Bachelorarbeit, 2014
87 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Leben mit psychisch kranken Eltern
2.1 Familiäre Rahmenbedingungen
2.1.1 Art der Erkrankung
2.1.2 Geschlecht des erkrankten Elternteils
2.1.3 Alter der Kinder und Geschlechtsspezifität
2.1.4 Wohnverhältnisse
2.1.5 Ökonomische Bedingungen
2.2 Auswirkungen der elterlichen Erkrankung auf Bindung, Beziehung und Interaktion
2.2.1 Bindungsverhalten
2.2.2 Eltern-Kind-Beziehung
2.2.3 Interaktionsverhalten
2.3 Auswirkungen auf die Gestaltung des Lebensalltags
2.3.1 Unmittelbare Probleme
2.3.2 Folgeprobleme
3 Forschungsüberblick
3.1 Risikoforschung
3.2 Resilienz- und Bewältigungsforschung
3.3 Vulnerabilitätsforschung
4 Entwicklungsrisiken von Kindern psychisch kranker Eltern
4.1 Elterliche Erkrankung und Entwicklungsverlauf von Kindern
4.2 Risiken allgemeiner Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern psychisch kranker Eltern
4.2.1 Risiken allgemeiner Entwicklungssauffälligkeiten nach dem Alter der Kinder
4.2.2 Weitere Auffälligkeiten
4.3 Risiko der Ausbildung einer psychischen Erkrankung bei den Kindern
4.3.1 Risiko- und Belastungsfaktoren
4.3.2 Resilienz
4.3.3 Coping
5 Hilfemöglichkeiten für betroffene Kinder und ihre Eltern
5.1 Präventionsangebote für Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil
5.2 Leistungen der Jugendhilfe für Familien mit einem psychisch kranken Elternteil
6 Spannung zwischen Jugendhilfe und Psychiatrie
7 Fazit
Diese Arbeit untersucht, in welchem Ausmaß die psychische Erkrankung eines Elternteils ein Entwicklungsrisiko für das Kind darstellt, welche Bewältigungsmechanismen existieren und wie Hilfssysteme wie die Jugendhilfe darauf reagieren.
Schizophrenie
„Zuerst verspürst du nur gewisse körperliche Symptome, dann hast du plötzlich neue Erkenntnisse über die Welt und deine Lebenssituation. Von einer Minute auf die andere bist du Mittelpunkt einer geheimen Konspiration der Weltmächte. Du wirst von Spezialagenten bei der Seiten verfolgt, überwacht und zu einem ungewissen Ziel geführt. Natürlich stehst du auf der guten Seite und hast eine Mission. Aber welche? Auf dich sind Satelliten angesetzt und eine Gehirnabtastmaschine. Die gegnerische Seite will dich verrückt machen. Alle Fernsehprogramme werden extra für dich gemacht. Du willst Mut und Tapferkeit beweisen. Du isst nichts mehr und machst Ausdauerstehen. Nach einer Narkose glaubst du, das Weltall hätte sich in deinem Kopf umgestülpt und die Weiterexistenz des Universums hinge von einer Instabilität in deinem Kopf ab. Du glaubst, nicht mehr klar denken zu dürfen. Deshalb überwachen die Wissenschaftler der Erde deinen Kopf!“
Ungefähr 1% der Menschheit erkrankt im Laufe des Lebens an Schizophrenie. Rund um den Globus sind ca. 50 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Dabei gibt es zwar keine Unterschiede in der Geschlechtsspezifität, jedoch tritt die Erkrankung – die meistens nach der Pubertät bis zum 30. Lebensjahr in Erscheinung tritt – bei Männern früher auf als bei Frauen. Die Schizophrenie wird als eine der schwersten psychischen Erkrankungen angesehen. Es kommt zu Störungen des Wahrnehmens, des Denkens und des Fühlens. „Die wichtigsten Symptome schizophrener Psychosen (vgl. z. B. Klassifikationssystem DSM-IV, 1994) sind die folgenden: Wahn, Halluzinationen, eingeschränkte Affektivität, desorganisiertes Handeln und Sprechen sowie soziale oder berufliche Leistungseinbußen.“ Hierbei wird zwischen positiven Symptomen, bei welchen der Realität etwas hinzugefügt wird, wie es beispielsweise bei Halluzinationen der Fall ist, und negativen Symptomen, zu welchen unter anderem Lustlosigkeit und Spracharmut sowie Ungeselligkeit zählen, unterschieden. Der Verlauf der Erkrankung kann verschiedenartig sein. So kann sie nicht nur in unterschiedlicher Schwere, sondern auch einmalig, in Abständen oder dauerhaft auftreten.
1 Einleitung: Hinführung zur Thematik der betroffenen Kinder als keine Randgruppe und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2 Leben mit psychisch kranken Eltern: Analyse der Stigmatisierung, der familiären Rahmenbedingungen und der Auswirkungen auf Bindung, Interaktion und den Lebensalltag.
3 Forschungsüberblick: Darstellung zentraler wissenschaftlicher Ansätze aus der Risikoforschung sowie der Resilienz- und Vulnerabilitätsforschung.
4 Entwicklungsrisiken von Kindern psychisch kranker Eltern: Untersuchung spezifischer Risiken für den Entwicklungsverlauf, allgemeiner Auffälligkeiten sowie des Risikos eigener psychischer Erkrankungen.
5 Hilfemöglichkeiten für betroffene Kinder und ihre Eltern: Aufzeigen von Präventionsangeboten und Leistungen der Jugendhilfe.
6 Spannung zwischen Jugendhilfe und Psychiatrie: Erörterung der strukturellen und inhaltlichen Kooperationsprobleme zwischen den beiden Unterstützungssystemen.
7 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Belastungsfaktoren und Schutzfaktoren sowie der Bedeutung resilienter Entwicklung.
Psychisch erkrankte Eltern, Entwicklungsrisiko, Kinder, Bindungsverhalten, Resilienz, Risikoforschung, Vulnerabilität, Jugendhilfe, Psychiatrie, Stigmatisierung, Parentifizierung, Prävention, Belastungsfaktoren, Schutzfaktoren, Coping.
Die Arbeit untersucht das Entwicklungsrisiko für Kinder, die mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen.
Die Themenfelder umfassen familiäre Lebensbedingungen, Auswirkungen auf die Bindung, Risikofaktoren für die kindliche Entwicklung und existierende Unterstützungssysteme.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und in welchem Ausmaß die elterliche Erkrankung ein Risiko für die Entwicklung des Kindes darstellt und wie dieser Herausforderung professionell begegnet werden kann.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene Forschungsansätze wie die Risikoforschung, Resilienzforschung und Vulnerabilitätsforschung zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lebenssituation mit kranken Eltern, einen Forschungsüberblick, die Untersuchung von Entwicklungsrisiken sowie die Darstellung von Präventions- und Hilfsmöglichkeiten.
Zentrale Begriffe sind neben der psychischen Erkrankung der Eltern insbesondere Resilienz, Bindung, Stigmatisierung, Prävention und das Spannungsfeld zwischen Jugendhilfe und Psychiatrie.
Parentifizierung beschreibt einen Rollentausch, bei dem das Kind Aufgaben übernimmt, die eigentlich den Eltern zukommen würden, was die kindliche Entwicklung sowohl adaptiv als auch destruktiv beeinflussen kann.
Das Spannungsfeld entsteht durch unterschiedliche gesetzliche Aufträge, Zielsetzungen (Kindeswohl versus Elternwohl) sowie divergierende Qualifizierungen und Finanzierungsgrundlagen.
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