Diplomarbeit, 2014
91 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Formen der Mobilität als neue Stressoren moderner Gesellschaften
1.1.1. Belastungen durch Pendeln
1.1.2. Belastungen durch ständige Erreichbarkeit
1.2. Erkenntnisinteresse und Aufgabenstellung der Arbeit
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Grundbegriffe und theoretische Grundlage
2.1. Arbeitsbedingtes Reisen
2.2. Pendler
2.3. Mobilität
2.3.1. Soziale Mobilität
2.3.2. Räumliche Mobilität
2.3.3. Informationelle Mobilität
2.4. Informations- und Kommunikationstechnik
3. Entwicklungslinien und Forschungsstand
3.1. Mobilität und Moderne – eine mannigfaltige Wahlverwandtschaft
3.1.1. Moderne – eine Verortung
3.1.2. Die integrative Bedeutung physischer Beweglichkeit
3.1.3. Moderne und virtuelle Mobilität – Relevanz soziotechnischer Systeme
3.1.4. Im Wechselspiel von Differenzierung und Integration
3.2. Informations- und Kommunikationstechnik
3.2.1. Technikgenese als Triade
3.2.2. Technik als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse
3.3. Fallbeispiel Deutschland (Kennzahlen)
3.3.1. Berufsbedingte Mobilität in Deutschland
3.3.2. Einsatz und Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnik
4. Konstruktion der Analyseebenen zur Betrachtung der Wirkung virtueller Mobilität
4.1. Vom Transitraum zum Raum der Optionsvielfalt
4.1.1. Aneignung mittels Technik - Das mobile Büro
4.1.2. Öffentlichkeit und Privatheit
4.2. Wandel der Arbeit: Informatisierung - Subjektivierung - Entgrenzung
4.2.1. Entgrenzung durch Technik
4.2.2. Subjektivierung
4.3. Zeit unter dem Aspekt der Fragmentierung durch Möglichkeiten - Beschleunigung
4.3.1. Zeitmuster unter dem Raster der Handlungsvielfalt
4.3.2. Technik als Vernichter von Zeit
5. Reflexion der Studienergebnisse unter Verwendung der Analyseebenen
5.1. Vom Transitraum zum Raum der Optionsvielfalt
5.1.1. Das mobile Büro – Arbeitsraum und Arbeitsatmosphäre
5.1.2. Öffentlichkeit und Privatheit
5.2. Wandel der Arbeit: Informatisierung - Entgrenzung - Subjektivierung
5.2.1. Entgrenzung und Begrenzung
5.2.2. Der Arbeitskraftunternehmer
5.3. Zeit unter dem Aspekt der Fragmentierung durch Möglichkeiten - Beschleunigung
5.3.1. Individualisierte Zeit
5.3.2. Beschleunigung der Zeit
6. Schlussfolgerungen und sich ableitende Hypothesen
6.1. Zusammenfassung und Rekursion auf die Forschungshypothese
6.2. Ausblick für zukünftige Forschungsfragen
Die Arbeit untersucht, wie virtuelle Mobilität und Informations- und Kommunikationstechniken das Reiseverhalten von Pendlern beeinflussen und ob diese Technologien zu einer qualitativen Aufwertung der Transitzeit führen oder Entgrenzungsphänomene verstärken.
3.1.2. Die integrative Bedeutung physischer Beweglichkeit
Interpretationen von Gesellschaften wie der flüchtigen Gesellschaft von Zygmunt Baumann (2003) oder der mobilen Gesellschaft von John Urry (2000) deuten daraufhin, dass räumliche Bewegung in zunehmenden Maße bestimmend für die heutigen Gesellschaften ist. Darüber hinaus spielt physische Mobilität eine fortwährend bedeutendere Rolle bei der Erklärung sozialer Vergesellschaftungspraktiken. Wie im Abschnitt zuvor erwähnt, unterliegen Gesellschaften dem Prozess permanenter Differenzierung. Hierin spezialisieren sich gesellschaftliche Teilbereiche zunehmend und bilden eigenständige Funktionsbereiche, Institutionen und Organisationen aus. Dabei steigt die Abhängigkeit der funktional diversifizierten und heterogenen Bereiche. Daraus erwächst die Frage nach dem Moment, der die Integration gesellschaftlicher Teilbereiche gewährleistet und auf Dauer stellt. Stefan Rammler deutet auf makrosoziologischer Ebene physische Mobilität als das integrative Element in der Moderne. Er bestimmt ihr Verhältnis als Wahlverwandtschaft, in der Modernisierung und Mobilisierung einander konstituierend beeinflussen und sich positiv verstärken. Daraus folgt, dass Verkehr – als Ausdruck der Mobilität und als realisierte Fortbewegung – weder ausschließlich Bedingung noch Konsequenz der Moderne ist, sondern beide interdependent verbunden sind (vgl. Rammler 2008, S. 66f). „Der Körper der „Moderne“ kann nicht wachsen und sich weiter ausformen, wenn die Integration der räumlich distanzierenden Effekte dieser Entwicklung nicht gewährleistet ist.“ (Rammler 2001, S. 189) Diese Integrationsleistung wird durch Verkehr unter dem Verständnis aggregierter räumlicher Mobilität erbracht. Des Weiteren hebt Rammler an dieser Stelle einerseits hervor, dass Differenzierung als primäres Strukturprinzip der Moderne Mobilität nicht einseitig konditioniert und a priori als abhängige Variable generiert, sondern als eigenständige soziale Tatsache erachtet wird, die selbst eine Erklärungsleistung für den sozialen Wandel bereit stellt. Andererseits betont er zugleich, dass das Fortschreiten der Modernisierungsprozesse durch räumliche Mobilität konstituiert wird (vgl. Rammler 2001, S. 189).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Stellenwert räumlicher Mobilität in modernen Gesellschaften und skizziert die Problematik von Pendelbelastungen sowie ständiger Erreichbarkeit.
