Bachelorarbeit, 2013
44 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Stoffgeschichte
2.1 Ursprünge des Märchenstoffes Rotkäppchen und deren Einflüsse auf Perrault
2.2 Le Petite Chaperon rouge
2.3 Entwicklungen nach Perrault
3 Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie
3.1 Entstehungs – und Publikationsgeschichte
3.1.1 Tiecks Phantasus
3.2 Analyse und Interpretationsansätze
3.2.1 Erste Szene
3.2.2 Zweite Szene
3.2.3 Dritte Szene
3.2.4 Vierte Szene
3.2.5 Fünfte Szene
3.3 Tragödie oder Parodie?
3.4 Rezensionsgeschichte
4 Vergleich: Perrault – Tieck – Grimm
4.1 Abweichungen von Perrault
4.2 Das Rotkäppchen der Brüder Grimm
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das weitgehend unbekannte Märchendrama "Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie" von Ludwig Tieck aus dem Jahr 1800 und setzt es in den Kontext der literarischen Entwicklung des Rotkäppchen-Stoffes. Ziel ist es, die Transformation des Märchens von der Vorlage Charles Perraults über Tiecks dramatische Bearbeitung bis hin zur Fassung der Brüder Grimm zu analysieren und dabei sowohl inhaltliche Unterschiede als auch Einflüsse des jeweiligen Entstehungshintergrunds, insbesondere politischer und sozialer Art, herauszuarbeiten.
3.2.2 Zweite Szene
Die zweite Szene spielt im Wald, der Jäger tritt auf. Auch er beginnt mit einem kurzen Monolog. Er beklagt sich bitter über seinen Beruf als Jäger und beneidet die übrigen Dorfbewohner um ihre ruhigen Feierabende, während er sich im Wald herumschlagen muss. Der Jäger wirkt also zunächst rundum unzufrieden und spricht davon, dass nur der Tabak und seine Pfeife ihn noch bei Laune halten. Gleichzeitig hängt er aber seinen Gedanken nach, bewundert die Wissenschaft und die Klugheit der Menschen, durch die schon viel Nützliches und Kunstvolles geschaffen wurde (vgl. S.369, Z.20 ff.). Als das Rotkäppchen, das sich gerade auf dem Heimweg von der Großmutter durch den Wald befindet, auf den Jäger trifft, scheint sich dessen Mine aufzuhellen und er begrüßt es mit den Worten: „Ei Rotkäppchen, sei tausendmal willkommen!“ (S.370, Z.15). Es stellt sich im Gespräch der beiden heraus, dass der Jäger auf der Jagd nach dem von der Großmutter bereits angekündigten Wolf ist. Diesmal reagiert das Rotkäppchen zwar auf die Nachricht, dass ein Wolf in der Nähe sei, indem es sich um den Jäger sorgt: „O sprecht nicht so, wenn er nun käme, / Und Euch so unversehens näme.“ (S.370, Z.32). Jedoch ist bei dem Mädchen von tatsächlicher, eigener Angst immer noch nichts zu spüren.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Märchens als Gattung ein und stellt das wenig diskutierte Werk Ludwig Tiecks als zentralen Untersuchungsgegenstand der Arbeit vor.
2 Stoffgeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursprünge des Rotkäppchen-Stoffes, die Entwicklung zum Warnmärchen und den Einfluss der französischen Version von Charles Perrault.
3 Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie: Dieses Hauptkapitel analysiert Tiecks Märchendrama hinsichtlich seiner Entstehungsgeschichte, der Figurenkonstellation, der Struktur und der Frage nach dem parodistischen Charakter des Werkes.
4 Vergleich: Perrault – Tieck – Grimm: In diesem Teil werden die drei Fassungen in ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten gegenübergestellt, wobei insbesondere auf die pädagogischen und sozialen Intentionen der Autoren eingegangen wird.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung von Stoffgeschichte und soziokulturellen Einflüssen für die Wandlung des Märchens im Laufe der Zeit.
Ludwig Tieck, Rotkäppchen, Märchendrama, Tragödie, Charles Perrault, Brüder Grimm, Stoffgeschichte, Literaturwissenschaft, Frühromantik, Warnmärchen, Rezeptionsgeschichte, Motivforschung, Gattungstheorie, intertextuelle Analyse, Märchen
Die Arbeit beschäftigt sich mit Ludwig Tiecks weitgehend unbekanntem Märchendrama "Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie" aus dem Jahr 1800 und dessen Position innerhalb der Entwicklung des Rotkäppchen-Stoffes.
Die Arbeit behandelt die Stoffgeschichte des Märchens, die Analyse von Tiecks Drama, den Vergleich mit den Fassungen von Charles Perrault und den Brüdern Grimm sowie Einflüsse des zeithistorischen Kontexts, wie etwa der Französischen Revolution.
Das Ziel ist es, die Transformation des Märchens über die Jahrhunderte hinweg aufzuzeigen und zu analysieren, wie gesellschaftliche und zivilisatorische Prozesse die Bearbeitungen der verschiedenen Autoren beeinflusst haben.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Untersuchung des Dramentextes, einem Vergleich der Stoffvarianten und der Einbeziehung literaturhistorischer Sekundärliteratur basiert.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der tiefgehenden Analyse der einzelnen Szenen des Tieckschen Dramas, der Erörterung von Gattungsfragen (Tragödie vs. Parodie) und dem systematischen Vergleich mit den Versionen von Perrault und Grimm.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Ludwig Tieck, Rotkäppchen, Märchendrama, Frühromantik, Stoffgeschichte, Intertextualität und literarische Rezeption gekennzeichnet.
Tieck vermenschlicht und individualisiert den Wolf, der in philosophischen Monologen seine gescheiterte Lebensgeschichte offenbart und aus Menschenhass heraus zum tragisch-komischen Antagonisten wird.
Die Rezeptionsgeschichte zeigt, dass das Werk heute wie damals weitgehend unbekannt ist, teils als "gescheitertes Stück" verissen wurde und aufgrund seines für ein Märchen ungewöhnlichen Endes wenig populär blieb.
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