Bachelorarbeit, 2012
98 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Fußball als Wirtschaftsfaktor
1.2 Zielsetzung der Arbeit und Vorgehen
2. Organisation des professionellen Fußballs
2.1 Struktur des Fußballs
2.1.1 Struktur auf internationaler Ebene
2.1.2 Struktur auf nationaler Ebene
2.2 Das Ein-Platz-Prinzip
3. Die Grundzüge des Kartellrechts
3.1 Wettbewerbsbeschränkende Maßnahmen
3.1.1 Wettbewerb
3.1.2 Wettbewerbsbeschränkung
3.1.2.1 Art. 101 Abs. 1 AEUV
3.1.2.2 Art. 101 Abs. 3 AEUV
3.2 Der Missbrauch marktbeherrschender Stellungen
3.2.1 Art. 102 AEUV
3.2.2 Die beherrschende Stellung
3.2.3 Der relevante Markt
3.2.3.1 Sachliche Abgrenzung
3.2.3.2 Räumliche Abgrenzung
3.3 Fusionskontrolle
3.4 Verhältnis zw. Art. 101 AEUV und Art. 102 AEUV
4. Vereinbarkeit des Sports mit dem Kartellrecht
4.1 Besonderheiten des sportlichen Wettbewerbs
4.1.1 Besonderheiten des Fußballmarktes
4.1.1.1 Assoziative Konkurrenz
4.1.1.2 Das Abhängigkeitsverhältnis
4.1.2 Besonderheiten des Produktes Fußball
4.1.2.1 Uno-Acto-Prinzip
4.1.2.2 Uncertainty of outcome
4.1.3 Sonstige Besonderheiten
4.1.3.1 Integrität des Wettbewerbs
4.1.3.2 Chancengleichheit
4.2 Problematik
4.3 Der Sport im Unionsrecht
4.4 Anwendbarkeit des Unionsrecht auf den Profifußball
5. Beispiele aus der Kommissionspraxis
5.1 Transferregelungen im Profifußball
5.1.1 Regelungsbedarf des Spielertransfers – national und international
5.1.2 Transferregelungen vor dem Bosman-Urteil
5.1.3 Der Fall Bosman
5.1.3.1 Der Sachverhalt
5.1.3.2 Inhalte des Urteils
5.1.3.3 Folgen des Urteils
5.1.4 FIFA-Transferreglement nach dem Bosman-Urteil
5.1.5 Rechtsqualität
5.1.6 Vereinbarkeit mit dem europäischen Wettbewerbsrecht
5.1.6.1 Art. 101 Abs. 1 AEUV
5.1.6.2 Freistellungsfähigkeit
5.1.6.3 Art. 102 AEUV
5.2 Die zentrale Rechtevermarktung der DFL
5.2.1 Die Entwicklung der Fernsehgelder
5.2.2 Die Bedeutung der Fernseh-Übertragungsrechte
5.2.2.1 Aus Sicht der Bundesliga-Vereine
5.2.2.2 Aus Sicht der übertragenen Sender
5.2.3 Aktuelle Ausgestaltung der Vermarktung der Fernsehübertragungsrechte
5.2.3.1 Zentralvermarktung
5.2.3.2 Bestimmung des originären Inhabers der Übertragungsrechte
5.2.4 Problematik
5.2.5 Kartellrechtliche Beurteilung
5.2.5.1 Art. 101 Abs. 1 AEUV
5.2.5.2 Art. 102 AEUV
5.2.5.3 Freistellungsfähigkeit
5.2.5.4 Kritik
5.2.6 Rechtevergabe 2013/2014
5.2.7 Exkurs: Pay-TV
5.3 Das Lizenzierungsverfahren
5.3.1 Die Rechtsnatur des Lizenzvertrags
5.3.2 Das Lizenzierungsverfahren der DFL
5.3.3 Kartellrechtliche Beurteilung
5.3.3.1 Art. 101 Abs. 1 AEUV
5.3.3.2 Dogmatische Ansätze einer Rechtfertigung
5.3.3.3 Freistellungsfähigkeit nach Art. 101 Abs. 3 AEUV
5.3.3.4 Art. 102 AEUV
5.4 Die „50+1“- Klausel
5.4.1 Der Fall ENIC/UEFA
5.4.1.1 Der Sachverhalt
5.4.1.2 Die Bedeutung der Entscheidung
5.4.2 Die „50+1“- Klausel in Deutschland
5.4.3 Vereinbarkeit mit dem europäischen Wettbewerbsrecht
5.4.3.1 Art. 101 Abs. 1 AEUV
5.4.3.2 Rechtfertigung
6. Zusammenfassung
7. Kritische Würdigung und Optimierungsmöglichkeiten
8. Anhang
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Konfliktpotenzial zwischen den Strukturen des professionellen Fußballs und dem europäischen Kartellrecht. Ziel der Arbeit ist es, auf Basis der geltenden Wettbewerbsnormen (Art. 101 und 102 AEUV) zu bewerten, inwieweit die spezifischen Organisations- und Vermarktungsmechanismen im Fußball rechtlich zulässig sind oder eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung darstellen.
