Bachelorarbeit, 2013
70 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Die 1950er Jahre
1. Veränderung der Frauenrolle
1.1 Von der ‚Trümmerfrau‘ zur ‚Hausfrau‘
1.2 Haushalt und Erwerbsarbeit
2. Konsum und Lebensstil
3. Familie und Ehe
4. Der Bildungsbereich
III. Zwei entscheidende Wandlungsprozesse
1. Bildungsexpansion
2. Die neue Frauenbewegung
IV. Individualisierungskonzept von Ulrich Beck
1. Individualisierung in der zweiten Moderne
2. Entzauberungs- und Reintegrationsdimension
V. Frauen im Wandel in der zweiten Moderne
1. Erwerbsarbeit
2. Familien- und Lebensformen
2.1 Ehe
2.1.1 Bildungsaspekt
2.1.2 Kinderaspekt
2.2 Nichteheliche Lebensgemeinschaft
2.3 Single
3. Scheidung
VI. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht soziologisch die Veränderungsprozesse von Frauen in der Bundesrepublik Deutschland ab 1950. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Wechselwirkung zwischen der erlangten weiblichen Selbstständigkeit seit der Nachkriegszeit, den strukturellen gesellschaftlichen Umbrüchen und der zunehmenden Individualisierung, die das Leben und die Lebensformen von Frauen nachhaltig prägten.
1.1 Von der ‚Trümmerfrau‘ zur ‚Hausfrau‘
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges weiß niemand, wie es weiter gehen soll, denn es besteht ein enormer Mangel. „Mangel an Wohnraum, Mangel an Nahrung, Mangel an den nötigsten Gebrauchsgegenständen, Mangel an Rohstoffen, vor allem aber Mangel an männlichen Arbeitskräften“ (Ruhl 1988: 7). Frauen sind nach dem Krieg im Überschuss, da zu dieser Zeit viele Männer entweder im Krieg gefallen oder noch in Kriegsgefangenschaft sind. Im Oktober 1946 gibt es in Deutschland ca. 7 Millionen mehr Frauen als Männer. Diese machten andere Kriegserfahrungen, als ihre Männer. Sie erlebten Bombenangriffe, wurden vertrieben und mussten flüchten, erlebten Vergewaltigungen und erlitten Hunger. Am Ende des Krieges standen die Frauen vor den zerstörten Städten und Dörfern, die es nun, unter dem Motto: „Wir Frauen müssen es machen“ (Theile 2006: 251), aufzubauen gilt.
Die ‚Trümmerfrauen‘, so werden die Frauen bezeichnet, die in der Nachkriegszeit die Trümmer beseitigen, werden zum Symbol für den deutschen Aufbauwillen und die Überlebenskraft. Durch die psychische und körperliche Schwerstarbeit der Frauen, werden die Städte schnell von Schutt befreit, sodass ein Wiederaufbau möglich wird. Die Sorge ums Überleben treibt viele Frauen freiwillig zur Trümmerbeseitigung, denn diese garantiert neben Lohn, auch höhere Lebensmittelrationen. Schwere körperliche Arbeit wird mit einer besseren Lebensmittelzuteilung belohnt. Viele Frauen sind auf diese Leistungen angewiesen, denn sie alleine tragen die Last im täglichen Existenzkampf.
I. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und der methodischen Herangehensweise an die Veränderungsprozesse der Rolle der Frau ab 1950.
II. Die 1950er Jahre: Analyse der gesellschaftlichen Umbrüche, der Frauenrolle zwischen Trümmerzeit und Restauration sowie die Entwicklung von Ehe, Familie und Bildung.
III. Zwei entscheidende Wandlungsprozesse: Untersuchung der Bildungsexpansion und der neuen Frauenbewegung als treibende Kräfte institutioneller und gesellschaftlicher Veränderungen.
IV. Individualisierungskonzept von Ulrich Beck: Darstellung der theoretischen Grundlage zur soziologischen Analyse der zweiten Moderne und des Individualisierungsschubs.
V. Frauen im Wandel in der zweiten Moderne: Detaillierte Betrachtung von Erwerbsarbeit, Familienformen (Ehe, nichteheliche Lebensgemeinschaft, Single) und Scheidungswandel.
VI. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Fazit über die dauerhafte Entwicklung weiblicher Selbstständigkeit.
Frauenrolle, 1950er Jahre, Bildungsexpansion, neue Frauenbewegung, Individualisierung, Ulrich Beck, Erwerbsarbeit, Ehe, Familie, Nichteheliche Lebensgemeinschaft, Single, Scheidung, Selbstständigkeit, Soziologie, zweite Moderne.
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Betrachtung der Veränderungsprozesse von Frauen in der deutschen Gesellschaft seit 1950 bis in die heutige Zeit.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Frauenrolle, den Bildungssektor, verschiedene moderne Lebensformen, die Rolle der Erwerbsarbeit sowie soziologische Konzepte des Wandels.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Lebenslagen und Handlungsspielräume von Frauen durch gesellschaftliche und institutionelle Wandlungsprozesse seit den 1950er Jahren nachhaltig verändert haben.
Die Autorin stützt sich auf eine soziologische Literaturanalyse und theoretische Konzepte wie das Individualisierungskonzept von Ulrich Beck, um gesellschaftliche Veränderungen zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Nachkriegszeit, der Bedeutung der Bildungsexpansion und Frauenbewegung, die theoretische Fundierung durch Beck sowie eine detaillierte Untersuchung der aktuellen Erwerbs- und Lebensformen von Frauen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Individualisierung, Bildungsexpansion, Rollenwandel, Doppelbelastung und die Transformation von Familienmodellen.
Die 1950er Jahre werden als Ausgangspunkt gewählt, da hier durch den Wiederaufbau und die Rückkehr zu konservativen Strukturen jene spezifischen Dynamiken entstanden sind, die den späteren Wandel maßgeblich beeinflusst haben.
Das Konzept dient dazu, den Übergang von der ersten zur zweiten Moderne zu erklären, in dem traditionelle Lebensläufe und Rollenbilder für Frauen zugunsten einer wählbaren "Bastelbiographie" an Stabilität verloren haben.
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