Diplomarbeit, 2010
308 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung: Theorie in der Übersetzung
2. Methodologisches Vorgehen
2.1. Polysystemtheorie/ Descriptive Translation Studies/ Manipulation School
2.2 Deskriptives Modell (Lambert/van Gorp)
2.3 Paratexte nach Genette
3. Analyse der Übersetzung
3.1 Diskursive und systemische Einbindung
3.1.1 Beauvoir als Philosophin
3.1.1.1 Beauvoirs Positionierungsstrategie auf dem intellektuellen Markt
3.1.2. Existentialistische Phänomenologie: Merleau-Ponty/ Husserl/ Sartre
3.1.2.1 Der Körper als Situation
3.1.2.2 Ambiguität als Grundstruktur menschlicher Existenz
3.1.2.3 Expérience vécue – Das Konzept der gelebten Erfahrung als phänomenologisches Analysewerkzeug
3.1.3 Le Deuxième Sexe als kontroverse „Bibel des Feminismus“
3.1.3.1 „On ne naît pas femme : on le devient.“ Beauvoir im poststrukturalistischen Diskurs
3.1.3.2 Rezeption des Werks in Frankreich und den USA: Diskursive Wechselwirkungen im anglo- und frankophonen Raum
3.1.3.2.1 „French Feminism“ Made in America
3.1.3.2.2 Beauvoir als Reimport in Frankreich
3.2 Die Übersetzung und ihr normativer Kontext
3.2.1 Kritiken der englischen Übersetzung
3.2.1.1 Margaret A. Simons: „The Silencing of Simone de Beauvoir. Guess What's Missing From The Second Sex“ (1983)
3.2.1.2 Luise von Flotow: „Translation Effects: How Beauvoir Talks Sex in English“ (2000)
3.2.1.3 Toril Moi: „While We Wait: The English Translation of The Second Sex“ (2002)
3.2.1.4 Elizabeth Fallaize: „Le destin de la femme au foyer : traduire 'la femme au foyer'“ (2002)
3.2.2 Die Genese der Übersetzung: Zur Rolle der Verlagsindustrie
3.2.3 Die Rolle des Übersetzers Howard M. Parshley
3.3 Mikro- und Makroanalyse der Übersetzung
3.3.1 Geschlechterdifferenz bei Beauvoir: Wider die „eclipse of gender“ in der Phänomenologie
3.3.1.1 Der weibliche Körper als Situation: Schwangerschaft, Mutterschaft und Menstruation
3.3.1.1.1 Beauvoirs rhetorische Strategie: Ambiguität als écriture beauvoirienne
3.3.1.1.2 Schwangerschaft und Mutterschaft als Situation: Beauvoir im Kontext ihrer monde féminin
3.3.1.1.3 Der „Horror“ vor dem schwangeren Körper: Beauvoirs diskursive Entfremdungsstrategie
3.3.1.2 Die Frau als Andere des Mannes
3.3.1.2.1 Sexualität und Intersubjektivität: Beauvoir im Dialog mit Sartre und Hegel
3.3.1.2.2 Die Genese der Geschlechterordnung: Eine Genealogie der Unterdrückung der Frau
3.3.1.2.3 Der weibliche Körper als Projektionsfläche für Immanenz
3.3.2 Geschlechterdifferenz, Körperlichkeit und weibliche Alterität in der Übersetzung
3.3.2.1 Struktur des Werkes und phänomenologische Bezüge
3.3.2.2 Das Biologiekapitel oder die biologischen „Fakten“
3.3.2.3 Immanenz und Transzendenz, Mitsein und Dasein: Ontologische Grundlagen der Bestimmung der Geschlechterbeziehungen und weiblicher Alterität
3.3.2.4 Se poser, sujet und corps vécu: Situierte Körperlichkeit und Intersubjektivität als Rahmenbedingungen zur Konstruktion geschlechtlicher Differenz
3.3.2.5 Mutterschaft
3.3.3 Bilanz des Übersetzungsvergleichs: Zum Verhältnis von Übersetzung und Rezeption
4. Ausblick: Der Leser als rewriter
Die Arbeit untersucht die diskursiven Auswirkungen der englischen Übersetzung von Simone de Beauvoirs „Le Deuxième Sexe“ („The Second Sex“), indem sie die Rolle der Übersetzung als ein „Rewriting“-Prozess innerhalb des literarischen und gesellschaftlichen Polysystems analysiert. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die englische Übersetzung das philosophische Gehalt des Werks verzerrt wurde und welche Auswirkungen dies auf die Rezeption, insbesondere im akademischen feministischen Diskurs der USA und Frankreichs, hatte.
