Bachelorarbeit, 2013
39 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Kalokagathie
3. Schillers Rezeption der Antike
4. Über Anmut und Würde
4.1 Kalokagathie in Über Anmut und Würde?
5. Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen
5.1 Kalokagathie in Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen?
6. Fazit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das antike Ideal der Kalokagathie im Werk von Friedrich Schiller nachzuweisen und kritisch zu hinterfragen, wobei insbesondere die Schriften "Über Anmut und Würde" sowie "Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen" auf ihre Übereinstimmung mit dem antiken Menschheitsideal geprüft werden.
4. Über Anmut und Würde
Diese Aufhebung der strikten Trennlinie von Sinnlichkeit und Vernunft bildet ein Leitmotiv der Abhandlung Über Anmut und Würde. Sie entstand in nur sechs Wochen, von Mai bis Juni 1793, was vermuten lässt, dass Schiller die behandelten moralphilosophischen und ästhetischen Fragen schon lange beschäftigten. Er greift darin eine Diskussion seiner Epoche über Ästhetik und Vernunft auf und orientiert sich dabei begrifflich an dem philosophischen System Immanuel Kants, welchem er allerdings teilweise widerspricht. In der Kritik der Urteilskraft legt dieser fest, dass den Ideen der Vernunft in der dinglichen Welt keine Anschauung gegeben werden kann.
Dem widerspricht Schiller jedoch. Die Funktion der Anschauungsgebung der Ideen der Vernunft in der physischen Welt erfüllt für Schiller die Schönheit. Damit stellt Schiller die Verbindung zwischen Materie und Metaphysik her, was noch für Kant undenkbar war. In dieser Übertragung ist deutlich eine Nähe zum Gedanken der Kalokagathie zu entdecken.
Damit ihm diese Verbindung gelingt, führt Schiller die Anmut ein, die bei ihm oft mit „Grazie“ synonym gebraucht wird. Eine Orientierung an der Antike wird hier besonders deutlich, da sich Schiller für die Skizzierung der Anmut aus dem antiken Göttermythos bedient. Mit dem Bild der Schönheitsgöttin Venus, die durch ihren Gürtel zusätzlich zu ihrer Schönheit Anmut erhält, wird ganz in griechischer Tradition die Schönheit von der Anmut unterschieden. Die Venus kann den Gürtel, welcher symbolisch für die Anmut steht, abnehmen und verleihen, in Schillers Beispiel an die Himmelsgöttin Juno. Sie erhält dadurch Anmut, welche zu einer „beweglichen Schönheit“ wird. Damit ist zum einen gemeint, dass sie an einem Menschen erscheinen und wieder verschwinden kann. Also auch auf „das Minderschöne, ja selbst auf das Nichtschöne, übergehen“ kann.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in den antiken Begriff der Kalokagathie ein und skizziert das Vorhaben, eine Brücke zwischen diesem Ideal und den Werken Friedrich Schillers zu schlagen.
2. Die Kalokagathie: Dieses Kapitel erläutert die Genese und die verschiedenen Bedeutungsebenen des Begriffs Kalokagathie im Wandel der Geschichte von der Antike bis zur Neuzeit.
3. Schillers Rezeption der Antike: Hier wird Schillers Verhältnis zur griechischen Antike und die Einbettung seiner Arbeit in den damaligen philhellenischen Kontext dargelegt.
4. Über Anmut und Würde: Das Kapitel untersucht Schillers Abhandlung im Hinblick auf die Eintracht von Sinnlichkeit und Vernunft und stellt die Begriffe Anmut und Würde vor.
4.1 Kalokagathie in Über Anmut und Würde?: Eine kritische Prüfung, inwieweit das in Schillers Abhandlung formulierte Menschheitsideal mit dem antiken Kalokagathie-Gedanken korreliert.
5. Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen: Dieser Abschnitt thematisiert die Anwendung von Schillers Menschheitsideal auf seine Staatstheorie durch das Konzept des Spieltriebs.
5.1 Kalokagathie in Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen?: Eine Untersuchung darüber, ob der ästhetische Staat und die Rolle des Spiels in den Briefen eine Kalokagathie-Rezeption darstellen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Schillers Ideal zwar Ähnlichkeiten zur Kalokagathie aufweist, jedoch nicht als direkte Rezeption gelten kann.
Friedrich Schiller, Kalokagathie, Anmut, Würde, Ästhetische Erziehung, Schöne Seele, Spieltrieb, Antike, Klassik, Kant, Menschheitsideal, Ethik, Vernunft, Sinnlichkeit, Staatstheorie
Die Arbeit untersucht die philosophische Verknüpfung des antiken Menschheitsideals der Kalokagathie ("das Schöne und Gute") mit den ästhetischen Theorien von Friedrich Schiller.
Im Zentrum stehen die Begriffe Anmut, Würde, die "schöne Seele", der Spieltrieb sowie das Verhältnis von Kunst und Politik in Schillers Schriften.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit Schillers Konzepte in den untersuchten Schriften als eine bewusste oder nähere Adaption des antiken Kalokagathie-Ideals verstanden werden können.
Die Arbeit basiert auf einer philologischen und ideengeschichtlichen Analyse, die den Rückgriff auf zeitgenössische sowie antike Quellen nutzt, um Schillers Gedankengebäude einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Abhandlung "Über Anmut und Würde" sowie der "Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen" unter Bezugnahme auf historische und aktuelle Forschungsergebnisse.
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Schillers Menschheitsideal, ästhetische Erziehung, Kalokagathie, Anmut und Würde definieren.
Schiller begründet dies in "Über Anmut und Würde" mit dem körperlichen Bau und der vermeintlichen seelischen Disposition der Frau, die Anmut als Ausdruck ihrer Tugend zur Geltung bringe.
Während der Notstaat auf Zwang und Triebkontrolle basiert, ist der ästhetische Staat ein utopischer Modellentwurf, in dem Menschen durch Schönheit und Freiheit in einem harmonischen Miteinander leben.
Schiller selbst erkennt, dass sein Ideal der "schönen Seele" kaum in der Realität erreichbar ist; die Arbeit ergänzt, dass moderne gesellschaftliche Strömungen eher einem sinnentleerten Schönheitsideal folgen.
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