Wissenschaftliche Studie, 2013
41 Seiten, Note: Sehr gut
1. Vorwort
2. Staatliche Anstalten
3. Privatanstalten
4. Sonderformen der Schulanstalten
5. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Differenzierung der deutschen Schulterminologie im 19. Jahrhundert. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die unterschiedlichen Bezeichnungen für Bildungseinrichtungen als Ausdruck gesellschaftlicher, politischer und pädagogischer Reformprozesse sowie als Spiegelbild der Lebensumstände der Schulpflichtigen im 19. Jahrhundert herausgebildet haben.
2. Staatliche Anstalten
Der Begriff Schule (ahd. scuola, mhd. schuole) ist ein Lehnwort und wurde über das lat. schola vom griech. scholḗ („Studium“, „Vorlesung“, ursprünglich „Müßiggang“, „Nichtstun in Bezug auf körperliche Arbeit“) abgeleitet. Fast alle Bezeichnungen für die einzelnen Lehranstalten, die sich während des 19. Jahrhunderts entwickelten, sind Zusammensetzungen mit diesem Grundwort. Als eine von den wenigen Ausnahmen muss hier in erster Linie das Gymnasium mit allen seinen Varianten, wie Ober-, Unter-, Pro-, Voll-, Real-, Sprach- und Bürgergymnasium etc. genannt werden. Das Wort ist aus griech. gymnásion entlehnt worden. In der Antike bezeichnete es ursprünglich nur solche Anstalten, in denen die gymnastischen Übungen vorgenommen wurden („Sportplatz“, wörtlich: „Ort, an dem man nackt ist“). Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese alten Gymnasien Stätten des geistigen Lebens. Auf dem deutschen Boden wurde diese Bezeichnung erstmalig in späthumanistischer Zeit um 1500 als Name für die über die gewöhnlichen Unterrichtsziele hinausgehenden Lateinschulen eingeführt, aber erst am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Gymnasium zur allgemein üblichen offiziellen Bezeichnung einer Schulgattung, die sich nach Wilhelm von Humboldt als Vorschule der Universität verstand.
1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext der Bildungsreformen nach 1806 und stellt die zentrale Rolle der Bildung im 19. Jahrhundert sowie die damit verbundene Veränderung des deutschen Schulwortschatzes dar.
2. Staatliche Anstalten: Hier werden die Ursprünge und Bedeutungen staatlicher Schulformen wie Gymnasien, Realgymnasien und verschiedene Ausprägungen des Elementar- und Volksschulwesens linguistisch und historisch analysiert.
3. Privatanstalten: Das Kapitel befasst sich mit der kirchlichen Dominanz im Bildungswesen, beleuchtet Begriffe wie Konfessions-, Seminar- und Winkelschule und diskutiert den Übergang von kirchengebundenen zu freieren Bildungsformen.
4. Sonderformen der Schulanstalten: Dieser Teil widmet sich spezialisierten Bildungseinrichtungen, insbesondere Sonderschulen für lern- und geistig behinderte Kinder, und analysiert die Nomenklatur dieser besonderen Förderformen.
5. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Arbeit als linguistische Abhandlung mit starken Bezügen zur Kultur- und Bildungsgeschichte und betont die Wandelbarkeit der Schulterminologie im Spiegel der Zeit.
Schulgeschichte, Bildungsreformen, Schulterminologie, 19. Jahrhundert, Gymnasium, Volksschule, Etymologie, Privatschulwesen, Konfessionsschule, Bildungsgeschichte, Sprachgeschichte, Pädagogik, staatliche Anstalten, Elementarschule, Lehranstalten.
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und sprachliche Entstehung der Bezeichnungen für deutsche Bildungseinrichtungen im 19. Jahrhundert.
Im Zentrum stehen die Etymologie von Schulbegriffen, die Unterscheidung zwischen staatlichen und privaten/kirchlichen Institutionen sowie die historische Einordnung der Schultypen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Schulwortschatz durch pädagogische Reformen und sich wandelnde gesellschaftliche Bedingungen im 19. Jahrhundert geformt und verändert hat.
Der Autor nutzt einen sprachwissenschaftlichen Ansatz, der etymologische Analysen mit historischen, sozialen und bildungsgeschichtlichen Kontexten verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse staatlicher Anstalten, des kirchlich geprägten Privatschulwesens sowie spezifischer Sonderformen von Schulen im 19. Jahrhundert.
Wichtige Begriffe sind Schulgeschichte, Bildungsreformen, Schulterminologie, Gymnasium, Volksschule und Sprachgeschichte.
Die Kirche spielte im 19. Jahrhundert eine dominierende Rolle im Privatschulwesen, was sich in Begriffen wie Kirchenschule, Konfessionsschule oder Klosterschule widerspiegelt.
Winkelschulen waren nicht konzessionierte, privat betriebene Lehreinrichtungen, die oft von der offiziellen Schulaufsicht geduldet oder abgewertet wurden.
Die Unterscheidung beruhte auf den landwirtschaftlichen Arbeitszyklen, da Kinder im Sommer auf dem Land bei der Feldarbeit halfen und den Unterricht primär in den Wintermonaten besuchten.
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