Bachelorarbeit, 2012
38 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Untersuchungsgegenstand
1.2. Fragestellungen
1.3. Vorgehensweise
2. Die Römische Republik im 3. Jh. v. Chr.
2.1. Die gesellschaftliche und politische Ordnung in der Römischen Republik im 3. Jh. v. Chr.
2.2. Die Ausgestaltung der Gladiatur im 3. Jh. v. Chr.
2.3. Die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Gladiatur im 3. Jh. v. Chr. und die Motive der Ausrichter
3. Die späte Römische Republik
3.1. Die gesellschaftliche und politische Ordnung in der späten Römischen Republik
3.2. Die Ausgestaltung der Gladiatur in der späten Römischen Republik
3.3. Die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Gladiatur in der späten Römischen Republik und die Motive der Ausrichter
4. Die Kaiserzeit des 1. und 2. Jh. n. Chr.
4.1. Die gesellschaftliche und politische Ordnung in der römischen Kaiserzeit des 1./2. Jh. n. Chr.
4.2. Die Ausgestaltung der Gladiatur in der römischen Kaiserzeit des 1./2. Jh. n. Chr.
4.3. Die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Gladiatur in der römischen Kaiserzeit des 1./2. Jh. n. Chr. und die Motive der Ausrichter
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert den Wandel der Gladiatorenkämpfe von deren Ursprüngen in der frühen Republik bis hin zur Blütezeit im Kaisertum, wobei sie insbesondere die sich verändernden Motive der Ausrichter im Kontext des gesellschaftlichen und politischen Wandels untersucht.
3.1. Die Ausgestaltung der Gladiatur in der späten Römischen Republik
Der Durchbruch der Gladiatorenspiele zum Beginn der öffentlichen Massenspektakel wird mit der ersten öffentlichen Austragung der Gladiatorenkämpfe von Amts wegen durch die beiden Konsuln im Jahre 105 v. Chr. geschehen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Kämpfe stets von Privatpersonen zu Ehren des Verstorbenen Familienmitglieds als begleitendes Begräbnisritual ausgerichtet. Die Förderung der häufigeren und öffentlichen Austragungen fand auch aus dem Grund statt, um die römischen Legionäre in die Schwertkampfkunst der gut ausgebildeten Gladiatoren einzuführen. Diese Kampfkunst erlernten sie in den neu errichteten Gladiatorenschulen des 2. und 1. Jhs. v. Chr., die von einer Privatperson, dem lanista, geleitet wurde. Aufgrund des stetig wachsenden Interesses an den Gladiatorenkämpfen bestand die Notwendigkeit diese Schulen, die Kasernen glichen, zu errichten. In ihnen wurden sie ausgebildet und erhielten eine für damalige Verhältnisse hervorragende medizinische Versorgung, sowie eine sehr gute Ernährung.
Die beginnende Loslösung der Kämpfe von den reinen Begräbnisritualen, an denen die Familien der Verstorbenen teilnahmen, manifestiert sich darin, dass zur Mitte des 2. Jhs. v. Chr. Holztribünen, die für zahlende Zuschauer des erwarteten Kampfes am nächsten Tag errichtet wurden im Schutze der Nacht von Gajus Gracchus entfernt wurden. Anhand dieser überlieferten Begebenheit lässt sich erkennen, dass sich neben dem armen einfachen Volk sowohl die geringe Mittelschicht, als auch besonders die Oberschicht an den Kämpfen erfreuten. Im Gegensatz zu den ersten Kämpfen in der Römischen Republik des 3. Jhs. v. Chr. erkennt man nun eine zunehmende Veränderung der Umstände dieser Veranstaltungen. Durch die kommerzielle Komponente wird der Charakter der familiären Bestattungsfeiern verdrängt und durch die Errichtung von Holztribünen wird ein Ziel verfolgt: die Erhöhung der Zuschauerzahlen. Zu den „gewöhnlichen“ Gladiatorenkämpfen gesellen sich nun im 1. Jh. v. Chr. weitere Spektakel, u. a. die Tierhetzen, die zunächst eine Bestrafung für Verbrecher waren. Sie wurden nun gemeinsam mit den Kämpfen in einem Programmablauf integriert.
1. Einleitung: Definiert den Untersuchungsgegenstand, die zentrale Fragestellung zur wandelnden Bedeutung der Gladiatur und die methodische Vorgehensweise als Längsschnittanalyse.
2. Die Römische Republik im 3. Jh. v. Chr.: Skizziert die gesellschaftliche Ordnung der frühen Republik und charakterisiert die frühen Gladiatorenkämpfe als rein private, kultisch-religiöse Begräbnisrituale.
3. Die späte Römische Republik: Analysiert den Übergang der Gladiatur zum öffentlichen Massenspektakel und die politische Instrumentalisierung durch aufstrebende Politiker zur Wählergewinnung.
4. Die Kaiserzeit des 1. und 2. Jh. n. Chr.: Untersucht die Rolle der Gladiatorenspiele als zentrales Instrument des Prinzipats zur sozialen Kontrolle der plebs urbana im Rahmen der "Brot und Spiele"-Politik.
5. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt den Zusammenhang zwischen der Verstaatlichung der Spiele und der Absicherung kaiserlicher Vormachtstellung durch Unterhaltung und Ablenkung.
Gladiatorenkämpfe, Römische Republik, Kaisertum, Prinzipat, Gladiatur, Massenspektakel, Brot und Spiele, Plebs, Senat, politische Macht, soziale Kontrolle, Begräbnisrituale, Innenpolitik, Augustus, Herrschaftslegitimation
Die Arbeit analysiert die funktionale Veränderung der Gladiatorenkämpfe im Römischen Reich und wie sich deren Bedeutung zwischen den verschiedenen sozialen Kräften wandelte.
Zentrale Themen sind der Wandel der gesellschaftlichen Ordnung von der Republik zum Kaisertum, die Entwicklung der Gladiatur vom privaten Totenkult zum öffentlichen Massenphänomen und die politische Instrumentalisierung dieser Spiele.
Die Forschungsfrage befasst sich mit der sich wandelnden Bedeutung der Gladiatur im Verlauf der drei Epochen des Römischen Reiches unter Berücksichtigung der Motive der Ausrichter und der politischen Umstände.
Die Arbeit nutzt eine Längsschnittuntersuchung auf Basis einer umfassenden Sekundärliteraturanalyse sowie die Einbeziehung von Primärquellen wie bildlichen und plastischen Darstellungen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei chronologische Abschnitte (3. Jh. v. Chr., späte Republik, Kaiserzeit des 1./2. Jh. n. Chr.), in denen jeweils die gesellschaftliche Ordnung, die Ausgestaltung der Gladiatur und die Motive der Ausrichter untersucht werden.
Wichtige Begriffe sind Gladiatorenkämpfe, Gladiatur, Prinzipat, politische Instrumentalisierung, Brot und Spiele, Machtkontrolle und der soziopolitische Wandel in Rom.
In der Kaiserzeit wurden die Spiele zu einem festen, staatlich gelenkten Machtinstrument, das dazu diente, die politisch entmachtete Bevölkerung durch Unterhaltung und Brotverteilungen zu beruhigen und von politischer Mitbestimmung fernzuhalten.
Nein, obwohl der Unterhaltungsaspekt im Vordergrund stand, dienten sie primär der sozialen Kontrolle und der Sicherung der inneren Ruhe, indem sie als "Stimmanzeiger" und Ventil für Unzufriedenheit fungierten.
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