Bachelorarbeit, 2013
45 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Kurzer historischer Abriss des Konfliktes seit der spanischen Besetzung
3. Die Westsahara ein unlösbarer Konflikt?
3.1 Diskurs: Intractable Conflict
3.2 Spoiler in Intractable Conflicts
3.2.1 Algerien
3.2.2 Frankreich und die EU
3.2.3 USA
4. Fazit
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Analyse der Ursachen für die scheinbare Unlösbarkeit des Westsaharakonflikts. Dabei wird untersucht, inwiefern der Konflikt als "Intractable Conflict" (unlösbarer Konflikt) klassifiziert werden kann und welche Faktoren – insbesondere die Rolle von Drittparteien als "Spoiler" – zu dieser festgefahrenen Situation beitragen, welche sowohl die regionale Stabilität als auch den Weltfrieden gefährden könnte.
3.1 Diskurs: Intractable Conflict
„[…] intractable conflicts are conflicts that have persisted over time and refused to yield to efforts- through either direct negotiations by the parties or mediation with third-party assistance- to arrive at a political settlement.[…] Some intractable conflicts remain unsolved despite repeated attempts.”
Nach dieser Definition kann man sagen, dass es sich im Fall der Westsahara um einen unlösbaren Konflikt handelt. Seit dem unterzeichneten Waffenstillstand von 1991 sind über zwanzig Jahre vergangen. Weder wurde dieser immer eingehalten, noch hat es ein Referendum gegeben, welches von der UN gefordert wurde und darüber entscheiden sollte, ob die Bevölkerung der Westsahara die Unabhängigkeit möchte oder zu Marokko eingegliedert werden will. Großer Widerstand ging zum Beginn der Friedensmission besonders von den marokkanischen Behörden und der marokkanischen Armee aus, die immer wieder versuchten die MINURSO zu behindern. Teilweise ging dies so weit, dass Ausrüstungen für die Mission in Marokko wochenlang festgehalten wurde und es der Bevölkerung verboten war, mit Mitarbeitern der MINURSO zu kommunizieren. Das MINURSO Hauptquartier wurde von Polizisten zeitweise umstellt und auch einige UN-Mitarbeiter wurden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Westsaharakonflikt als komplexe, langjährige Auseinandersetzung dar und definiert das Ziel der Arbeit, die Ursachen für die scheinbare Unlösbarkeit unter Anwendung des theoretischen Konzepts "Intractable Conflict" zu ergründen.
2. Kurzer historischer Abriss des Konfliktes seit der spanischen Besetzung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des Konflikts nach, beginnend mit der spanischen Kolonialzeit über die Annexionsbestrebungen der Nachbarstaaten bis hin zur Formierung der Frente Polisario und dem Beginn der militärischen Auseinandersetzungen.
3. Die Westsahara ein unlösbarer Konflikt?: Hier wird der Westsaharakonflikt auf Basis des theoretischen Konzepts des "Intractable Conflict" analysiert, wobei die chronische Dauer, das Scheitern von Friedensbemühungen und die destruktiven Interaktionen der Konfliktparteien beleuchtet werden.
3.1 Diskurs: Intractable Conflict: Dieser Abschnitt definiert den Begriff "Intractable Conflict" und wendet dessen Charakteristika – wie die Unvereinbarkeit der Ziele und die psychologische Verfestigung – konkret auf die Situation in der Westsahara an.
3.2 Spoiler in Intractable Conflicts: Hier wird die Rolle von Drittparteien eingeführt, die als sogenannte "Spoiler" den Friedensprozess durch ihre eigenen Interessen unterlaufen, verhindern oder aktiv sabotieren.
3.2.1 Algerien: Das Kapitel beleuchtet die Rolle Algeriens, das als Verbündeter der Polisario agiert und dabei eigene ökonomische und strategische Interessen verfolgt, was es zu einem "gierigen Spoiler" macht.
3.2.2 Frankreich und die EU: Dieser Abschnitt untersucht die parteiische Haltung Frankreichs und der EU gegenüber Marokko, welche primär durch wirtschaftliche Interessen und geopolitische Sicherheitsaspekte motiviert ist.
3.2.3 USA: Das Kapitel analysiert das Verhalten der USA, die trotz offizieller Neutralität Marokko militärisch unterstützen und durch ihre einseitige Präferenz für Autonomielösungen den Friedensprozess verlangsamen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Einstufung als "Intractable Conflict" und betont, dass ohne einen gravierenden politischen Schock oder eine Änderung des internationalen Willens keine friedliche Lösung in absehbarer Zeit zu erwarten ist.
Westsahara, Intractable Conflict, Konfliktforschung, Frente Polisario, Marokko, MINURSO, Spoiler, Friedensprozess, Selbstbestimmungsrecht, Dekolonisierung, Nullsummenkonflikt, Geopolitik, Sicherheitsrat, Flüchtlingslager, internationale Beziehungen.
Die Arbeit analysiert den seit Jahrzehnten anhaltenden Konflikt um die Westsahara und untersucht, warum bisherige Schlichtungsversuche der Vereinten Nationen gescheitert sind.
Die zentralen Themen sind die theoretische Erfassung von "unlösbaren Konflikten" (Intractable Conflicts), die Rolle von Drittparteien und die strategischen Interessen der beteiligten Akteure.
Das Ziel ist es, die Gründe für die Unlösbarkeit des Konflikts wissenschaftlich zu identifizieren und zu belegen, warum der Westsaharakonflikt als "Intractable Conflict" bezeichnet werden muss.
Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretische Analyse auf Basis aktueller politikwissenschaftlicher Literatur zu "Intractable Conflicts" und "Spoiler"-Problematiken, angewandt auf den Westsaharakonflikt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine theoretische Einordnung, die Untersuchung von Drittparteien (Spoiler-Theorie) und eine Bewertung der Friedensmissionen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Westsahara, Intractable Conflict, Spoiler-Problematik, Selbstbestimmungsrecht und internationale Friedenssicherung.
Algerien wird aufgrund seiner militärischen und politischen Unterstützung der Frente Polisario sowie seiner eigenen geostrategischen Interessen im Maghreb als "gieriger Spoiler" eingeordnet, der den Friedensprozess maßgeblich mit beeinflusst.
Frankreich und die USA unterstützen Marokko aufgrund wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Interessen. Durch ihre Veto-Macht oder einseitige Positionierung im Sicherheitsrat behindern sie eine Ausweitung des MINURSO-Mandats auf die Wahrung der Menschenrechte.
Das Fazit zeigt auf, dass die Vereinten Nationen durch das Scheitern ihrer Friedensmissionen und die mangelnde Durchsetzungskraft an Glaubwürdigkeit verloren haben und bisher keine Transformation der Grundstruktur des Konflikts erreichen konnten.
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