Magisterarbeit, 2014
80 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I Zum Zusammenhang von Kindheit und Spiel(en)
I.I Kindheit
I.I.1 Kindheit bei Postman
I.2 Spiel(en)
I.2.1 Die allgemeine Bedeutung des Spiels innerhalb der Kindheit
I.2.2 Das Spiel bei Postman
I.2.3 Die Bedeutung des Spiels nach Winnicott
I.2.4 Spiel bei Mead - „Game“, „play“ und die Entwicklung des Selbst
I.2.4.1 Play
I.2.4.2 Exkurs: Das Selbst
I.2.4.3 Game
I.3 Zwischenzusammenfassung
II Veränderungen des Spiels – Veränderungen der Kindheit
II.I Zur Entwicklung von der Straßenkindheit zur verhäuslichten Kindheit
II.I.1 Gründe für die „Verhäuslichung“ von (Spiel-)Kindheit
II.I.2 Negative Aspekte des Straßenspiels
II.I.3 Positive Aspekte des verhäuslichten Spiels
II.2 Wie oft, wie lange, wo und was spielen Kinder heute?
II.2.1 Zur allgemeinen mediengestützten Freizeitgestaltung von Kindern
II.2.2 Fernsehen
II.2.3 Spielen am Computer
II.3 Qualitative Veränderungen des Kinderspiels durch Bildschirmmedien
II.3.1 Wie Fernsehen das Kinderspiel beeinflusst
II.3.2 Wie der Computer das Kinderspiel verändert
II.3.2.1 Sind Computerspiele echte Spiele?
II.3.2.2 Wie sich Spielen am Computer vom traditionellen Spielen unterscheidet
II.3.2.3 Was beim Spielen am Computer nicht gelernt wird
III 'Medien-Kindheit' als Problemfeld moderner Pädagogik
III.I Postmans medienzentrierter Sozialisationsbegriff in der Kritik
III.2 Problematiken medienbehafteter Sozialisation
III.2.1 Wahrnehmungsveränderungen durch Mediensozialisation als Problem und Chance
III.2.1.1 Schwierigkeiten des Unterscheidens
III.2.1.2 Optionenvielfalt und Schwierigkeiten sich zu entscheiden
III.2.1.3 Veroberflächlichung der Wahrnehmungstätigkeit
III.2.2 „Anerzogene“ Unfähigkeit zu spielen?
III.2.3 Der Kind-Erwachsene oder der narzißtisch geprägte Sozialisationstyp als Sozialcharakter der Moderne?
III.2.3.1 Der Kind-Erwachsene
III.2.3.2 Der narzißtisch geprägte Sozialisationstyp
IV Die Zukunft der (Spiel-)Kindheit zwischen freiem Spiel und Medienkonsum
IV.I Bewahrpädagogische Ansätze
IV.I.1 Kontrolle der Informationsumgebung
IV.I.2 Wiederbelebung des freien Spiels im öffentlichen Raum
IV.2 Subjektorientierte Ansätze
IV.2.1 Nachspielen von Medienerlebnissen
IV.2.2 Etablierung einer medienbezogenen Gesprächskultur
Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Kindheit und des kindlichen Spiels in der westlichen Gesellschaft seit der Nachkriegszeit. Sie geht der Forschungsfrage nach, inwiefern die Sozialisation von Kindern durch die gesellschaftlichen Veränderungen und den wachsenden Einfluss der Neuen Medien beeinflusst wird und ob das Kinderspiel tatsächlich durch den Medienkonsum verdrängt wurde oder sich vielmehr qualitativ transformiert hat.
I.I Kindheit
Die Lebensphase des Menschen, die wir als Kindheit bezeichnen verändert sich seit ihrer „Entdeckung“ fortwährend. Wissenschaftlich betrachtet ist sie eine nur schwer zu fassende Kategorie, da ihre Definition nicht einer biologischen Notwendigkeit folgt, sondern ein kulturelles Produkt ist [vgl. hierzu Andresen 2010, aber auch Sünker/Swiderek 2001]. Außerdem der Begriff 'Kindheit' v.a. in der Alltagssprache aber auch im wissenschaftlichen Kontext meist mit so vielen Vorannahmen und Assoziationen verbunden, dass für die hier dargestellte Untersuchung zunächst der Begriff der Kindheit genauer expliziert werden muss.
