Examensarbeit, 2013
93 Seiten, Note: 12
1. Einleitung
2. Begriffliche Erklärungen
2.1 Soziale Ungleichheit
2.1.2 Der soziale Raum
2.1.3 Diskriminierungen
2.1.4 Reproduktion der Schichten
3. Geschlechtsrollen
3.1 Geschlecht als Konstrukt
3.2 Geschlechtsstereotype
3.3 Geschlechtsspezifische Arbeitssteilung
4. Geschlechtsspezifische Ungleichheit
5. Frauenbewegung und Feminismus
5.1 Frauenbewegung
5.2 Feminismus
6. Die gesellschaftliche und soziale Rolle der Frau im historischen Diskurs
6.1 Das Frauenbild im Spätmittelalter
6.2 Das Bild der Frau aus der natürlichen Perspektive
6.2.1 Gesellschaftliche Ausgangslage für die ersten Frauenbewegungen
6.3 Die Anfänge der Frauenbewegung
6.3.1 Einfluss der Märzrevolution von 1848 auf die Frauenbewegung
6.4 Erste Welle der Frauenbewegung (1849 – 1950)
6.4.1 Frauenbewegung als Frauenbildungsbewegung
6.4.2 Berufsbildung
6.4.3 Der Kampf um die politische Gleichberechtigung
6.4.4 Die Frauenbewegung als Sittlichkeitsbewegung
6.4.5 Der erste Weltkrieg – Vater der Frauenemanzipation?
6.4.6 Weimarer Republik
6.5 Die Rolle der Frau im Nationalsozialismus
6.6 Die zweite Frauenbewegung
6.6.1 Die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg
6.6.2 Gesellschaftliche Ausgangslage der zweiten Frauenbewegung
6.6.3 Die Anfänge der neuen Frauenbewegung
6.6.4 Die Zeit der Selbstbesinnung
6.6.5 Hausarbeitsdebatte in den 1970er Jahren
6.6.6 Institutionalisierung, Differenzierung und das ökologische Jahrzehnt
6.6.7 Die 1990er- Jahre: Gender Mainstreaming als institutionalisierte Frauenpolitik
7. Erfolge und Resultate der Frauenbewegungen - Die gesellschaftliche und soziale Rolle der Frau in der Gegenwart
7.1 Wandel der Geschlechtsrollen
7.2 Erwerbstätigkeit- geschlechtsspezifische Probleme aufgrund der sozialen und gesellschaftlichen Rolle
7.2.1 Equal pay day
7.2.2 Problematik des Status „Alleinerziehend“
7.2.3 Frauenberufe – Dienstleistungsberufe
7.2.4 Die Teilzeitarbeit
7.2.5 Die gebildete Frau – Möglichkeiten und Grenzen für Frauen mit akademischen Graden
8. Resümee
9. Kurzbiografien
9.1 Louise Otto-Peters (1819-1895)
9.2 Clara Zetkin (1857-1933)
9.3 Louise Dittmar (1807-1884)
9.4 Helene Lange (1848 – 1930)
9.5 Gertrud Bäumer (1873 – 1954)
9.6 Alice Schwarzer
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der gesellschaftlichen (Un)Gleichheit von Frauen in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss der Erfolge und Resultate der ersten und zweiten Frauenbewegung auf die soziale und geschlechtsspezifische Situation der Frau in der heutigen Gesellschaft zu analysieren und kritisch zu beleuchten.
Die Anfänge der neuen Frauenbewegung
Die neue Frauenbewegung (die zweite Welle) entstand im Rahmen der Bürgerrechts- und Protestbewegungen, „die in den 1960er Jahren gegen das restaurative politische Klima, gegen Wiederbewaffnung und Atomwaffen, gegen eine konservativ-autoritär geprägte Politik des Vergessens aufbegehrte“ (GERHARD 2009, 110) und so die von den Besatzungsmächten auferlegte Demokratie in eine eigene, lebendige Demokratie verwandelte. Der Begriff der »neuen« Frauenbewegung wurde gewählt, da sich die Frauen bewusst von den zahm gewordenen Frauenverbänden absetzen wollten und statt der ausschließlichen Fokussierung auf Gleichberechtigung und Partizipation am bestehenden System vor allem für eine Veränderung der Gesellschaft, der Politik und der politischer Teilhabe kämpften. „In der Gegenüberstellung und Kritik an der etablierten Frauenpolitik wurde die Bezeichnung Feminismus (vgl. Kapitel 5.2) auch im Deutschen üblich und erhielt ihren radikalen, alle gesellschaftlichen Bereiche umfassenden Sinn“ (GERHARD 2009, 110) der seinen negativ behafteten Beigeschmack bis heute behalten hat.
