Forschungsarbeit, 2014
71 Seiten
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Vorwort
Einleitung: Beginn und Aufstieg der NS-Bewegung im Britischen Mandat Palästina 1932-1939
1. Leben im Internierungslager
2. Deutsche und deutsch-arabische Aktionen
a) Rommel in Nordafrika
b) Operation Atlas
3. Deportation nach Australien 1941
4. Drei Austauschoperationen
a) Erster Austausch 1941
b) Zweiter Austausch 1942
c) Dritter Austausch 1944
5. Palästinadeutsche zwischen den Fronten
6. Die letzten Tage der Deutschen in Palästina
Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Anziehungskraft Nationalsozialismus?
Die Arbeit untersucht die Lebensumstände, die religiöse sowie politische Einstellung und das Verhalten der nichtjüdischen Palästinadeutschen im Zeitraum von 1939 bis 1950. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie die einschneidenden Erfahrungen von Internierung, Deportation, Evakuierung und Gefangenenaustausch die patriotische und nationalsozialistische Haltung dieser Bevölkerungsgruppe beeinflusst oder verändert haben.
1. Leben im Internierungslager
Am 1. September 1939 begann mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen der Zweite Weltkrieg. Zwei Tage später am 3. September erklärte Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg. Allen deutschen Männern in Palästina war Ende August 1939 von der deutschen Reichsregierung die Empfehlung übermittelt worden, das Land zu verlassen, weil das Deutsche Reich sich nicht in der Lage sah, seine Staatsbürger in Palästina zu schützen. Alle wehrpflichtigen Deutschen aber erhielten den strikten Befehl, umgehend aus dem Britischen Mandat abzureisen. Der Code für diese Operation lautete: „Der Chauffeur ist vorgefahren.“ Der deutsche Vizekonsul in Jerusalem, Otto Ernst Eckert, war mit der vollständigen Evakuierung aller deutschen Wehrpflichtigen beauftragt worden. Am 29. August verließen sieben Wehrpflichtige das Land auf einem rumänischen Dampfer. Einen Tag später folgten diesen acht weitere mit einer italienischen Flugzeuglinie. In der Nacht vom 31. August zum 1. September 1939 verließ der griechische Dampfer Paris den Hafen von Haifa mit 232 deutschen Wehrpflichtigen und 88 Familienmitgliedern an Bord.
Infolge des vom Deutschen Reich ausgelösten Kriegs wurden fast alle deutschen Geschäfte und Unternehmen in Palästina von der britischen Mandatsregierung geschlossen. Die Hakenkreuzfahne am deutschen Konsulat in Jerusalem wurde für immer entfernt. Die Tageszeitung Palestine Post berichtete Anfang September 1939 über die Festnahme von Palästinadeutschen in Jerusalem und auch über die Durchsuchung des dortigen deutschen Konsulats, vor dem sich eine große Menge jüdischer Einwohner versammelt hatte. Die Leiter und Mitarbeiter des Syrischen Waisenhauses wurden festgenommen; das Waisenhaus und seine Werkstätten wurden geschlossen. Die Tempelbank wurde am 3. September 1939 ebenfalls geschlossen. Die Abreise vieler deutscher Geschäftsleute und Hauseigentümer machte es notwendig, das gesamte deutsche Eigentum, einschließlich der leeren Geschäfte und Wohnungen, umgehend unter Polizeischutz zu stellen.
Vorwort: Einleitende Reflexion über die historische Besonderheit der Einführung der NSDAP im Britischen Mandat Palästina und der geringen wissenschaftlichen Aufarbeitung in deutscher Sprache.
Einleitung: Beginn und Aufstieg der NS-Bewegung im Britischen Mandat Palästina 1932-1939: Analyse der Etablierung des nationalsozialistischen Netzwerks unter den Palästinadeutschen, primär in den Tempelgesellschaften, und die Gründe für ihre politische Ausrichtung.
1. Leben im Internierungslager: Schilderung der unmittelbaren Folgen des Kriegsausbruchs 1939, der Internierung der deutschen Männer in Akko sowie der administrativen und sicherheitspolitischen Maßnahmen der Briten.
