Bachelorarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Basistheorien
2.1 Kollektives Bewusstsein und kollektives Gedächtnis
2.2 Soziologie der Emotionen
2.3 Raumsoziologie
3. Zusammenspiel der Theorien
3.1 Gedächtnistheorie – Raumsoziologie
3.2 Gedächtnistheorie – Soziologie der Emotionen
3.3 Raumsoziologie – Soziologie der Emotionen
3.4 Zusammenfassung und Hypothese
4. Forschungsmethode „Qualitative Inhaltsanalyse“
4.1 Qualitative Inhaltsanalyse als Forschungsmethode
4.2 Vorgehensweise am Beispiel des Denkmals für die ermordeten Juden Europas
5. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas
5.1 Chronik, Architektur und Eröffnung des Denkmals
5.1.1 Chronik
5.1.2 Architektur
5.1.3 Der New Yorker Architekt Peter Eisenman
5.1.4 Die Eröffnung des Denkmals
5.2 Debatten um das Denkmal
5.2.1 Die Debatte um die Baustofffirma Degussa
5.2.2 Die Debatte um einen Zahn
5.3 Metaphern als Ausdruck der Wahrnehmung
5.4 Emotionen und Verhalten der Besucher
5.4.1 Wahrnehmung, über die in Form von Emotionen berichtet wurde
5.4.2 Wahrnehmung, über die in Form von Verhalten berichtet wurde
6. Ergebnisse aus Theorie und Forschung
6.1 Faktoren, die die Wahrnehmung beeinflussen
6.1.1 Wahrnehmungen, die durch die Zugehörigkeit des Besuchers zu einer gesellschaftlichen Gruppe beeinflusst werden
6.1.2 Wahrnehmungen, die durch die Architektur und die Atmosphäre des Raums beeinflusst werden
6.1.3 Wahrnehmungen, die durch andere Faktoren beeinflusst werden
6.2 Veränderungen in der Wahrnehmung
7. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, welche Arten der Wahrnehmung bei der Begehung öffentlicher Erinnerungsräume Auswirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft haben können, wobei das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ in Berlin als zentrales Fallbeispiel dient.
5.1.2 Architektur
Das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ wurde in Berlin auf einem ungefähr 19000 Quadratmeter großen Platz, den ehemaligen „Ministergärten“, in der Nähe des Brandenburger Tors, des Reichstags und des Tiergartens errichtet (Standort siehe Karte im Anhang, Abbildung 3). Es wurde über dem ehemaligen Bunker des Propagandaministers Goebbels gebaut, in dessen Nähe auch Hitlers Leiche verbrannt wurde. Das Denkmal ist dem Gedenken an die ca. sechs Millionen Juden gewidmet, die im Holocaust durch das NS-Regime auf grausame Weise getötet wurden. Die zentral gelegene, nicht zu übersehende Gedenkstätte in der Hauptstadt Deutschlands zeugt vom Bekenntnis des offiziellen Deutschlands zur historischen Verantwortung und dem Willen zur Aufarbeitung und Wiedergutmachung (Broomby, 2001).
Das Denkmal besteht aus dem Stelenfeld und dem unterirdischen „Ort der Information“ und wurde von dem New Yorker Architekten Peter Eisenman entworfen (Stiftung 2000).
Das Stelenfeld besteht aus 2711 eng beieinander stehenden Stelen (graue Betonsäulen) unterschiedlicher Höhen. Am Rand des Platzes sind die Stelen niedrig, oft weniger als einen Meter hoch, in der Mitte erreichen sie eine Höhe von bis zu fünf Metern. Der Straßenlärm ist in der Mitte nur noch gedämpft zu hören. Die geraden, gepflasterten Wege zwischen den Stelen sind uneben, zur Mitte hin leicht abschüssig und geben jeweils Platz zum Begehen für nur eine Person. Das Feld ist von allen Seiten her jederzeit frei zugänglich. An der westlichen Seite wurden einige Bäume gepflanzt, die einen Übergang zum angrenzenden Tiergarten bilden.
Kürzlich wurden 23 QR-Steine rund um das Stelenfeld im Boden eingelassen, sodass während des Begehens ein eigens für das Denkmal komponierte Konzert über eine App am Smartphone gehört werden kann (Neuberg 2014).
Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung des Denkmals bildeten sich erste Risse in den Betonsäulen, die witterungsbedingt entstanden sind und weiterhin wegen des Baustoffes Beton, der sich durch Kälte oder Hitze ständig verändert, entstehen. Tägliche Kontrollgänge und sukzessive Ausbesserungen der Risse sind nun erforderlich. (Meyer 2012).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der emotionalen Wahrnehmung öffentlicher Erinnerungsräume ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach deren strukturellen Auswirkungen.
2. Basistheorien: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente aus den Bereichen kollektives Bewusstsein/Gedächtnis, Soziologie der Emotionen und Raumsoziologie.
3. Zusammenspiel der Theorien: Die verschiedenen theoretischen Ansätze werden hier verknüpft, um eine Hypothese über die Wirkungsweise von Erinnerungsräumen auf die Gesellschaft abzuleiten.
4. Forschungsmethode „Qualitative Inhaltsanalyse“: Es werden die methodischen Vorgehensweisen dargelegt, insbesondere die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse auf Zeitungsartikel und Internetberichte.
5. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas: Dieser Hauptteil beschreibt die baulichen Fakten, die architektonische Gestaltung, die Rolle des Architekten sowie die zahlreichen öffentlichen Debatten um das Denkmal.
6. Ergebnisse aus Theorie und Forschung: Hier werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt, insbesondere hinsichtlich der Faktoren, die die individuelle Wahrnehmung beeinflussen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die fortwährende Bedeutung der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit durch öffentliche Erinnerungsräume.
Holocaust-Mahnmal, Erinnerungsraum, Wahrnehmung, Kollektives Gedächtnis, Soziologie der Emotionen, Raumsoziologie, Peter Eisenman, qualitative Inhaltsanalyse, Stelenfeld, Gedenkkultur, emotionale Wirkung, soziale Strukturen, Berlin, Holocaust, Erinnerungskultur.
Die Arbeit untersucht, wie Menschen öffentliche Erinnerungsräume wahrnehmen und welche Emotionen sowie Verhaltensweisen dadurch ausgelöst werden.
Die Themen umfassen die Soziologie der Erinnerung, die Wirkung von Architektur auf Emotionen, sowie die gesellschaftliche Bedeutung von Gedenkstätten am Beispiel des Berliner Holocaust-Mahnmals.
Die zentrale Frage ist, welche Arten der Wahrnehmung bei der Begehung öffentlicher Erinnerungsräume Auswirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft haben können.
Es kommt die qualitative Inhaltsanalyse zur Anwendung, bei der nationale und internationale Zeitungsartikel sowie Online-Berichte ausgewertet werden.
Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte, Architektur, öffentliche Debatten (wie die Degussa-Kontroverse) und das tatsächliche Besucherverhalten am Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Wichtige Begriffe sind Erinnerungsraum, Holocaust-Mahnmal, kollektives Gedächtnis, emotionale Wahrnehmung, Architektur, gesellschaftliche Wirkung und qualitative Forschung.
Es stellt einen prominenten, künstlich errichteten und öffentlich begehbaren Raum dar, der intensiv debattiert wurde und bei Besuchern vielfältige emotionale Reaktionen hervorruft.
Die Debatten zeigen, wie die Wahrnehmung eines Ortes durch gesellschaftliche Diskurse und die Bekanntheit von Hintergrundinformationen (z.B. Firmenhintergründe) maßgeblich beeinflusst werden kann.
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