3.1.1.1 Beauvoirs Positionierungsstrategie auf dem intellektuellen Markt
Im Folgenden möchte ich argumentieren, dass die Übernahme patriarchaler Zuschreibungen vor dem Hintergrund von Beauvoirs Positionierungsstrategie auf dem intellektuellen Markt zu sehen ist. Ohne den Einbezug dieses Faktors ist die Fortsetzung der vordem recht selbstbewusst anmutenden Einschätzung ihrer eigenen intellektuellen Fähigkeiten im Vergleich mit Sartres kaum zu erklären.
Die Folge dieses Verständnisses von Beauvoirs philosophischem Schaffen war die erwähnte Zuschreibung jeglicher philosophischer „Anwandlungen“ ihrerseits – und insbesondere auch der philosophischen Dimension von Le Deuxième Sexe – an Sartre.
Simons widmet sich in ihrem Essay „The Beginnings of Beauvoir's Existential Philosophy“ der Sichtbarmachung von Beauvoirs philosophischer Eigenständigkeit und stellt die These auf, dass es entgegen der landläufigen Sichtweise eine von Beauvoir ausgehende Beeinflussung des Sartrischen Gedankenguts gegeben hat und nicht (nur) umgekehrt.
1. Einleitung: Theorie in der Übersetzung: Zusammenfassung der Problematik, dass philosophische Texte durch Übersetzung oft ihre philosophische Dimension verlieren und als domestizierte Ware rezipiert werden.
2. Methodologisches Vorgehen: Vorstellung des theoretischen Rahmens der Polysystemtheorie und des deskriptiven Modells von Lambert/van Gorp zur Analyse von Übersetzungen.
3. Analyse der Übersetzung: Detaillierte Untersuchung der diskursiven Einbindung, der normativen Kontexte der Übersetzung sowie der mikro- und makroanalytischen Auswirkungen auf Beauvoirs philosophische Thesen.
4. Ausblick: Der Leser als rewriter: Reflexion über die Rolle des Lesers bei der Aktualisierung von Texten und die notwendige kritische Distanz gegenüber Übersetzungen als ideologisch geprägte Produkte.
Simone de Beauvoir, Le Deuxième Sexe, The Second Sex, Übersetzungswissenschaft, Polysystemtheorie, Howard M. Parshley, existentialistische Phänomenologie, Gender Studies, Rewriting, feministischer Diskurs, Körper als Situation, Intersubjektivität, Geschlechterdifferenz, Mutterschaft, kulturelle Rezeption.
Die Arbeit analysiert die diskursiven Auswirkungen und die ideologische Manipulation durch die englische Übersetzung von Simone de Beauvoirs philosophischem Hauptwerk.
Die Themenfelder umfassen die Übersetzungswissenschaft, die Beauvoir-Forschung, feministische Philosophie und die soziokulturelle Rezeption theoretischer Texte.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die englische Übersetzung von „The Second Sex“ durch Kürzungen und inhaltliche Verzerrungen den philosophischen Gehalt des Originals systematisch entstellt und damit die Rezeption des Werks in der englischsprachigen Welt nachhaltig negativ beeinflusst hat.
Die Arbeit stützt sich auf die Descriptive Translation Studies, die Polysystemtheorie, André Lefeveres Konzept des „Rewriting“ und Gérard Genettes Theorie der Paratexte.
Der Hauptteil befasst sich mit der diskursiven Einbindung Beauvoirs, dem normativen Kontext der Übersetzungsproduktion, der Rolle des Verlags und des Übersetzers sowie einer detaillierten Analyse der veränderten philosophischen Argumentation im Zieltext.
Polysystemtheorie, Rewriting, existentialistische Phänomenologie, Geschlechterdifferenz, kulturelle Rezeption.
Die Arbeit belegt, dass der Verlag Alfred A. Knopf primär an einer Vermarktung des Werks als „Sexbuch“ interessiert war, um den US-Markt zu bedienen, was zu massiven Kürzungen von philosophischen und literarischen Passagen führte.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Beauvoir die Übersetzung zwar aus pragmatischen Gründen (und nach gespanntem Austausch mit dem Verlag) hinnahm, sich aber mehrfach kritisch über die inhaltlichen Verstümmelungen äußerte und sich explizit für eine Neuübersetzung aussprach.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

