikomanagement unterstützt.
Es werden Methoden der Zeitreihenanalyse, die statistische Extremwerttheorie zur Modellierung von "Tails" von Verteilungen sowie die Maximum-Likelihood-Schätzung zur Parameterbestimmung verwendet.
Im Hauptteil werden die MaRisk und die LiqV analysiert, verschiedene Liquiditätsrisikoarten (Market vs. Funding Liquidity) unterschieden und Kennzahlen zur Risikomessung wie der Liquidity Value at Risk (LVaR) theoretisch hergeleitet.
Die vorgestellten Maße wie LVaR oder Expected Shortfall dienen der Quantifizierung von Liquiditätsrisiken, wobei die Arbeit insbesondere deren mathematische Eigenschaften und die Eignung als Risikomaß prüft.
Die MaRisk bilden den regulatorischen Rahmen, der die Kreditinstitute zur Durchführung von Stresstests verpflichtet; das entwickelte System unterstützt die Institute dabei, diese Anforderungen durch eine mathematisch fundierte Risikosteuerung zu erfüllen.
Während klassische Ansätze oft statisch sind, betrachtet das DyLaR die Streuung von Zahlungsströmen über verschiedene Szenarien hinweg und integriert stochastische Cashflows, um dynamischere Aussagen über Liquiditätslücken zu treffen.
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