Für die eng mit der Studentenbewegung verknüpfte Frauenbewegung sind zwei Ereignisse von übergeordneter Wichtigkeit – (1) der Tomatenwurf (1968) und (2) die Aktion „Ich habe abgetrieben“, die in der Zeitschrift STERN im Jahr 1971 erschien.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der historischen und aktuellen (Un)Gleichheit der Frau in Deutschland dar.
2. Begriffliche Erklärungen: Hier werden soziologische Begriffe wie soziale Ungleichheit, der soziale Raum und Diskriminierung als theoretischer Rahmen für die historische Analyse definiert.
3. Geschlechtsrollen: Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung von Geschlechtsrollen, Geschlechterstereotypen und die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in unserer Gesellschaft.
4. Geschlechtsspezifische Ungleichheit: Hier wird die soziale Ungleichheit zwischen Männern und Frauen als eigenständiges gesellschaftliches Problem thematisiert.
5. Frauenbewegung und Feminismus: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Frauenbewegung und Feminismus und deren jeweiligen emanzipatorischen Ansätzen.
6. Die gesellschaftliche und soziale Rolle der Frau im historischen Diskurs: Ein historischer Abriss der Frauenbewegung vom Spätmittelalter bis in die 1990er Jahre, der die Entwicklung von den ersten Frauenbewegungen bis zu Gender Mainstreaming darstellt.
7. Erfolge und Resultate der Frauenbewegungen - Die gesellschaftliche und soziale Rolle der Frau in der Gegenwart: Eine Analyse des heutigen Standes der Gleichberechtigung, insbesondere unter Berücksichtigung von Arbeitsmarkt, Erwerbstätigkeit und Familie.
8. Resümee: Eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse, die den fortbestehenden Widerspruch zwischen Freiheit und Gleichheit aufzeigt.
9. Kurzbiografien: Kurzporträts bedeutender deutscher Frauenrechtlerinnen und Feministinnen wie Louise Otto-Peters und Alice Schwarzer.
Frauenbewegung, Feminismus, Geschlechterrollen, Soziale Ungleichheit, Gleichberechtigung, Arbeitsteilung, Emanzipation, Gender Mainstreaming, Lohngleichheit, Reproduktionsarbeit, Frauenbildung, Patriarchat, Alleinerziehende, Diskriminierung, Moderne.
Die Arbeit untersucht die historische Geschichte der deutschen Frauenbewegung und analysiert die Konzepte der Gleichheit im Diskurs unter Berücksichtigung soziologischer Grundlagen.
Zentrale Themen sind die historische Unterdrückung der Frau, der Kampf für Bildungs- und Arbeitsrechte, die Unterschiede zwischen bürgerlicher und proletarischer Frauenbewegung sowie heutige Herausforderungen wie Lohnlücke und Teilzeitarbeit.
Ziel ist es, den historischen Prozess der sozialen und geschlechtsspezifischen (Un)Gleichheit aufzuzeigen und zu analysieren, welchen Einfluss diese Entwicklungen auf die aktuelle Lebenssituation von Frauen in Deutschland haben.
Die Arbeit nutzt eine historisch-soziologische Perspektive. Sie stützt sich auf eine Analyse soziologischer Begriffe, die Auswertung historischer Dokumente sowie statistische Daten zur Lebensrealität von Frauen in der Gegenwart.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in soziologische Konzepte, einen umfangreichen historischen Abriss von der Zeit des Mittelalters bis zur institutionalisierten Frauenpolitik der 1990er Jahre und eine Gegenwartsanalyse.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Frauenbewegung, Feminismus, Geschlechtsrollen, soziale Ungleichheit, Gender Mainstreaming und das Konzept der doppelten Vergesellschaftung.
Die Debatte machte deutlich, dass unbezahlte Arbeit im Haushalt und Familie zentral für die geschlechtsspezifische Benachteiligung ist und forderte eine Aufwertung dieser Tätigkeit.
Obwohl es als Leitprinzip dient, wird kritisiert, dass es oft ein rein affirmatives Instrument bleibt, das zwar Differenzen benennt, aber nicht grundlegend an der Machtverteilung zwischen den Geschlechtern ansetzt.
Alleinerziehende Frauen sind aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten und oft prekärer Arbeitsverhältnisse am stärksten von Armut und Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen betroffen.
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