Wissenschaftliche Studie, 2013
41 Seiten, Note: Sehr gut
1. Geschichte der deutschen Schule. Schulfächerbezeichnungen im 19. Jahrhundert.
Die Arbeit analysiert die sprachgeschichtliche Entwicklung und Differenzierung der Bezeichnungen für Schulfächer und Unterrichtsformen im deutschen Schulwesen des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der allgemeinen gesellschaftlichen und bildungsgeschichtlichen Reformprozesse.
Geschichte der deutschen Schule. Schulfächerbezeichnungen im 19. Jahrhundert.
In Preußen wurde, ähnlich wie in den anderen deutschen Staaten, die allgemeine Schulpflicht im Verlauf des 18. Jahrhunderts wiederholt proklamiert, jedoch erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts konnte sie durchgesetzt werden. Während zu Beginn kaum mehr als die Hälfte der Jugendlichen eine Schule besuchten, taten dies gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahezu alle Jugendlichen.
Innerhalb dieses Prozesses der Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht entwickelten sich auch zahlreiche neue Wortschatzstrukturen in Bezug auf die einzelnen Unterrichtsfächer – infolge der durchgeführten Schulreformen und eingeführten reformatorischen Bildungsideen und Lehrprogrammen ergab sich der Bedarf, für die modernen Lehrinhalte entsprechende Bezeichnungen zu finden.
Die Fachliteratur im 19. Jahrhundert beinhaltet zahlreiche synonymische Benennungen für den wohl am häufigsten auftretenden Nomen Schulfach, einer Zusammensetzung aus Schule (ahd. scuola, mhd. schuol(e), abgeleitet über das lat. schola vom griech. scholḗ – „Studium, Vorlesung“, ursprünglich „Müßiggang“, „Nichtstun in Bezug auf körperliche Arbeit“) und Fach (ahd. fah, mhd. vach – „Teil“, „Abteilung“, „Spezialgebiet“). Es werden eben erst seit dem 19. Jahrhundert unter den Fächern die Teildisziplinen an den Schulen verstanden, darüber hinaus bedient man sich auch solcher Zusammensetzungen wie Unterrichtsfach und Lehrfach – unter dem Begriff Unterricht (mhd. underriht), der seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts seinen Gebrauch in der deutschen Sprache findet, versteht man „regelmäßige Unterweisung“, „schulmäßige Belehrung“.
Geschichte der deutschen Schule. Schulfächerbezeichnungen im 19. Jahrhundert.: Das einleitende Kapitel skizziert die Durchsetzung der Schulpflicht im 19. Jahrhundert und den damit einhergehenden Bedarf an einer präzisen terminologischen Erfassung der neu entstehenden Schulfächer.
Schulwesen, 19. Jahrhundert, Schulfächer, Fachbezeichnungen, Unterricht, Preußen, Sprachgeschichte, Pädagogik, Bildungsgeschichte, Lehrplan, Terminologie, Sprachwandel, Schulreformen, Disziplinen, Wortschatzstrukturen.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Bedeutungswandel der Bezeichnungen für Schulfächer und Unterrichtsinhalte in deutschen Schulen während des 19. Jahrhunderts.
Die Untersuchung deckt die linguistische Herleitung von Fachbegriffen wie Schulfach, Unterricht und Disziplin sowie die Analyse spezifischer Fächergruppen wie Sprachen, Religion, Realwissenschaften und technische Fertigkeiten ab.
Das Ziel ist es, die Schulterminologie des 19. Jahrhunderts als Spiegel der damaligen gesellschaftlichen, politischen und pädagogischen Strömungen linguistisch zu analysieren und historisch einzuordnen.
Es handelt sich um eine sprachgeschichtliche bzw. linguistische Abhandlung, die unter Rückgriff auf zeitgenössische Fachliteratur, Schulordnungen und Lehrpläne eine Etymologie und Begriffsgeschichte erstellt.
Der Hauptteil gliedert sich nach Fachgruppen, darunter sprachliche Fächer, Religion, Naturwissenschaften (Realien) sowie körperliche und technische Übungen wie Turnen und Kalligraphie.
Wichtige Begriffe sind Schulwesen, 19. Jahrhundert, Schulfächer, Fachbezeichnungen, Sprachgeschichte, Pädagogik und Terminologie.
Preußen dient als primäres Untersuchungsbeispiel, da hier die Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht und die Modernisierung der Lehrpläne besonders dokumentiert sind.
Das Turnen wird als neue Form der "technischen Fertigkeiten" beschrieben, die sich zwischen pädagogischem Erziehungsauftrag und patriotischer Leibesertüchtigung entwickelte.
Der Sammelbegriff "Gesinnungsfächer" umfasst Fächer wie Deutsch und Religion, die besonders darauf ausgerichtet waren, die politische Haltung und Denkweise der Schüler zu prägen.
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