Bachelorarbeit, 2013
47 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
Einleitung
Hauptteil
1. Robinson Crusoe von Daniel Defoe: Paradigma der Robinsonade
1.1. Der edle Wilde
1.2. Beschäftigungstherapie in Isolation
2. Robinson der Jüngere von Joachim Heinrich Campe: Die Lehre vom Leben für die junge Generation
2.1. Didaktische Anpassung des Originalstoffs für Kinder
2.2. Robinson als Lerner und Lehrer
3. Die Insel Felsenburg von Johann Gottfried Schnabel: „Nauta, Naufragio felix“ oder Glück im Unglück
3.1. Ein protestantisch-bürgerliches Paradies
3.2. Zivilisationsprozess der Menschheit en miniature
4. Hauptmotive, Strukturmerkmale und Themen einer Robinsonade
4.1. Narrationsprozess der Robinsonade
4.2. Das Ich in der Isolation
4.3. Wiederentdeckung der Natur
4.4. Religion auf einer Insel
4.5. Robinsonade und Utopie
Fazit
Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht den pädagogischen Subtext der Robinsonade im 18. Jahrhundert, wobei die Hypothese verfolgt wird, dass Grundmerkmale der Gattung wie praktische Vernunft, Arbeit, Disziplin und die Neuentwicklung des Ichs der jugendlichen Leserschaft moralische Werte und ein richtiges Lebensverständnis vermitteln.
1.1. Der edle Wilde
Er war ein recht hübscher Bursche, gut gebaut, mit kräftigen Gliedern, nicht zu groß, schlank und ebenmäßig gewachsen; ich schätzte sein Alter auf sechsundzwanzig Jahre. Seine Erscheinung war sehr gut, er machte keinen wilden, trotzigen Eindruck, in seinen Zügen lag eher etwas sehr Männliches, und doch zeigten sie auch die Anmut und Liebenswürdigkeit des Europäers, besonders wenn er lächelte. Er hatte langes schwarzes, nicht krauses wolliges Haar, die Stirn war hoch und breit, die äußerst lebhaften Augen blitzten vor Schärfe. Seine Hautfarbe zeigte nicht das völlige Schwarz, sondern einen ziemlich bräunlichen Ton, jedoch nicht das unangenehme gelbliche, krankhafte Braun der brasilianischen, virginischen und anderen amerikanischen Eingeborenen, sondern es war schimmernde dunkle Olivfarbe, die etwas sehr Angenehmes an sich hat, sich aber schwer beschreiben läßt. Das Gesicht war rund und voll, die Nase schmal, nicht nach Negerart flach, er hatte einen hübsch gezeichneten Mund, schmale Lippen und schöne, regelmäßige Zähne, weiß wie Elfenbein.
1. Robinson Crusoe von Daniel Defoe: Paradigma der Robinsonade: Das Kapitel beleuchtet das Werk von Defoe als archetypischen Ausgangspunkt der Robinsonade, geprägt durch die Isolation des Individuums und die religiöse sowie praktische Auseinandersetzung mit der Notsituation.
1.1. Der edle Wilde: Hier wird die Figur des Freitag analysiert, insbesondere das Verhältnis zwischen Herr und Knecht sowie die Entwicklung des Wilden zum „guten Christen“ durch Robinsons Erziehung.
1.2. Beschäftigungstherapie in Isolation: Dieses Kapitel interpretiert Arbeit und Disziplin nicht nur als Überlebensnotwendigkeit, sondern als therapeutisches Mittel gegen Einsamkeit und als Ausdruck bürgerlicher Lebensgestaltung.
2. Robinson der Jüngere von Joachim Heinrich Campe: Die Lehre vom Leben für die junge Generation: Campe adaptiert den Stoff pädagogisch für Kinder, wobei er das Werk als "Methodenbuch" zur Erziehung zu Tugend und nützlichem Sozialverhalten versteht.
2.1. Didaktische Anpassung des Originalstoffs für Kinder: Es wird dargelegt, wie Campe durch die Verjüngung des Helden und den Verzicht auf kontroverse Themen wie Sklavenhandel eine moralische Vorbildfunktion schafft.
2.2. Robinson als Lerner und Lehrer: Der Fokus liegt auf dem Rahmengespräch, das eine pädagogische Interaktion zwischen Vater und Kindern simuliert und den Lernprozess Robinsons zum Identifikationsmodell macht.