2. Grundbegriffe und theoretische Grundlage: Dieses Kapitel definiert wesentliche Termini wie Arbeitsbedingtes Reisen, Pendler und die verschiedenen Dimensionen von Mobilität (sozial, räumlich, informationell).
3. Entwicklungslinien und Forschungsstand: Hier werden die theoretischen Grundlagen zur Moderne und Mobilität sowie die Genese von Informations- und Kommunikationstechnik als soziotechnische Systeme erarbeitet.
4. Konstruktion der Analyseebenen zur Betrachtung der Wirkung virtueller Mobilität: Dieses Kapitel leitet spezifische Analyseebenen wie den "Raum der Optionsvielfalt" und den "Wandel der Arbeit" ab, um den Einfluss von Technik auf das Pendeln zu untersuchen.
5. Reflexion der Studienergebnisse unter Verwendung der Analyseebenen: Die empirischen Daten aus den Studien von Poppitz sowie Kesselring und Vogl werden reflektiert, um die Auswirkungen virtueller Mobilität auf das Pendlerverhalten zu analysieren.
6. Schlussfolgerungen und sich ableitende Hypothesen: Im Fazit wird festgehalten, dass virtuelle Mobilität die Transitzeit für Pendler qualitativ aufwertet, statt bloße Belastungen zu kumulieren, und es wird Bedarf für weitere Forschung aufgezeigt.
Pendler, räumliche Mobilität, virtuelle Mobilität, Informations- und Kommunikationstechnik, Arbeitskraftunternehmer, Entgrenzung, Subjektivierung, Transitraum, Netzwerkgesellschaft, soziale Integration, berufliche Mobilität, Arbeitsalltag, Technikgenese, Flexibilisierung, Zeitwahrnehmung
Die Diplomarbeit untersucht das Reiseverhalten von Pendlern im Kontext der zunehmenden Bedeutung virtueller Mobilität und der ständigen Verfügbarkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien.
Zu den Kernbereichen gehören die soziologische Betrachtung von Mobilität, der Einfluss digitaler Technologien auf Arbeits- und Lebenswelten sowie die Konzepte von Raum, Zeit und Entgrenzung.
Das Ziel ist zu analysieren, wie sich das Reisen von Pendlern verändert, wenn diese moderne mobile Technologien nutzen, und ob dies das Arbeiten unterwegs erleichtert oder zu Stress führt.
Die Arbeit basiert auf einem sekundärforschenden Vorgehen, bei dem bestehende Studien – primär von Angela Poppitz sowie Sven Kesselring und Gerlinde Vogl – ausgewertet und theoretisch reflektiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Moderne und Technik sowie in die Konstruktion von Analyseebenen, anhand derer die Wirkung virtueller Mobilität auf den Arbeitsalltag und das Pendeln untersucht wird.
Wichtige Begriffe sind Pendler, Entgrenzung, Arbeitskraftunternehmer, virtuelle Mobilität, räumliche Mobilität und der Wandel der Arbeit.
Die Autorin stellt fest, dass Pendler mobile Technik oft proaktiv nutzen, um Reisezeit produktiv zu gestalten und den Arbeitsalltag zu flexibilisieren, was sie als Form der Subjektivierung und nicht primär als Belastung interpretiert.
Ja, laut der Analyse empfinden Geschäftsreisende die ständige Erreichbarkeit eher als Belastung und Notwendigkeit, während Pendler die Technikgestaltung stärker als fakultative Möglichkeit zur Selbstorganisation wahrnehmen.
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