2. Deutsche und deutsch-arabische Aktionen: Untersuchung der Aktivitäten des Afrikakorps unter Rommel und der Unterstützung durch die lokale arabische Bevölkerung, sowie der gescheiterten Operation Atlas.
3. Deportation nach Australien 1941: Darstellung der britischen Entscheidung zur Abschiebung von 665 Palästinadeutschen nach Australien und deren Unterbringung in Lagern wie Tatura bis nach Kriegsende.
4. Drei Austauschoperationen: Dokumentation der komplexen, zwischen Deutschland und Großbritannien ausgehandelten Austauschabkommen, die zur Rückkehr Hunderter Palästinadeutschen ins Deutsche Reich gegen Juden aus Europa führten.
5. Palästinadeutsche zwischen den Fronten: Analyse der prekären Lage der im Land verbliebenen Deutschen, die zwischen jüdischen, arabischen und britischen Interessen sowie Bombenanschlägen und zunehmender Feindseligkeit gefangen waren.
6. Die letzten Tage der Deutschen in Palästina: Beschreibung der finalen Vertreibung bzw. Ausweisung der letzten verbliebenen Deutschen durch die Haganah im Jahr 1948 und der anschließenden Deportation nach Zypern.
Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Anziehungskraft Nationalsozialismus?: Zusammenführende Betrachtung, warum die Palästinadeutschen trotz des Krieges und der damit verbundenen persönlichen Nachteile an ihrer Loyalität zum Dritten Reich festhielten.
Palästinadeutsche, Nationalsozialismus, NSDAP, Tempelgesellschaft, Britisches Mandat, Internierung, Zweiter Weltkrieg, Deportation, Austauschoperationen, Tatura, Akko, Haganah, NS-Netzwerk, Antisemitismus, Zionismus.
Die Publikation beleuchtet das Wirken und die Schicksale der nichtjüdischen Palästinadeutschen zwischen 1939 und 1950, insbesondere ihre enge Bindung an den Nationalsozialismus und die Folgen für diese Gemeinschaft während des Zweiten Weltkriegs.
Schwerpunkte sind der Aufbau von NS-Strukturen, die Internierung durch die britische Mandatsmacht, Deportationen nach Australien, die Austauschtransporte von deutschen Siedlern gegen Juden und die prekäre Lage der deutschen Minderheit im Spannungsfeld des Nahostkonflikts.
Die Arbeit analysiert, ob die traumatischen Erfahrungen von Internierung und Deportation einen Wandel in der patriotisch-nationalsozialistischen Grundhaltung der Palästinadeutschen bewirkten oder ob diese weitgehend stabil blieb.
Es handelt sich um eine zeithistorische Untersuchung, die auf der Analyse von Archivbeständen (wie denen im Israel State Archive, im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes und im Archiv der Tempelgesellschaft), zeitgenössischen Zeitungsberichten, Erinnerungen von Zeitzeugen und publizierten Sekundärquellen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und thematisch, beginnend mit der Internierung 1939, über die Deportationen und Austauschaktionen bis hin zum Ende der deutschen Präsenz in Palästina infolge der Ereignisse von 1948.
Palästinadeutsche, Nationalsozialismus, NSDAP, Internierung, Deportation, Austauschoperationen und das Ende der Tempelkolonien.
Die Tempelgesellschaft bildete den Großteil der Palästinadeutschen und war das primäre Trägermedium für die nationalsozialistische Ideologie vor Ort; ihre Mitglieder waren stark in die NS-Strukturen eingebunden.
Der Autor argumentiert, dass eine Kombination aus deutscher Identitätssuche als Minderheit in einem fremden Land, christlich-antijüdischen Traditionen und der allgemeinen Begeisterung für ein „starkes Deutschland“ unter Hitler eine tiefgreifende Akzeptanz des Nationalsozialismus begünstigte.
Da in jedem Deutschen ein Nazi vermutet wurde, sah man die Anwesenheit der Deutschen nach den Verbrechen in Europa als unzumutbar an, was in gezielten Terroranschlägen wie der Ermordung von Gotthilf Wagner gipfelte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

