Bachelorarbeit, 2014
46 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Das Arbeitsmodell „Zeitarbeit“ in Deutschland
2.1 Die historische Entwicklung der Zeitarbeit in Deutschland
2.2 Prozesse und rechtliche Grundlagen der Zeitarbeit
2.2.1 Rahmenbedingungen des AÜG und Umsetzung durch die Agentur für Arbeit
2.2.2 Vertragliche Bedingungen zwischen Leiher, Entleiher und Arbeitnehmer
2.2.3 Equal Treatment/Equal Pay und Tarifverträge innerhalb der Zeitarbeitsbranche
2.3 Trends und zukünftige Perspektiven der Zeitarbeit
3. Sozialkritische Folgeerscheinungen am Arbeitsplatz „Zeitarbeit“
3.1 Komplexe Herrschaftsbeziehungen
3.2 Bindung zum Arbeitsplatz
3.2.1 Schwache Bindung an den Verleiher
3.2.2 Schwankende Bindung zur Arbeitsstelle beim Entleiher
3.3 Integrationsdefizite im Arbeitsumfeld
3.3.1 Zeitarbeitnehmer als Arbeitsplatzbedrohung für die Stammbelegschaft
3.3.2 Zeitarbeitnehmer als „Kündigungspuffer“ für die Stammbelegschaft
3.3.3 Diskriminierung und feindseliges Verhalten durch die Stammbelegschaft
3.4 Beweggründe für Zeitarbeit
3.4.1 Vermeidung von Arbeitslosigkeit durch eine Beschäftigung in der Zeitarbeit
3.4.2 Zeitarbeit als „Sprungbrett“ in die Erwerbstätigkeit
3.4.3 Zeitarbeit als bevorzugte Beschäftigungsform
3.5 Arbeitszufriedenheit in der Zeitarbeit
3.6 Zeitarbeit und Gesundheit
3.6.1 Erhöhtes Unfallrisiko in der Zeitarbeit
3.6.2 Psychische Belastungen durch Zeitarbeit
3.6.2.1 Überarbeitung wegen der Hoffnung auf Übernahme
3.6.2.2 Ständige berufliche Unsicherheit
4. Armut und Zeitarbeit
4.1 Zeitarbeit als prekäre Beschäftigung
4.2 Niedriglohnsektor und Zeitarbeit
4.3 Zeitarbeitnehmer als moderne „Grenzgänger“
4.3.1 Abhängigkeit vom Arbeitsmarkt hinsichtlich der Existenzsicherung
4.3.2 Konkurrenzkampf und soziale Isolierung durch Zeitarbeit
4.4 Prekäre Arbeitsverhältnisse als Alternative zur Arbeitslosigkeit
4.4.1 Zeitarbeit und Arbeitslosigkeit
4.4.2 Prekäre Arbeitsverhältnisse als Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit
4.4.2.1 Staatliche Maßnahmen
4.4.2.2 Stigmatisierung von Arbeitslosen
5. Zeitarbeit in der Sozialen Arbeit
5.1 Zeitarbeitsähnliche Entwicklungen in der Sozialen Arbeit
5.1.2 Befristete Arbeitsverträge in der Sozialen Arbeit
5.1.2 Teilzeitstellen in der Sozialen Arbeit
5.2 Zeitarbeit innerhalb der Sozialen Arbeit
6. Fazit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen Zeitarbeit aus einer sozialkritischen Perspektive zu beleuchten und deren Auswirkungen auf die Beschäftigten sowie auf das Arbeitsmarktsystem zu hinterfragen. Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, inwieweit Zeitarbeit zur Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen beiträgt und welche sozialen Folgen sich daraus für die Betroffenen ergeben.
3.1 Komplexe Herrschaftsbeziehungen
Im Gegensatz zu der klassischen Arbeitgeber – Arbeitnehmer Konstellation, in der sich zwei Parteien klar gegenüber stehen, entsteht bei der Zeitarbeit eine triadische Beziehung zwischen Leiher, Entleiher und Zeitarbeitnehmer, welche bedeutende Auswirkungen auf den Arbeitsplatz der Zeitarbeitnehmer haben kann. Das triadische Verhältnis der Zeitarbeit „ist schwer zu durchschauen und führt leicht zu Verdächtigungen, Misstrauen und Spannungen.“ (Bornewasser, 2012, 148) Darunter leidet meistens besonders der Zeitarbeitnehmer, weil er zum einen weniger konkrete Vorstellungen von den vertraglichen Verpflichtungen und Ansprüchen hat und sich als Arbeitnehmer zum anderen gegenüber zwei Unternehmen wähnt, die aus profitorientierter Ambitionen, den Zeitarbeiter hinsichtlich der für ihn günstigeren Bedingungen übergehen könnten.