Pädagogische Definitionen oder Explikationen von 'Kindheit' sind selten; meist wird der Begriff soziologisch oder historisch aufgearbeitet [vgl. z.B. Ariès 1975, deMause 1989]; oder die Autoren verlassen sich auf das Alltagsverständnis des Lesers, wenn sie über Kindheit und Kindheit schreiben. Hat man es sich aber zur Aufgabe gemacht, über spezifische Veränderungen von Kindheit zu schreiben, ist es unumgänglich, eine entsprechende begriffliche Ausgangsbasis zu schaffen, von welcher eben diese Veränderungen beurteilt werden können. Dies soll im Folgenden geschehen.
Einleitung: Einführung in die Thematik der sich wandelnden Kindheit unter dem Einfluss moderner Massenmedien und Skizzierung der wissenschaftlichen Zielsetzung.
I Zum Zusammenhang von Kindheit und Spiel(en): Theoretische Fundierung der Begriffe Kindheit und Spiel, unter anderem durch die Theorien von Postman, Mead und Winnicott.
II Veränderungen des Spiels – Veränderungen der Kindheit: Untersuchung des Wandels vom Straßenspiel hin zur verhäuslichten Kindheit und die Rolle der Bildschirmmedien bei diesem Transformationsprozess.
III 'Medien-Kindheit' als Problemfeld moderner Pädagogik: Kritische Auseinandersetzung mit der medienzentrierten Sozialisation und Erörterung spezifischer Problematiken wie Wahrnehmungsveränderungen.
IV Die Zukunft der (Spiel-)Kindheit zwischen freiem Spiel und Medienkonsum: Diskussion pädagogischer Lösungsansätze, von bewahrpädagogischen Strategien bis hin zu subjektorientierten Konzepten wie der Etablierung einer Gesprächskultur.
Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit einer aktiven Mitgestaltung der kindlichen Sozialisation.
Kindheit, Kinderspiel, Mediensozialisation, Postman, Neue Medien, Bildschirmmedien, Sozialisation, Pädagogik, Verhäuslichung, Identitätsbildung, Medienkonsum, Straßenspiel, Subjektorientierung, Spieltheorie, Kind-Erwachsene.
Die Arbeit untersucht den Wandel des Kinderspiels und der Kindheit als Sozialisationsphase in einer zunehmend durch Medien geprägten Gesellschaft.
Die zentralen Themen sind der historische Wandel der Kindheit, die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung, der Einfluss von Fernsehen und Computern sowie pädagogische Ansätze zur Mediensozialisation.
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern hat sich die Sozialisation von Kindern durch gesellschaftliche Veränderungen und den wachsenden Einfluss der Neuen Medien verändert und wie wirkt sich dies auf das Kinderspiel aus?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische und pädagogische Theorien (u.a. von Postman, Mead, Winnicott) heranzieht und diese mit empirischen Daten (KIM-Studien) sowie aktueller Fachliteratur verknüpft.
Der Hauptteil analysiert den Prozess der "Verhäuslichung" der Kindheit, die qualitative Veränderung des Spielverhaltens durch Bildschirmmedien und diskutiert kritisch die medienbehaftete Sozialisation sowie potenzielle pädagogische Gegenstrategien.
Zu den prägenden Schlüsselbegriffen gehören Kindheit, Mediensozialisation, Kinderspiel, Verhäuslichung, pädagogischer Wandel und Subjektorientierung.
Der Autor ordnet Postmans kulturpessimistische Sichtweise kritisch ein und argumentiert, dass Kindheit nicht einfach verschwindet, sondern sich in einer Weise transformiert, die modernen gesellschaftlichen Strukturen entspricht.
Der Begriff dient als theoretisches Konzept, um zu verdeutlichen, dass Kinderspiel einen Gestaltungsraum zwischen der inneren Welt des Kindes und der äußeren Realität eröffnet, der durch moderne Medienkonsumformen in seiner Qualität beeinträchtigt werden kann.
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