3. Die Insel Felsenburg von Johann Gottfried Schnabel: „Nauta, Naufragio felix“ oder Glück im Unglück: Das Kapitel analysiert Schnabels utopische Robinsonade als Entwurf einer frommen, protestantisch-bürgerlichen Familienidylle, die eine Gegenwelt zum korrupten Europa darstellt.
3.1. Ein protestantisch-bürgerliches Paradies: Hier wird die Insel als sicherer Zufluchtsort und asylähnliches Ideal einer tugendhaften Gemeinschaft beschrieben, in der Arbeit und Glaube den Alltag bestimmen.
3.2. Zivilisationsprozess der Menschheit en miniature: Schnabel schildert die stufenweise Kultivierung der Insel als "irdisches Paradies", das eine organisierte, autonome Staatsform und ein kollektives Gedächtnis aufbaut.
4. Hauptmotive, Strukturmerkmale und Themen einer Robinsonade: Das Kapitel fasst die gattungsspezifischen Konstanten zusammen, wie den Bruch mit der Gesellschaft, das Überleben in der Isolation und die Rückkehr.
4.1. Narrationsprozess der Robinsonade: Es werden die wiederkehrenden Handlungselemente analysiert, die den Weg von der Flucht über das Überleben bis zur Reintegration definieren.
4.2. Das Ich in der Isolation: Die Untersuchung befasst sich mit der psychologischen Bewältigung der Einsamkeit und der Bedeutung von Selbstreflexion und Glauben für die Identitätsbildung.
4.3. Wiederentdeckung der Natur: Das Kapitel beleuchtet die ambivalente Rolle der Natur, die einerseits als feindliche Wildnis, andererseits als gottgegebenes, nützliches Arbeitsfeld für den Menschen interpretiert wird.
4.4. Religion auf einer Insel: Hier wird der religiöse Subtext der Robinsonaden als moralische Richtschnur und Quelle der psychischen Stabilität der Schiffbrüchigen analysiert.
4.5. Robinsonade und Utopie: Abschließend werden die Gattungen Robinsonade und Utopie hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf Autarkie, Gesellschaftskritik und Entwicklungsdynamik verglichen.
Robinsonade, Erziehungstheorie, Aufklärung, Isolation, Arbeitsethik, Inselmotiv, Pädagogik, Utopie, Defoe, Campe, Schnabel, christliche Moral, Selbstdisziplinierung, Naturaneignung, Gesellschaftskritik.
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Aspekt in deutschen Robinsonaden des 18. Jahrhunderts und wie diese Texte als Erziehungsmittel zur Vermittlung bürgerlicher Werte eingesetzt wurden.
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie die Erziehung zur Mündigkeit, die Bedeutung von Arbeit und Disziplin in der Isolation, das Verhältnis zwischen Mensch und Natur sowie die utopischen Tendenzen der Robinsonaden.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Robinsonaden durch ihre Struktur und die Entwicklung der Helden als "erzieherische Abenteuer" fungieren, die den Lesern ein moralisch richtiges Sozialverhalten vermitteln.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Textbeispiele aus dem 18. Jahrhundert (Defoe, Campe, Schnabel) hinsichtlich ihrer Motivik und pädagogischen Intention vergleicht.
Im Hauptteil werden die Werke von Defoe, Campe und Schnabel einzeln analysiert, gefolgt von einer übergreifenden Untersuchung der Hauptmotive, Strukturmerkmale und Themen der Robinsonade.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Robinsonade, Erziehungstheorie, Isolation, Arbeitsethik, Inselmotiv und Pädagogik.
Campes Robinson ist ein pädagogisch angepasstes Vorbild für Kinder; er verzichtet auf Kannibalismus und Sklavenhandel und dient als Instrument für eine "natürliche Erziehung" nach Rousseau.
Es bedeutet "Seefahrer, durch Schiffbruch glücklich" und verdeutlicht Schnabels Konzept, dass die Katastrophe der Isolation den Weg in ein irdisches Paradies ebnet.
Arbeit wird nicht nur als Mittel zum physischen Überleben dargestellt, sondern als therapeutische Methode zur psychischen Stabilisierung und als tugendhafte bürgerliche Praxis.
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