Dieses Misstrauen kann sich noch zusätzlich steigern, da der Zeitarbeitnehmer häufig unsicher hinsichtlich Zugehörigkeit und Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber ist, also dem Zeitarbeitsunternehmen, das den Zeitarbeitnehmer bezahlt und angestellt hat, wie auch gegenüber der Arbeitsstelle, dem Entleiherunternehmen, das von den Arbeitsleistungen des Zeitarbeitnehmers profitiert. (Vgl. Kaufhold, Fischer, 2013, 365) Ebenso kann es vorkommen, dass zwischen Zeitarbeitsunternehmen und Entleiherunternehmen Missverständnisse bezüglich der Verantwortungsbereiche entstehen und sich beide Unternehmen der konkreten Verantwortung entziehen, was wiederum auf den Zeitarbeitnehmer zurückfällt.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die sozialkritische Fragestellung ein und erläutert die Motivation sowie das methodische Vorgehen der Untersuchung zur Zeitarbeit.
2. Das Arbeitsmodell „Zeitarbeit“ in Deutschland: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung, die rechtlichen Grundlagen des AÜG und die tariflichen sowie betrieblichen Rahmenbedingungen.
3. Sozialkritische Folgeerscheinungen am Arbeitsplatz „Zeitarbeit“: Hier werden die komplexen Machtverhältnisse, Integrationsprobleme im Betrieb, gesundheitliche Risiken sowie die individuellen Beweggründe für die Aufnahme einer Zeitarbeitstätigkeit analysiert.
4. Armut und Zeitarbeit: Das Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Zeitarbeit, dem Niedriglohnsektor und dem Risiko prekärer Lebensverhältnisse sowie die Stigmatisierung durch Arbeitslosigkeit.
5. Zeitarbeit in der Sozialen Arbeit: Hier wird untersucht, wie sich atypische Beschäftigungsformen wie befristete Verträge und Zeitarbeit im Sektor der Sozialen Arbeit ausbreiten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die kritischen Befunde zusammen und reflektiert die sozioökonomischen Auswirkungen der Zeitarbeit auf die Arbeitswelt und die Gesellschaft.
Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung, Prekarisierung, AÜG, Arbeitslosigkeit, Niedriglohnsektor, Stammbelegschaft, Sozialkritik, Arbeitszufriedenheit, Soziale Arbeit, berufliche Unsicherheit, Arbeitsmarkt, Machtverhältnisse, Existenzsicherung, Diskriminierung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Zeitarbeit in Deutschland aus einer sozialkritischen Perspektive und analysiert deren Auswirkungen auf die Beschäftigten.
Die zentralen Themen sind rechtliche Grundlagen, soziale Integrationsdefizite, gesundheitliche Folgen sowie der Zusammenhang zwischen Zeitarbeit und Prekarisierung bzw. Armut.
Ziel ist es, die Auswirkungen des Arbeitsmodells Zeitarbeit auf die berufliche Situation der Beschäftigten sowie die damit verbundenen Risiken für die soziale Sicherheit kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit bestehender Fachliteratur, Studien und rechtlichen Rahmenbedingungen, um die sozialen Phänomene der Zeitarbeit zu beleuchten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Herrschaftsbeziehungen, gesundheitlichen Belastungen, den Zusammenhang mit Armut und die spezifische Situation von Zeitarbeit in der Sozialen Arbeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Zeitarbeit, Prekarisierung, Niedriglohnsektor, Stammbelegschaft, Soziale Arbeit und berufliche Unsicherheit.
Zeitarbeiter werden oft eingesetzt, um Schwankungen im Auftragsbestand abzufedern, wodurch die Stammbelegschaft bei wirtschaftlichen Abschwüngen geschont wird.
Der Text zeigt auf, dass auch soziale Träger zunehmend auf Zeitarbeit oder befristete Verträge setzen, um Personalkosten zu senken, was in Konflikt mit den ethischen Standards der Sozialen Arbeit stehen kann.
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