4.1.1.2 Das Abhängigkeitsverhältnis
Während eine Monopolstellung der jeweiligen Liga oder dem Verband noch erwünscht ist, herrscht innerhalb der Liga ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zwischen den einzelnen Vereinen. Um erfolgreich sein zu können, brauchen die Vereine gegeneinander. Einem Verein mit Alleinstellung fehlt die Grundlage seiner weiteren Tätigkeit, und zwar die Gegner. Ziel stellt es dar, dass die Liga so ausgeglichen und attraktiv wie möglich ist. Da ein Ligamitglied nur dann langfristig überleben kann, wenn in ausreichender Zahl vergleichbar starke Konkurrenten vorhanden sind, bedarf es einem gewissen Grad der Solidarität zwischen den Vereinen.
1. Einleitung: Einführung in die ökonomische Bedeutung des Profifußballs und die zunehmende Relevanz kartellrechtlicher Regulierungen für den Sportsektor.
2. Organisation des professionellen Fußballs: Detaillierte Darstellung der hierarchischen Struktur internationaler und nationaler Verbände sowie Erläuterung des für den Sport charakteristischen Ein-Platz-Prinzips.
3. Die Grundzüge des Kartellrechts: Erläuterung der für den Sport relevanten kartellrechtlichen Grundlagen, insbesondere des Kartellverbots, der Missbrauchskontrolle und der Fusionskontrolle im europäischen Kontext.
4. Vereinbarkeit des Sports mit dem Kartellrecht: Analyse der Besonderheiten des sportlichen Wettbewerbs und der theoretischen Problematik der Anwendung allgemeiner Wettbewerbsregeln auf den Profifußball.
5. Beispiele aus der Kommissionspraxis: Eingehende kartellrechtliche Prüfung konkreter Problemfelder wie Transferregelungen, der zentralen Rechtevermarktung, des Lizenzierungsverfahrens und der „50+1“-Klausel.
6. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Konfliktlage zwischen sportlichen Autonomiebestrebungen und den Vorgaben des europäischen Kartellrechts.
7. Kritische Würdigung und Optimierungsmöglichkeiten: Abschließende Reflexion über die künftige Notwendigkeit, kartellrechtliche Rahmenbedingungen mit den sportlichen Eigenheiten in Einklang zu bringen.
Profifußball, Kartellrecht, Art. 101 AEUV, Art. 102 AEUV, Sportrecht, Zentralvermarktung, Transferregelungen, Lizenzen, 50+1-Klausel, Wettbewerbsbeschränkung, DFL, DFB, UEFA, FIFA, Chancengleichheit.
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen den Strukturen des professionellen Fußballs und den europäischen Wettbewerbsregeln, insbesondere ob kartellrechtliche Verbote auf den Sportsektor anwendbar sind.
Zentrale Schwerpunkte sind die Vermarktung von Fernsehrechten, das System der Spielertransfers, die Anforderungen an die Vereinslizenzierung sowie die rechtliche Zulässigkeit der deutschen 50+1-Regel.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das bestehende Kartellrecht die Autonomie des Profifußballs einschränkt und welche Auswirkungen dies auf die sportliche Struktur hat.
Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse einschlägiger Rechtsprechung (EuGH/EuG) und einer ökonomischen Betrachtung der Marktstrukturen im Profifußball.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse spezifischer Praxisbeispiele wie dem Bosman-Urteil, der zentralen TV-Rechtevermarktung durch die DFL und den Anforderungen an die Lizenzierung von Vereinen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Profifußball, Kartellrecht, Wettbewerbsbeschränkung, Zentralvermarktung, Transferregeln und 50+1-Klausel beschreiben.
Die Arbeit sieht in der Zentralvermarktung ein grundsätzlich wettbewerbsbeschränkendes Instrument, das jedoch unter strengen Auflagen (wie dem Fondmodell oder Verbraucherinteressen) als freistellungsfähig angesehen wird.
Es beschreibt die Alleinstellung von Verbänden bei der Organisation und Veranstaltung des gesamten Wettkampfbetriebs, was aus kartellrechtlicher Sicht eine natürliche Monopolstellung darstellt.
Die Autorin sieht die 50+1-Klausel kritisch, da sie den Wettbewerb einschränkt und als marktbeeinträchtigend wirkt, ohne dass sie zwingend zur Erhaltung der sportlichen Integrität erforderlich wäre.
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